Aufnahme: 1989
Partnerschaft mit Cognac besiegelt - Partnerschaftskomitee gratulierte
gst. Die „Bürgerinitiative Partnerschaft mit Frankreich" hatte nach dem Festakt der Partnerschaftsunterzeichnung vor der Aula die Gelegenheit, die Glückwünsche an Bürgermeister Francis Hardy zu übermitteln. Gerold Hank und Walter Paul überreichten als Geschenk einen Fahnenstock mit den verschiedensten Fahnen. Walter Paul sagte u.a.: „Nach unserer zehnjährigen Suche nach einer geeigneten Partnerstadt in Frankreich sehen wir uns jetzt am Ziel unserer vielfältigen Bemühungen und sind sicher, in der weltbekannten und traditionsreichen Stadt Cognac einen guten Partner für die Zukunft gefunden zu haben. Wir sehen in den Bürgern der Stadt Cognac die Repräsentanten einer stolzen Nation, welche großen Anteil an der Gestaltung und Geschichte Europas und an der Weltgeschichte hat. Mit großem Respekt betrachten wir die Leistungen französischer Bürger auf den Gebieten Kultur, Wissenschaft, Technik und Industrie." Mit dem Wunsche, daß sich die Cognacer in Königswinter wohlfühlen, schloß Walter Paul seine Ansprache an die Freunde aus Frankreich. Hank ging in seiner weiteren Rede auf die vielfältigen Beziehungen zwischen den beiden Völkern ein und kam dann auf Gemeinsamkeiten zwischen Königswinter und Frankreich zu sprechen, denn einem gewissen Guillaume Apollinaire, der im Ortsteil Bennerscheid lebte, verdanken die Rheinländer viele Gedichte über den Rhein und das Leben der Rheinländer. Und Hank weiter: „Der Spruch "Viele Deutsche fahren nach Frankreich, doch die Franzosen bleiben zu Hause" darf ab heute keine Gültigkeit mehr haben. Wir sind froh darüber, Sie nach langem Suchen gefunden zu haben. Als in unserer Stadt Cognac als mögliche Partnerstadt genannt wurde, waren einige erstaunt darüber, daß der Name dieses edlen Getränks auch der Name einer Stadt ist. Alle, die davon hörten, begannen zu lächeln. Man sah, wie sie nach diesem edlen Getränk schnupperten, wie es ihnen bereits auf der Zunge zerging.
Schlecht ins Französische übersetzen kann man den Ausspruch der Alten "Das wärmste Jäckchen ist ein Cognäcchen" . Königswinter und Cognac haben vieles gemeinsam. Beide liegen an einem Fluß, Sie an der Charente, wir am Rhein. Beide verdanken ihren Bekanntheitsgrad, dem edelsten, was uns Gott geschenkt hat, der Traube. In Ihrer Stadt wurde ein König, Franz I., geboren. Unser Ortsname deutet an, daß Königswinter sehr früh ein Königsgut war. Doch in einem unterscheiden Sie sich von uns: Sie besitzen bereits ein Reiterstandbild - und keiner nimmt Anstoß daran. "Möge der heutige Tag ein Markstein im Leben unserer Städte, im Leben unserer Völker sein." Eine Schülerin und ein Schüler des Gymnasiums am Petersberg sprachen Gedichte in Deutsch und Französisch. Eine Dixielandband spielte auf. Als Vorsitzender der Schulleiterkonferenz der Stadt Königswinter übermittelte Rektor Lothar Vreden herzliche Grüße aller Königswinterer Schulen. Vreden sprach die Hoffnung aus, daß alle Schulen und Klassen sich rege am Austauschprogramm mit Cognac beteiligen mögen. „Städtepartnerschaften helfen, daß sich die Menschen näher kommen. Sie sollen aber auch dabei helfen, daß Gefühle der Feindschaft und des Hasses nicht mehr aufkommen. Gerade unsere Jugend wird wesentlich dazu beitragen, daß aus der Städtepartnerschaft Cognac-Königswinter echte Freundschaft wird, und zwar stilvoll, sympathisch und schillernd wie ein Cognac."
Der Kulturattache der französischen Botschaft, Mac Villain, erklärte, daß Frankreich die erste Partnerschaft 1950 geschlossen habe, inzwischen gebe es derer fast 1600. Partnerschaften dürften keine Anordnung der großen Politik sein, sie müßten von der Basis her entstehen. Ein Grußwort sprach auch Gert Hammer, der Generalsekretär des Deutsch-Französischen Jugendwerkes. Er sah in der Partnerschaft nicht nur eine Freundschaft mit gegenseitigen Besuchen, sondern auch vielleicht ein Austausch von Arbeitsplätzen . Das Jugendwerk werde jedenfalls diese Partnerschaft unterstützen. Sein Wunsch: „Mögen viele Jugendliebe aus Cognac nach Königswinter kommen und umgedreht. Zu Gast bei dieser Feierstunde war auch die Bürgermeisterin von Cleethorpes, Mrs. Howes. Sie überreichte je einen Silberteller mit Widmung und dem Cleethorper Stadtwappen an die Bürgermeister der neuen Partnerstädte. Als Trauzeuge der geschlossenen Partnerschaftsehe stellte sich der Botschafter der Republik Togo , Dr. Fousseni Mamah, vor, der in Königswinter wohnt. Er versprach sich von dieser Ehe auch gute Beziehungen zu seinem Land, da Frankreich und Deutschland Freunde von Togo seien. - Günter Goderski vom Kammerorchester Oberpleis beglückwünschte die beiden Partner und meldete als erster eine Reise nach Cognac an. Zum Ende des Festaktes trugen Kammerorchester und Kammerchor Beethovens „Ode an die Freude" vor. Und dann spielten draußen bei Bier und Erbsensuppe die „Original Siebengebirgler ".
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