Aufnahme: 1966
Amtsdirektor Peter Meurer 40 Jahre im Dienst
"Am kommenden Dienstag, dem 15. Februar 1966, kann Amtsdirektor Peter Meurer aus Oberpleis auf eine 40 jährige Tätigkeit in der Kommunalverwaltung zurückblicken. Der 55jährige Amtsdirektor, der sich vom Verwaltungslehrling bis zum Verwaltungschef emporgearbeitet hat, erfreut sich in der Bevölkerung größter Beliebtheit. Er wurde am 15. Februar 1926 als Verwaltungslehrling bei der Amtsverwaltung in Oberpleis eingestellt. Nach dreijähriger Lehrzeit durchwanderte er als Verwaltungsangestellter sämtliche Abteilungen des Amtes. Seine 1. Verwaltungsprüfung legte er am 29. Oktober 1934 und seine zweite am 5. April 1940 ab. Dann kam der 2. Weltkrieg. Peter Meurer war vom 24. Juli 1942 bis zum 6. 10. 1945 in Kriegsdienst und Gefangenschaft.
Am 1. November 1945 begann er wieder seine Tätigkeit als Verwaltungsangestellter auf dem Amte in Oberpleis. Mit dem 1. Juni 1947 wurde er zum Leiter der Hauptabteilung und zum stellvertretenden Amtsdirektor ernannt. Am 1. Juni 1949 wurde er Amtsinspektor und 3 Jahre später am 1. Oktober 1952 Amtsoberinspektor. Zum Amtmann wurde Peter Meurer am 19. Mai 1960 befördert, und am 17. Oktober 1964 wurde er Amtsdirektor. Zwischen diesen nüchternen Zahlen liegen 4 Jahrzehnte, 40 lange Jahre voller Arbeit, Sorgen und Probleme. Der Jubilar hat sich nicht auf Lorbeeren ausgeruht, sondern intensiv an seiner Weiterbildung und seinem beruflichen Vorwärtskommen gearbeitet. Den Lohn für diese oft sehr schweren Jahre erhielt Peter Meurer dadurch, dass man ihn zum Amtsdirektor, zum Chef der Verwaltung, wählte.
Auf irgendein Erlebnis oder Anekdötchen aus seiner langen Amtszeit angesprochen, erzählte uns der Jubilar eine lustige Begebenheit aus seiner Lehrzeit: Peter und Paul, diese beiden männlichen Vornamen seien schon seit eh und je auf der Amtsverwaltung vorherrschend gewesen. Zu seiner Lehrzeit habe fast in jeder Abteilung mindestens ein Herr dieses Vornamens gesessen. Nicht verwunderlich, dass es an diesem Namenstag, dem 29. Juni eines jeden Jahres, in der Amtsverwaltung recht lustig zuging. An einem solchen Peter- und Paulstag hatte man nun dem Lehrling Peter Meurer als angehendem Verwaltungsangestellten (er war im letzten Lehrjahr und stand kurz vor seiner Prüfung) erlaubt, an den erheiternden Flüssigkeiten zu nippen.
Der etwas angeheiterte Lehrling schwang sich mit hereinbrechender Dunkelheit auf sein Fahrrad und radelte heimwärts. Nun ist an für sich das Radfahren keine besondere Kunst jedoch in diesem Falle schon. Erstens war das Fahrrad unbeleuchtet, und zweitens schwankte und schaukelte der Radfahrer auf seltsame Weise von einer Straßenseite zur anderen. Aber dem nicht genug, aus der entgegengesetzten Richtung nähert sich ein Motorradfahrer. Und der Clou des Ganzen: Das Motorrad war auch unbeleuchtet. So kam, was kommen musste, ein fürchterlicher Knall, ein Schrei, und unser Lehrling Peter Meurer saust wie ein Geschoss eine hohe Böschung hinab und landet im Stacheldraht einer Kuhweide. Oben auf der Straße rappelt sich inzwischen der Motorradfahrer aus dem Straßengraben auf und flucht und brüllt jämmerlich.
Als Peter Meurer mit zerrissenen Kleidern und blutigem Kopf schließlich oben anlangt, bekommt er einen gewaltigen Schrecken. Der Motorradfahrer, der immer noch fürchterlich stöhnt, ist kein geringerer als der hiesige Dorfpolizist. 'Es hat dann aber doch kein Nachspiel mehr gegeben', sagte Amtsdirektor Peter Meurer, 'der Polizist war froh, dass ich meinen Mund hielt, da das Motorrad um diese Zeit abgeschlossen in der Amtsverwaltung zu stehen hatte und zweitens unbeleuchtet warm, und ich war natürlich froh, dass er nichts sagte, um nicht unnötig bei meinen Vorgesetzten aufzufallen'.
Der Amtsdirektor hat neben dem Wandern und seiner Naturverbundenheit ein großes Hobby: die Musik. Er wirkt als Bratscher im Streichquartett und im Collegium musicum mit."
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