Aufnahme: 1917
"Hier starb ein tapfrer deutscher Held den Tod für s Vaterland"
"Bei Nacht beschoss der Russe die kahle Kuppe öfters mit Minen. Das Aufziehen und Verlassen der Feldwache 12 ging immer bei Dunkelheit und über Deckung, weil der Graben meistens voll Wasser stand. Am 2. März schoss unser Kampfflieger einen feindlichen Flieger ab, er ging brummend hinter der russischen Front nieder.
Es war auch immer noch sehr kalt, und der Schnee lag hoch, wir litten alle mehr oder weniger unter den Witterungsverhältnissen.
Am 7. März machte ich bei der Bagage wieder Kränze für die Gefallenen unserer Kompanie. Der Regimentsfriedhof am Wegedreieck wurde geschlossen, und auf dem neuen Friedhof hinter der Stellung des III. Bataillons waren auch schon die ersten Gräber. Über der Eingangspforte standen die Worte:
'Sei getreu bis in den Tod, und ich will dir die Krone des Lebens geben!'
Es ragt ein Kreuz im Feld,
kein Nam‘ ist drauf genannt.
Ein Halm nur krönt das Marterholz.
Zwei welke Rosen flüstern stolz:
Steh still vor dieser kleinen Welt!
Hier starb ein tapfrer deutscher Held
den Tod für’s Vaterland.
Kein Marmorprunk, kein golden Mal,
ein schlichter Tannenbaum.
Darüber wehen Wolken weit
wie Fahnen in die Ewigkeit.
Der Sturm braust seinen Grabchoral
dem Schläfer in den Traum.
Doch wenn der Mond den Halm umspinnt
mit Strahlen weich und sacht,
dann bleibt ein Stern am Himmel stehn,
zu dem die Heimat aufgesehn
in treuer Sorge um ihr Kind
so manche, manche Nacht.
Es ragt ein Kreuz im Feld,
kein Nam‘ ist drauf genannt,
doch ew’ger Ruhm umrauscht das Holz.
Zwei frische Rosen flüstern stolz:
O steh vor dieser kleinen Welt!
Hier starb ein tapfrer deutscher Held
den Tod für’s Vaterland."
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