Abgebildete Personen
Aufnahme: 1976
Die Prominenz bei der Grundsteinlegung
Nach langjähriger Planung: Grundsteinlegung für Schulzentrum
"Ein Freudentag für Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen in Oberpleis war der vergangene Freitag. An diesem Tage wurde um die Mittagsstunde durch Bürgermeister Hank und Stadtdirektor Franz-Josef Schmitz der Grundstein zum geplanten Schulzentrum gelegt. Der Feierstunde wohnten mehr als 200 Personen bei. Erschienen waren Landrat Dr. Möller, zahlreiche Rats-und Ausschussmitglieder, die Kinder, die demnächst in diese Schule einziehen werden mit ihren Lehrerinnen und Lehrern sowie die Bauarbeiter und viele Eltern. Sie alle wurden vom Stadtdirektor herzlichst begrüßt. In seiner Ansprache betonte der Königswinterer Verwaltungschef, dass die Anfänge dessen, was jetzt vollzogen wurde, in das Jahr 1966 zurück-gehen. Damals waren in Oberpleis an weiterführenden Schulen eine Hauptschule und eine Realschule vorhanden. Es fehlte ein Gymnasium. Um diesem Mangel abzuhelfen, fanden sich Bürger, vorwiegend aus dem Raume Thomasberg, zusammen und gründeten eine Bürgerinitiative. Gemeinsam mit der damaligen Amtsverwaltung Oberpleis wurden umfangreiche Erhebungen angestellt, deren Ergebnisse dem Kultusministerium in Düsseldorf vorgelegt wurden mit dem Antrag, in Oberpleis ein staatliches Gymnasium zu errichten.
Im Jahre 1967 entwickelte sich aus der Bürgerinitiative ein eingetragener Verein, dessen Zweck ausdrücklich in der Gründung und Förderung eines Gymnasiums in Oberpleis begründet war. Nach intensiven Bemühungen vieler Beteiligter, insbesondere aber des Fördervereins, richtete das Land NRW mit Schuljahresbeginn 1969/70 zunächst eine Zweigstelle des Gymnasiums Siegburg in Oberpleis ein. Aber schon im Frühjahr 1970 erhielt die Zweigstelle die volle Selbständigkeit eines eigenständigen Gymnasiums. Damit war aber nicht nur das Gymnasium Oberpleis geboren, sondern auch die Notwendigkeit, ein separates Bauwerk zu schaffen, dessen Grundstein nunmehr gelegt wurde. Mit der Gründung des Gymnasiums Oberpleis mussten die bereits vorhandenen Pläne für einen Neubau der Hauptschule überdacht werden. Es wurde schließlich mit dem Land vereinbart, zusammen mit dem Gymnasium eine neue Realschule zu bauen und das für die Realschule bereits errichtete Gebäude in der Gesamtkonzeption eines Schulzentrums für die Unterbringung der Hauptschule vorzusehen.
Der Rat der Stadt Königswinter fasste nach Vorberatung im Schul- und Kulturausschuss am 12. Oktober 1970
den entsprechenden Beschluss. Es begann dann ein langer, beschwerlicher und mit manchen Schwierigkeiten gepflasterter Weg, bis mit dem Bau begonnen werden konnte. Als diese Schwierigkeiten überwunden waren, kam dann schließlich die Kommunalisierung des Gymnasiums, das heißt, mit Wirkung vom 1. Januar 1974 ging das staatliche Gymnasium Oberpleis in die Trägerschaft der Stadt Königswinter über. Da das Land sich verpflichtet hatte, das Gymnasium auf seine Kosten zu bauen, es aber auf Grund der einheitlichen Planung des Schulzentrums zweck-mäßig erschien, auch die Bauausführung in einer Hand zu belassen, übertrug die Stadt auch für ihren kommunalen Teil an diesem Schulzentrum dem Staatshochbauamt die Ausführung.
Nachdem nun auch dieser Vertrag alle Klippen rechtlicher und vor allem haushaltsrechtlicher Art überwunden hatte, glaubten alle Beteiligten, dass mit dem Bau begonnen werden könne — aber weit gefehlt. Im Mai 1975 erging ein allgemeiner Baustopp für alle staatlichen Bauten. So konnte auch mit dem Bau dieses Gymnasiums nicht begonnen werden. Nach einer Fülle von Bemühungen und Besprechungen im Kultusministerium und im Finanzministerium konnte dann endlich im Herbst 1975 die Ausschreibung für die Erd-, Maurer- und Betonarbeiten erfolgen. Dies geschah, nachdem im Juli 1975 die zu diesem Schulzentrum gehörende Schulsportaußenanlage ausgeschrieben und anschließend vergeben worden war. Das Schulzentrum besteht aus einer dreizügigen Realschule, einem dreizügigen Gymnasium, einer pädagogischen Aula, zwei jeweils dreiteilbaren Sporthallen, von denen eine mit einer Tribüne versehen ist, einem Hallenschwimmbad und einer Schulsportaußenanlage. Dieses Zentrum ist das größte Einzel-bauvorhaben, das bisher von der Stadt Königswinter errichtet wurde.
Die genannten Hochbauten werden nach den Kostenvoranschlägen den Betrag von rd. 35,5 Millionen DM erfordern. Die Schulsportaußenanlage ist mit rd. 2,8. Millionen DM veranschlagt. Zu diesen Kosten müssen die Werte der Grundstücke mit etwa 2,9 Millionen DM hinzugerechnet werden. Die Gesamtkosten für das Schulzentrum und die Schulsportaußenanlage belaufen sich damit auf 41,2 Millionen DM. Etwa die Hälfte dieser Kosten entfällt auf das Gymnasium, dessen Finanzierung allein vom Land getragen wird. Für die Stadt bleibt aber immerhin noch ein stattlicher Betrag, der die Haushalts- und Finanzlage der Stadt arg strapaziert. Die Planung und Bauleitung liegen in der Hand des Architekturbüros Dr. Arne Straßberger & Großheim. Mit der örtlichen Bauleitung wurde Karl-Heinz Görres beauftragt und betraut. Stadtdirektor Schmitz sprach die Hoffnung aus, dass der Bauablauf in jedem Falle besser und reibungsloser verlaufen möge als die Zeit der Planung und Bauvorbereitung in den Jahren 1969 bis 1975, damit die Schulen möglichst bald aus der Unruhe des Provisoriums und der Einschränkung, die die behelfs-mäßige Unterbringung mit sich bringe, herauskommen. Uber die weiteren Reden und Begebenheiten zur Grundsteinlegung berichten wir in der nächsten Ausgabe. gst."
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