Aufnahme: 1969
Viele Gratulanten kamen zum 61. Geburtstag von Georg Aretz
Schier endlos war die Zahl der Gratulanten, die dem Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes Thomasberg und Bürgermeister a. D. Georg Aretz, ihre Glückwünsche zum 61. Geburtstag aussprachen. Fast 100 Vertreter zahlreicher Behörden, Körperschaften und Vereine waren zum Empfang erschienen, den der Wasserbeschaffungsverband zu Ehren ihres Vorstehers im „Tannenhof" veranstaltete.
Den Reigen der Gratulanten eröffnete Amtmann Nagel, der im Wasserbeschaffungsverband stellvertretender Vorsteher ist. Nagel leitete auch die Gratulationscour.
Amtmann Nagel würdigte die Tätigkeit von Georg Aretz und seine Verdienste für den Wasserbeschaffungsverband, den er 1950, also vor fast 20 Jahren, aus dem Wasserleitungsverein Kuxenberg und Umgebung gegründet hat. Aretz habe, so sagte Nagel, dafür gesorgt, daß die Wasserversorgung im Thomasberger und im Oberpleiser Raum nicht zusammengebrochen ist und daß die Bevölkerung mit gutem Trink- und Brauchwasser versorgt werden konnte. „Er ist mit viel Elan an die Aufgaben, die er sich gestellt hat, herangegangen und hat sie auch alle gemeistert. Georg Aretz wurde", so betonte Nagel in seiner Glückwunschansprache weiter, auf der konstituierenden Versammlung gewählt und immer wieder bis auf den heutigen Tag in seinem Amte bestätigt. Bisher wurden 11 Bauabschnitte mit einem Kostenaufwand von über 5 Millionen DM durchgeführt. In einem 12. Bauabschnitt wird zur Zeit, mit einem Kostenaufwand von DM 400 000, der Hochbehälter Kleiner Ölberg gebaut. Er besitzt ein Fassungsvermögen von 1000 cbm. Dadurch kann die Bevölkerung, die Industrie, das Gewerbe und die Landwirtschaft mit einer einwandfreien Wasserversorgung versorgt werden.
1953 baute der Wasserbeschaffungsverband eine Anlage zur eigenen Wassergewinnung mit·einer Tagesleistung von 1200 cbm. Das Hauptversorgungsnetz betreut ein Gebiet von 243 Kilometern. In diesem Gebiet wohnen 17200 Menschen, die mit Wasser versorgt werden müssen. Außerdem leben in diesem Raum rd. 2 800 Stück Großvieh. Der Wasserbeschaffungsverband beschäftigt 15 Bedienstete. Mit diesen 12 Bauabschnitten ist noch kein Abschluß vorgesehen. Weitere Baumaßnahmen sind geplant.
Dem Glückwunsch von Amtmann Nagel schloß sich Bürgermeister Horn aus Stieldorf für die Gemeinde Stieldort und als Vorsteher des Verbandsausschusses des Wasserbeschaffungsverbandes an. Horn überreichte dem Geburtstagskind einen hölzernen Kerzenständer mit einer Kerze.
Die Glückwünsche der Aufsichtsbehörde des Siegkreises übermittelte Oberkreisdirektor Kieras, der trotz der Raumordnungsdebatten zur Gratulation erschienen war. In humoristischer Form gab er ein Lebensbild des Jubilars. „Aus dem Nichts·hat er vor
19 Jahren die Problematik erkannt und mit dem Wasser das Nötigste für die Bevölkerung geschaffen."
Bürgermeister Weber betonte in seiner Ansprache: „Aretz hat ein Werk vollbracht, welches Anerkennung gefunden hat. Es war keine leichte und angenehme Aufgabe, die er mit dem rechten Griff gemeistert hat. Er hat dadurch der Gemeinde eine große Aufgabe abgenommen."
Die Grüße und Glückwünsche des Siegkreises überbrachte der stellvertretende Landrat Müller, der die gemeinsamen Stunden mit Georg Aretz in Freud und Leid schilderte.
Weitere Redner waren Oberamtmann Marx vom Wasserwirtschaftsamt Bonn und Obermedizinalrat Kaiser vom Siegkreis. Sie betonten die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Jubilar.
Ein Vertreter des Siedlungsverbandes des VdK sagte in seiner Ansprache, daß im hiesigen Raume durch die Initiative von Georg Aretz mehr als 4 000 Wohnungen für kinderreiche Familien gebaut worden seien, davon allein weit mehr als 100 in Oberpleis. Die zweite Siedlung, die die Gesellschaft überhaupt errichtete, war in Oberpleis. „Es war das Verdienst von Georg Aretz."
Vorstandsmitglied Schild vom VdK: "Georg Aretz hat seine Kraft stets für das Allgemeinwohl eingesetzt."
Nach der Glückwunschrede von Herrn Hötter vom Wahnbachtalsperrenverband sagte Forstassessor Schoo, daß Herr Aretz ein Mann der „3 W's" sei - „Wasser, Wald und Wohnungsbau."
Amtmann Nagel verlas zahlreiche Glückwunschschreiben von Behörden und Vereinigungen, die infolge Zeitmangels keinen Vertreter entsenden konnten, so u. a. von Kreisbaudirektor Maertens vom Siegkreis, von Amtsdirektor Hilger aus Oberkassel, vom Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Bonn, Tramm, und von Regierungsbaudirektor Stadelmann.
Amtsdirektor Meurer schilderte in seiner Ansprache das Wirken von Georg Aretz. Nachstehend die wichtigsten Auszüge aus seiner Rede: „Den älteren Beamten und Angestellten vom Oberpleiser Rathaus sind Sie kein Unbekannter. In den Jahren 1935 bis 1940 standen Sie als Amtsbürgermeister an der Spitze unserer Verwaltung und waren unser Dienstvorgesetzter. Sie wurden als junger Mensch von 26 Jahren bei uns eingeführt und hatten jugendlichen Elan. Wenn er auch Schwerkriegsbeschädigter ist und an den Folgen eines Dienstunfalles zeitlebens zu tragen hat, so ist Herr Aretz ein aktiver, dem öffentlichen Wohle zugeneigter Mensch geblieben, der nicht hinter dem Ofen zu vegetieren vermochte. Zunächst übernahm er nach dem Kriege die Ortsleitung des VdK und vertrat die Belange der zahlreichen Kriegsbeschädigten, Kriegerwitwen und Waisen in unserem Bezirk. Dann übernahm er den Wasserbeschaffungsverband. Man kann sagen, daß es ihm allein zuzuschreiben ist, daß wir eine einheitliche Wasserversorgung in den Gemeinden Oberpleis, Stieldorf und Heisterbacherrott haben. Was er vielleicht am Anfang seiner Laufbahn als Amtsbürgermeister versäumt hat, die Gemeinden Oberpleis und Stieldorf zusammenzuschließen, das hat er auf dem Sektor Wasserwirtschaft als „Wassermann" mehr als gut gemacht. Es fehlt nur noch Ittenbach, dann kochen alle vier Berggemeinden dasselbe Kaffeewasser. Damit dürfte er ein Vorkämpfer der kommunalen Neuordnung hinter den sieben Bergen geworden sein. Dafür gebührt ihm der Dank und die Anerkennung der Gemeinden. Herr Aretz war aber nicht nur unser „Wassermann", auch auf dem Wohnungsbausektor hat er für die Gemeinden des Amtes Oberpleis Hervorragendes geleistet."
Das Schlußwort sprach das Geburtstagskind selber. „Ich habe nur Arbeit und Pflichterfüllung gekannt. Diesen heutigen Ehrentag betrachte ich als eine Anerkennung für viele harte Jahre. Auch weiterhin will ich nur der Gemeinschaft dienen."
Am Abend stellten sich noch einige Ortsvereine als Gratulanten ein. St.
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