40 Jahre im öffentlichen Dienst

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1977

40 Jahre im öffentlichen Dienst

"Sein 40-jähriges Dienstjubiläum konnte in diesen Tagen Wilhelm Nagel im öffentlichen Dienst feiern. Bei einer Feierstunde im Trauzimmer des Rathauses der Stadt Königswinter wurde Wilhelm Nagel besonders von Stadt-direktor Schmitz und Bürgermeister Hank gewürdigt. Stadtdirektor Schmitz betonte in seiner Laudatio, dass der Jubilar 1937 als Volontär und Verwaltungsangestellter bei der Kreisverwaltung in Siegburg begonnen hat. Nach einem Jahr Tätigkeit in Siegburg musste Nagel den Soldatenrock anziehen und geriet in Italien in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Doch sofort nach seiner Rückkehr wählte er wieder den Weg in den öffentlichen Dienst, obwohl zur damaligen Zeit in anderen Berufen mehr zu verdienen war. Kometenhaft war Nagels Aufstieg in den vergangenen Jahren: Nachdem er am 18. Februar 1946 als Verwaltungsangestellter beim früheren Amt Oberpleis eingestellt wurde, erfolgte seine Ernennung zum Amtssekretär am 2. März 1951.

Noch im selben Jahr wurde Nagel auf Lebenszeit in das Beamtenverhältnis übernommen. Am 1. September 1952 wurde er zum Amtsobersekretär ernannt, am 12. März 1955 zum Amtsinspektor, am 28. Februar 1961 zum Amtsoberinspektor, am 9. Dezember 1964 zum Amtsamtmann, am 6. Januar 1966 zum Amtsoberamtmann und am 1. Juli 1971 zum Stadtoberamtsrat. Fast alle Abteilungen hat Wilhelm Nagel durchgemacht. 1946 fing er beim Wirtschaftsamt an. Noch im selben Jahr wurde er als Sachbearbeiter zum Einwohnermeldeamt und zur statistischen Abteilung versetzt. Von 1948 bis 1950 war Nagel bei der Finanzabteilung des Rathauses in Oberpleis. Von 1950 bis 1964 bekleidete er den Posten eines Leiters der Finanz- und Steuerabteilung und war mit der Führung der Geschäfte des Kämmerers beauftragt.

Leiter des Hauptamtes war Nagel von 1964 bis 1971. Gleichzeitig wurde der Jubilar 1964 auch zum Vertreter des Amtsdirektors von Oberpleis sowie zum stellvertretenden Gemeindedirektor der Gemeinden Oberpleis und Stieldorf bestellt. Die Stadt Königswinter, von der er 1969 übernommen wurde, beförderte Nagel 1971 zum Leiter des Rechnungsprüfungsamtes. Spaß bereitete Nagel auch die Tätigkeit als Standesbeamtenstellvertreter des Standes-amtsbezirkes Oberpleis. Nagel war, wie Schmitz zu erzählen wusste, besonders stolz, wenn er den Talar anziehen konnte. Seit März 1976 ist Nagel auch ordentliches Mitglied der Einigungsstelle bei der Stadt Königswinter. Die Ortsgruppe Königswinter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge konnte aktiviert werden. Dafür sorgte Nagel als Geschäftsführer unter Stadtdirektor Schmitz als Vorsitzender.

Schmitz konnte von einem Doppeljubiläum Nagels berichten. Als Wilhelm Nagel als junger Mann bei der Kreisver-waltung ins Berufsleben eintrat, rauchte er vor Aufregung seine erste Zigarette, und hat dieses Laster bis heute nicht aufgehört. Schmitz überreichte dem Jubilar außer den üblichen Geschenken auch eine Stange Zigaretten. Nagel ist, so Schmitz, auch ein lustiger Mensch, isst gerne Süßigkeiten (ohne dick zu werden) und reist recht gern. So wurde er schon gesehen: an der Nordsee, in Südfrankreich, an der belgischen Küste, in Kanada, in den USA und in Island und will demnächst auch mal nach Brasilien, da sein Sohn dorthin zieht. Bürgermeister Hank würdigte den Jubilar Nagel, da es heute selten sei, dass eine Person 40 Jahre bei einem Arbeitgeber tätig sei."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr 4 vom 28.01.1977
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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