Aufnahme: 1917
Unvergessen
Stille Helden
Tausende starben ohne Ruhm
schlichtes, heiliges Heldentum.
Tausende liegen in Not und Kot
fieberschauernd beim Morgenrot.
Tausende haben in schweren Tagen
Mühe und Not ohne Murren getragen.
Nicht, die mit Orden und Ehrenband
heimkehren einst ins Vaterland, ehret allein.
Tausende kämpften ohne Ruhm
schlichtes, heiliges Heldentum.
* * *
Du mein bester Kamerad
Gesten traf’s, das tückische Blei,
riss dein junges Herz entzwei,
warst voll Lust und Stolz Soldat:
du, mein bester Kamerad.
Nordwind fegt die Scholle blank,
die dein heißes Herzblut trank,
drein ich dich gebettet hab,
ruhst nun aus im kühlen Grab.
Grub dir’s tief, in Stein und Sand,
tief in unserer Feinde Land.
Heimat! klang dein letzter Ruf,
den die Fiebersehnsucht schuf.
Deckt dich schon der fremde Grund,
Heimat ward er dir zur Stund.
Hütet sorglich dein Gebein,
soll drum mir auch Heimat sein.
Eilend weiße Wolken gehn,
die die ferne Heimat sehn,
bringen dir mit flüchtgem Fuß
deiner Lieben letzten Gruß.
Knüpfen uns das Brückenband
zu dem heilgen Vaterland.
Nur der über Wolken thront,
weiß, ob mich die Kugel schont.
Kehr ich einstens heil zurück,
atme ich des Friedens Glück,
zieh ich oft den Wolkenpfad
dir zu, lieber Kamerad.
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