Aufnahme: 1943
Nachrichten für die Truppe 1943
Vorderseite des Flugblattes der Aliierten aus dem 2. Weltkrieg;
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Zur militärischen Situation 1943
Während des zweiten Weltkrieges wurden von alliierten Flugzeugen über Deutschland Flugblätter abgeworfen. Da in allen vom Deutschen Reich kontrollierten Gebieten Europas strengste Zensur herrschte (Es konnten nur Texte und Bilder veröffentlicht werden, die in das von der Parteiführung der NSDAP gewünschte Bild der Lage passten), erhielt die Bevölkerung auf diese Weise Informationen, die sonst kaum zu bekommen waren. Die Nachrichten waren glaubhaft, weil man sie selbst teilweise (z.B. die Angaben über die Luftangriffe) überprüfen konnte. Diese “feindliche Propaganda“ sollte von möglichst wenigen Menschen gelesen werden, deshalb mussten Schulkinder die Flugblätter sammeln und abgeben.
"Die in dieser Serie gezeigten Flugblätter wurden im Laufe des Krieges von Franz Hermes in der Umgebung von Ruttscheid aufgehoben".
Das hier vorliegende Flugblatt stammt aus einer Zeit, in der auch viele führertreue Deutsche am Endsieg zu zweifeln begannen. Bis Mitte des Jahres 1942 wurden Niederlagen oder große Verluste, wie z.B. Luftschlacht über England 1940 oder Untergang des Schlachtschiffes Bismarck 1941, durch große Siege vor allem im Osten überdeckt. Noch 1942 dringen deutsche Truppen weit nach Osten vor und erreichen im Herbst die Wolga bei Stalingrad. Aber schon wenig später, Ende November, wird dort die deutsche 6. Armee mit ihren rumänischen Verbündeten (insgesamt 330000 Mann) von sowjetischen Truppen eingekesselt.
In der Neujahrsansprache 1943 verspricht Hitler: „Die sechste Armee hat mein Wort, dass alles geschieht, um sie herauszuholen.“ Drei Wochen später verlangt Generaloberst Paulus, der Befehlshaber in Stalingrad, die Erlaubnis zur Kapitulation. „Die Truppe ist ohne Munition und Verpflegung .... 18000 Verwundete ohne Verbandszeug und Medikamente ...weitere Verteidigung sinnlos...“ Die Antwort lautet: „Verbiete Kapitulation. Die Armee hält ihre Position bis zum letzten Mann.“ Am 2. Februar kapitulieren die letzten deutschen, italienischen und rumänischen Truppen. Damit ist die Schlacht um Stalingrad zu Ende.
Die Diskrepanz zwischen den Worten in der Neujahrsansprache und dem Ergebnis nur einen Monat später wurde für die Führung zu einem Problem. Erkannte Hitler die Realität der militärischen Lage nicht?
In der ersten Hälfte des Jahres 1943 befinden sich die deutschen Truppen überall auf dem Rückzug. Im Juli landen die Alliierten auf Sizilien, und in Italien wird Hitlers Verbündeter Benito Mussolini entmachtet und verhaftet. Die Bevölkerung verspürt die veränderte Situation vor allem durch die Zunahme der Luftangriffe.
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