Aufnahme: 1977

Schulkinder und Vereine nahmen Besitz von Sportanlagen

Ein Freudentag für die Schulen  "om Berg" und für alle sporttreibenden Vereine der gesamten Stadt Königswinter: Der erste Bauabschnitt der Schulsportaußenanlagen in Oberpleis wurde fertiggestellt und im Rahmen einer Feierstunde und eines zweitägigen  Sportfestes eingeweiht. Die Kinder hatten bereits Besitz vom Sportplatz ergriffen, als der Leiter des Schul- und Kulturamtes, Peter-Josef Kneiseler, die Feierstunde eröffnete und durch das Programm führte. Unter den Klängen des Tambourkorps der Freiwilligen Feuerwehr Uthweiler zogen die sporttreibenden Vereine ins Stadion ein. Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz betonte in seiner Ansprache, daß ursprünglich geplant war, die Schulsport-Außenanlagen zugleich mit dem Schulzentrum einzuweihen. Doch da seien plötzlich 1975 vom Land die Mittel für dieses Bau­ vorhaben geflossen. Daraufhin habe sich der Stadtrat entschieden, ebenfalls in den Stadtsäckel zu greifen, und das sehr tief, um die nötigen weiteren Mittel bereitzustellen. Nun sei der erste Bauabschnitt fertig. Auf einer Fläche von 30 000 Quadratmetern befinden sich mehr als ein Dutzend Laufbahnen verschiedener Längen von 100 bis 400 Meter. Der zweite Bauabschnitt  sieht die Wiederherrichtung des alten Sportplatzes vor, der dann zwei Kleinspielfelder für Handball,  vier  Spielfelder für Basketball und Flächen für weitere sieben Sportarten haben wird.

Einschließlich Grunderwerb betrugen die Baukosten für diesen ersten Bauabschnitt 3,7 Millionen DM,  davon trug das Land die Hälfte. Die Stadt muß 1,6 Millionen DM zuschießen, der Rest wird durch verschiedene Zuschüsse gedeckt. Mit dem zweiten Bauabschnitt soll noch in diesem Jahre begonnen werden. Zwischen dem alten und dem neuen Platz wird eine Platzwartwohnung gebaut. Für den Bau verantwortlich sind das Staatshochbauamt und Dr. Ing. Arne Straßberger. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bezüglich der Bodenbeschaffenheit gingen dann aber die Arbeiten zugig voran. Die beiden Pfarrer Stein (kath.) und Finke (ev.) sprachen die Segensgebete. Vizelandrat Fritz Becker überbrachte die Glückwünsche und Grüße der Kreisverwaltung und nannte  diesen Tag für die Geschichte der Stadt Königswinter und auch des Kreises einen Freudentag. Besonders der Kreis könne sich glücklich schätzen. Das sei die bisher schönste Sportanlage im Rhein Sieg-Kreis. Für die Schulen sprach der Leiter der Realschule, Kaiser, Worte des Dankes an das Land und an die Stadt Königswinter für diese herrliche Anlage zur Körperertüchtigung. Kaiser sprach Dankesworte aller Lehrpersonen und aller Schüler in der gesamten Stadt.

Auch Johann Weiler, Vorsitzender des Stadtsportbundes, richtete Dankesworte an die Verantwortlichen im Namen aller sporttreibenden Vereine der Stadt. „Dieser Tag soll für uns alle ein Tag der Freude und ein Tag der Jugend sein." So begann Bürgermeister Hank seine kurze Ansprache an die Sportler und Sportlerinnen der gesamten Stadt. Und weiter: „Mit dem heutigen Tag ist die Stadt Königswinter ihrem Ziel, allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern dieser Stadt gleiche Chancen sportlicher Betätigung zu schaffen, ein erhebliches Stück näher gekommen. Das, was in der  Vergangenheit teilweise mit unzulänglichen Mitteln betrieben werden konnte, kann heute auf einer perfekten Sportanlage zur sportlichen Vollendung geführt werden. Schulen und Vereine haben das bekommen, worauf sie lange haben warten müssen. Die Stadt Königswinter ist nicht nur eine fröhliche Stadt, sie ist auch eine sportfreudige. Vor zehn Tagen hat der Landessportbund NRW die Stadt Königswinter mit dem Prädikat "Die sportliche Gemeinde" ausgezeichnet. Dann sprach auch Hank allen am Bau Beteiligten den Dank des Rates aus. Schulen und Vereine werden diesen Tag in dankbarer Erinnerung behalten, denn immerhin 7 770 Bürgerinnen und Bürger der Stadt sind in sporttreibenden Vereinen Mitglieder, das sind immerhin 21 Prozent der Stadtbewohner. Dieser Prozentsatz liegt vier Punkte über dem Landesdurchschnitt. Über die Hälfte der Vereinsmitglieder sind Jugendliche.

Hank schloß mit dem Wunsche: „Es liegt nunmehr an den Schulen und an den Vereinen, das mit Leben zu erfüllen, für das die Steuerzahler noch lange zahlen müssen. Ich bin überzeugt davon, das dies geschieht." Musikalisch wurde die Einweihung untermalt mit Darbietungen der Musikschule der Stadt Königswinter unter der Stabführung von Kurt Wirtz. Bis zum Mittag schloß sich ein buntes sportliches Programm an. Die vielen Besucher geizten nicht mit Beifall für die wohlgelungenen turnerischen und tänzerischen Darbietungen der Schüler und Schülerinnen. Eingeleitet wurden die sportlichen Leckerbissen mit einem Staffellauf aller fünften Schuljahre, wobei die 5c des Oberpleiser Gymnasiums als Sieger hervorging. Auf die Melodie „Küsse für mich" zeigten die Schülerinnen der Realschule einen Tanzvortrag.  Mit Ball- und Reifengymnastik erfreuten Schülerinnen und Schüler der Realschule. Es schloß sich ein Staffellauf aller sechsten Schuljahre an. Israelische Tänze zeigten Schülerinnen des Gymnasiums. Der Vormittag endete mit einem Tanz der Schülerinnen der Realschule und des Gymnasiums, einem 800-Meter-Lauf der Mädchen und einem 1500· Meter-Lauf der Jungen. gst.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 26 vom 01.07.1977; Foto und Text: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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