Aufnahme: 1987 (Bericht)
1923 - Die Separatisten kommen
Die Ereignisse von damals aus der Sicht der „Oberhauer"
Zusammengestellt von Karl-Hermann Uhlenbroch
3. Teil
Die Nachricht vom Tode Peter Staffels verbreitete sich überall wie ein Lauffeuer. Die Schutzmaßnahmen wurden überall verstärkt. Daß man gut daran getan hatte, bestätigte sich schon am nächsten Tag, dem 16. November 1923, einem Freitag. Die Separatisten zogen in zahlreichen Trupps von Honnef kommend gegen Aegdienberg vor. In blutigen Kämpfen gelang es den Männern des Selbstschutzes aus dem ganzen hiesigen Raum, den Separatisten den Todesstoß zu versetzen. 14 Getötete wurden noch am gleichen Tage auf dem Aegidienberger Friedhof in einem Massengrab beerdigt. Die Gefangenen wurden ins unbesetzte Gebiet, Richtung Altenkirchen, abgeschoben. Das war das Ende der sogenannten Rheinischen Republik in unserem Gebiet. Nachdem im Raum Wittlich in der Eifel vom 19. bis 21. November etwa 100 Separatisten erschlagen wurden und auch die Besatzungsmächte sich zwischenzeitlich von den „Sonderbündlern" distanziert hatten, löste sich die Bewegung von selbst auf. In der Pfalz dauert es noch bis Februar 1924. Hier verweigerte der damalige Bischof von Speyer den erschossenen Separatistenführern eine kirchliche Beerdigung. In Aegidienberg erhielt die neu erbaute Schule den Namen des gefallenen Theodor Weinz.
Die angebrachte Gedenktafel trägt die Inschrift „Einigkeit und Treue".Auf dem Gedenkstein für Peter Staffel auf dem Eudenbacher Friedhof steht „0, liebe Eltern, weinet nicht, daß ich so früh von Euch gegangen.- Bin nur vorangeeilt Euch dort zu empfangen". In der Sendung „Rückblende" brachte das 3. Programm des Westdeutschen Fernsehens am 5. November 1983 einen Bericht über die Separatistenkämpfe im Siebengebirge. Als Kulisse dieses Berichtes diente das im Jahre 1935 geschaffene Ehrenmal in Hövel, dessen neue Schrifttafel am 16. Juli1983 eingeweiht wurde. Ein paar Verse eines Gedichtes von Konrad Brasse! aus einer Broschüre von Phil. Küpper, etwa aus dem Jahre 1937, machen die Erleichterung über das Ende der Separatisten deutlich.
Ganz still ist es wieder in unseren Dörfern.
Der Sturmglocke Ruf ist verhallt.
Frei von verstecktem Raubgesindel
sind wieder Feld und Wald.
Zwei unsrer Besten waren der Preis,
um den wir die Heimat gehalten.
Den Kindern und Enkeln urdeutschen Geschlechts,
getreu dem Vorbild der Alten.
Zwei Helden fielen fürs Vaterland.
Sie wollten nicht Geld und Ruhm.
Was ihnen drückte das Schwert in die Hand
war echtes Heldentum.
Sie kannten nicht Zank und Haß der Partei.
Was ihnen brachte den Tod.
Sie waren der Heimat Aegidienberg treu.
Sie zu Ehren ist uns Gebot.
Bei der Einweihung des Kriegerehrenmals neben der Oberpleiser St. Pankratiuskirche wurde von einer Eudenbacher Schülerin ein Gedicht vorgetragen, was heute nur noch in der Erinnerung existiert. Die damalige Schülerin, heute Frau Christine Graf (geb. Kirschbaum) hat es nicht vergessen.
Fern im Osten, da gähnt ein Grab,
da senkt man zu tausend die Toten hinab. für uns!
Im Westen, da ragt manch Kreuz schlicht und klein,
da liegen sie stumm in langen Reih 'n für uns!
Und wo im Winde rauscht das Meer,
da gaben sie freudig ihr Leben her für uns!
Und wir, wir können nur weinen und beten für sie!
Die da liegen, so blutig zerschlagen für uns!
Denn es gibt kein Wort, für das Opfer zu danken
und keinen Dank für die, die da sanken für uns!
Dies Denkmal aber, das heut wir weihen,
soll leuchten ewig klar für sie!
Und diesen Kranz, den wirjetzt legen, soll zeigen,
Lieben immerdar für sie!
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