Delegation aus Cleethorpes in Königswinter

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1973

Delegation aus Cleethorpes in Königswinter

Drei Tage lang weilte vor nun genau einer Woche eine fünfköpfige Delegation aus der englischen Stadt Cleethorpes in den Mauern Königswinters. Es war bereits ein Gegenbesuch, denn erst kürzlich waren einige Königswinterer Ratsmitglieder mit Bürgermeister Günter Hank an der Spitze in England gewesen, um erste „partnerschaftliche" Bande zu den Cleethorpern zu knüpfen. Und so freundlich, wie man die Abordnung aus der Siebengebirgsstadt in England aufgenommen hatte, so bemühte man sich hier um das Wohlergehen der Gäste aus Albion. Am Mittwoch vergangener Woche holte man die Engländer vom Flughafen Köln/Bonn ab. Nach einem Mittagessen im Rheinhotel und der Begrüßung durch Bürgermeister Hank unternahm man einen Ausflug zum Drachenfels und besichtigte die Drachenburg. Am Abend gab es einen Empfang für die Gäste im Oberpleiser Rathaussaal. Bürgermeister Hank hielt seine Begrüßungsrede in fließendem Englisch. Er erinnerte an den Besuch der Königswinterer in England und an die freundliche Aufnahme dort und meinte, er hoffe, daß es nicht beim Besuch der kleinen Delegation aus Cleethorpes in Königswinter bleibe, sondern daß auch die Bevölkerung der beiden Städte für einen echten Partnerschaftsaustausch sorge. Er freue sich darüber, daß es mit Cleethorpes zu einer Partnerschaft komme und hoffe, sagte Hank, daß die Engländer in Königswinter einen angenehmen Aufenthalt haben würden.

Da Hank sich in seiner Ansprache an den neben ihm stehenden englischen Stadtdirektor gewandt hatte, antwortete dieser humorvoll, der zuständige Mann sei der ebenfalls anwesende stellvertretende Bürgermeister von Cleethorpes. Er selbst sei erstens nur noch bis April nächsten Jahres gewählt, dann laufe seine Amtszeit ab, und wenn er zweitens zuviel sage, dann könne er schon gleich seinen Hut nehmen. Der stellvertretende Bürgermeister von Cleethorpes (der erste Bürgermeister war aus unbekannten Gründen nicht mitgekommen) sagte, zwei Weltkriege hätten bei beiden Völkern viele Opfer gefordert. Er hoffe und wünsche, daß es nie wieder zu einem Krieg zwischen Engländern und Deutschen kommen möge. Auch er meinte, es dürfe nicht beim Besuch offizieller Vertreter der beiden Städte bleiben, sondern die Bevölkerung sowohl von Cleethorpes wie von Königswinter solle dafür sorgen, daß es auch zu einer echten Partnerschaft komme. Bei Sekt und einem kalten Büffet hatten die Gäste aus Cleethorpes und die Vertreter von Königswinter Gelegenheit, einander näherzukommen. Das Ittenbacher Bläserkorps gab mit schmissiger Musik einen kurzen Einstand zu Ehren der Gäste.

Am zweiten Tag ihres Aufenthaltes in Königswinter hörten die Gäste aus England in einem Kurzvortrag im Königswinterer Rathaus Wissenswertes über die Siebengebirgsstadt. Anschließend zeigte man den Cleethorpern Königswinter. Der vorgesehene Spaziergang auf der Rheinpromenade wurde durch den Regen beeinträchtigt. Ein weiteres Ziel war das Königswinterer Schulzentrum und dort natürlich die neue Aula. Nach einem Mittagessen führte man die Gäste zu einer zünftigen Weinprobe. Ein Besuch der Chorruine Heisterbach stand ebenso auf dem ausgedehnten Programm wie ein Ausflug auf den Weilberg, der Besuch des Versuchsgutes Frankenforst und der Reitsportanlagen in Rübhausen. Am dritten Besuchstag unternahm man eine Bootsfahrt auf dem Rhein und besichtigte das Bundeshaus in Bonn. Nach einem herzlichen Abschied und der Versicherung, sich bald hier oder in England wiederzutreffen, flogen die Engländer wieder zurück.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 42 vom 19.10.1973; Foto: Günther Steeg; Bericht: Wilhelm Scheffen
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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