Abgebildete Personen
Aufnahme: 1914
Freunde in der Garnison Koblenz
Jugend- und Schulerinnerungen, erzählt von Johann Bennerscheid
20. Teil
Im März diesen Jahres sind es 27 Jahre geworden, seit wir von Kriegsnot und Naziterror erlöst wurden. Wohl ein Drittel der heute in der Bundesrepublik lebenden Menschen haben diese traurige Zeit nicht erlebt. Sie haben auch die Hungersnot nicht erlebt, die nach dem verlorenen Krieg über uns hereinbrach. Sie haben auch nicht erlebt, wie die hungernde Stadtbevölkerung in Massen auf das Land zog, in der Hoffnung, dort etwas Essbares zu bekommen, denn bei ihnen zu Hause war der Hunger groß. Was diese armen Menschen eben noch entbehren konnten, oft genug das letzte Stück ihrer Aussteuer, wurde gegen Lebensmittel eingetauscht. Einerseits hat sich in jener Zeit manch hartherziger Bauer an diesen armen Leuten schwer versündigt, andererseits darf aber auch gesagt werden, dass von vielen Bauern manches Beispiel von Hilfsbereitschaft konstatiert wurde.
Wie gesagt, hat die jüngere Generation diese Notzeit nicht erlebt und bei den älteren Zeitgenossen ist diese Notzeit nur noch verschwommen in ihrem Gedächtnis, wozu wohl auch der nach der Hungersnot ausgebrochene Wohlstand beigetragen hat. Es liegt wohl in der Natur des Menschen, dass die schlechte Zeit schnell vergessen wird, sobald es ihm besser geht. Mit diesen Zeilen will ich die Ereignisse der damaligen Zeit, soweit sie in meinem Gedächtnis haften geblieben sind, der Nachwelt überliefern. In mehreren Folgen werde ich über die Dinge, wie sie sich in der engeren Heimat zugetragen haben, berichten, so zum Beispiel, wie sich Abt Ildefons vom Michaelsberg in Siegburg bei Eisbach einen bombensicheren Stollen graben wollte. Der Herr Abt wurde von den Nazis vom Michaelsberg verjagt; er wohnte in dieser Zeit in der Burg Niederbach in Oberpleis. Der Herr Abt ist vor einiger Zeit gestorben, aber der Stollen, an dem er mit großem Fleiß gegraben hat, ist heute noch deutlich sichtbar.
Meine Kriegsausbildung 1914/18
Zuerst will ich aber für die älteren Leser noch einige Erinnerungen aus dem Ersten Weltkrieg wachrufen, den ich von Anfang bis Ende mitmachen musste. Am 15. August 1914 bin ich eingezogen und am 22. November 1918 wieder entlassen worden. Ich war nicht ehrgeizig, ich habe es noch nicht einmal bis zum Gefreiten gebracht. Ich habe nicht mehr getan, wie ich unbedingt musste und dieses noch nicht einmal gerne. Beim Antreten verdrückte ich mich immer ins zweite Glied, es geschah aus reiner Nächstenliebe; ich wollte hinter mir stehenden Soldaten nicht die Aussicht verderben. Der liebe „Söntgens Petter" (Peter Schug) war auch in meiner Compagnie. Vom vielen Arbeiten hatte „Petter" vorne und hinten einen „Ausbau". Wenn es dann beim „Richt euch" vorne klappte, vermasselte der „Petter" die ganze Hinteransicht. Der Feldwebel verbannte deshalb den „Petter" für dauernd ins zweite Glied, wo wir uns dann gegenseitig trösteten. Ich war damals beim ersten Ersatz, der eingezogen wurde. Unsere Ausbildung, vom 15. August bis 1. November 1914, war denkbar kurz.
Sie war aber auch danach, denn als ich ins Feld kam, hatte ich erst zweimal auf dem Schießstand scharf geschossen. Immer wieder wurde uns gesagt, es wäre Eile notwendig, denn „da vorne" würden wir dringend gebraucht. Es ahnte damals ja keiner, dass der Krieg „da vorne" noch jahrelang dauern würde. Unsere Ausbildung bestand zum größten Teil aus Gruppenbewegungen und Ehrenbezeigungen vor dem Vorgesetzten. Auf Letzteres wurde großes Gewicht gelegt und es wurde auch entsprechend geübt: Den Vorgesetzten stramm angesehen, 6 Schritte vorher: Zack die Hand an die Kopfbedeckung, 3 Schritte weiter: Zack, die Hand wieder herunter. Dieses wurde bis zum Umfallen geübt. Hier ein Beispiel, wie sich der übertriebene Gruß-Kult auswirken konnte. Während meiner Ausbildungszeit hatte ich Sonntagsurlaub eingereicht, von Samstagmittag 13 Uhr, bis Sonntagabend 22 Uhr.
Ich wollte nach Hause fahren. Zwölf Uhr war Antreten vor der Schreibstube zum Empfang der Urlaubspässe. Trotzdem die Pässe schon stundenlang vorher vom Hauptmann unterschrieben waren, war es ein Hobby von unserem Feldwebel, die Austeilung möglichst lange hinauszudehnen; es gehörte zur internen Quälerei innerhalb der Kaserne. Es war bereits 13 Uhr, als sich der Spieß endlich bequemte, die Urlaubspässe auszugeben. 13.30 Uhr fuhr mein Zug von Ehrenbreitstein und ich brauchte 20 Minuten, um von der Rheinanschlusskaserne im Eilschritt zum Bahnhof zu kommen, dabei herrschte ein starker Schneeturm.
Ich musste den Kopf schiefhalten, um überhaupt etwas sehen zu können. Kurz vor dem Bahnhof Ehrenbreitstein ereilte mich das Schicksal, denn plötzlich ertönte ein scharfes „Halt". Als ich aufblickte, stand ein blutjunger Unteroffizier vor mir, der mich anbrüllte: „Können Sie nicht grüßen?" Ich sagte, er möge entschuldigen, aber durch das dichte Schneegestöber hätte ich ihn nicht bemerkt. Es half nichts, ich musste zurück: Marsch, marsch. Ich grüßte dann vorschriftsmäßig, soweit dies in dem Schneesturm überhaupt möglich war, aber dem Herrn Vorgesetzten war es nicht gut genug. „Nochmal zurück", brüllte er, aber in dem Moment riss ihm der Sturm den Hut vom Kopf und rollte vor ihm her.
Ein freundlicher Zivilist, der der Sache zugesehen hatte, gab der Mütze noch einen Tritt, damit sie gehörig in Schwung kam. Der Unteroffizier verschwand im Schneegestöber, um seine Mütze einzuholen und ich verschwand in der Bahnhofshalle. Als ich am Schalter meine Fahrkarte löste, hörte ich den Zug einfahren. Ich rief alle 14 Nothelfer an, aber als ich auf den Bahnsteig kam, erblickte ich gerade noch den letzten Wagen des abfahrenden Zuges und ich musste drei Stunden mit der Fahrkarte in der Tasche auf den nächsten Zug warten.
Als ich dann nach Niederdollendorf kam, war der letzte Zug der Heisterbacher Talbahn weg und ich musste in dem Schneegestöber bis Oberpleis zu Fuß laufen. Ich habe damals einen grässlichen Schwur getan, niemals Unteroffizier zu werden und wenn ich zehn Jahre Soldat hätte bleiben müssen. Den Schwur habe ich gehalten, trotzdem ich im weiteren Verlauf meiner Dienstzeit zweimal Gelegenheit hatte Unteroffizier zu werden, beileibe nicht durch Tapferkeit, aber davon später. Wir sind noch drei Wochen in unseren Zivilkleidern ausgebildet worden, anscheinend waren nicht genügend Uniformen vorhanden. In Zivil haben wir sogar eine Kaiserparade mitgemacht. Auf dem großen Exerzierplatz der Karthause war die Garnison Koblenz in einem großen Viereck angetreten.
Der Kaiser, hoch zu Ross, ritt mit seinem großen Gefolge an uns vorbei. Als er uns Vaterlandsverteidiger in Zivil erblickte, stutzte er und hielt sein Pferd an. Der Kaiser fragte dann, wo wir herkämen und ein Mann im ersten Glied rief: „Aus Bonn, Majestät." „So, aus Bonn kommt ihr?", sagte der Kaiser. „Ist denn einer bei Euch, der mich in Bonn als Student mal besoffen gesehen hat?" (Bekanntlich hatte der Kaiser an der Universität in Bonn verschiedene Semester studiert und gekneipt). Es war wirklich eine welterschütternde Frage aus Kaiserlichem Munde, das Gefolge lachte pflichtschuldigst und die Kolonne ritt weiter. Ein zweitesmal habe ich den Kaiser in Ehrenbreitstein erlebt.
Wir exerzierten auf dem „Pfaffendorfer Plätzchen“, als einige Autos mit dem kaiserlichen Stander anfuhren. Die Kavalkade hielt eine Weile an und stieg ein Adjutant aus, kam auf uns zu und sagte: Seine Majestät hätte geruht, uns einen Moment beim Exerzieren zuzusehen, welches seiner Majestät sehr gefallen hätte. Wir mussten dann dreimal „Hurra“ brüllen und die Herrlichkeit zog weiter.
An der Front
Am Allerseelentag 1914 rückten wir von Koblenz aus, der Front entgegen, nach nur zehnwöchiger Ausbildung. Für kurze Zeit kamen wir in dem lothringischen Dorf Noveant an der Mosel ins Quartier. Wie ich nach dem Krieg erfuhr, wohnte hier ein Herr Klein aus Oberpleis, ein Bruder vom Kohlenhändler Michael Klein. Im Kriege 1870/71 hatte dieser Klein hier ein Mädchen gefunden, welches er nach dem Krieg heiratete und zu ihm nach Noveant zog. Schade, dass ich das damals nicht wusste, sonst hätte ich ihn aufgesucht. Noveant war vor dem Krieg 1870/71 französisch, wurde nach dem Krieg deutsch, um dann nach dem letzten Krieg wieder französisch zu werden.
Von Noveant ging es in den sogenannten Priesterwald, unweit der Stadt Pont a Mousson in Stellung. Auf dem Wege dahin, in einem schmalen Hohlweg kam uns die Kompanie entgegen, die wir vorne ablösen mussten. Sie führte die Toten und Verwundeten mit sich zurück; es war kein schöner Anblick für uns „Frischlinge“. Hier erlebte ich auch eine große Enttäuschung: Unser Hauptmann, ein korpulenter Herr, hielt uns in der Garnison Koblenz öfter Vorträge und Ansprachen, dass wir stolz darauf sein sollten, unser Vaterland verteidigen zu dürfen, auch wenn wir dabei den Heldentod erleiden mussten.
Auf dem Wege in die Stellung mussten wir einen dichten, schönen Buchenwald passieren. In diesem Walde wurden wir von den Franzosen stark beschossen und hier, wo unser Hauptmann seinen Mut hätte beweisen können, war er der erste der Kompanie, die ausschwärmte, um seine dicke Figur hinter einer möglichst dicken Buche in Sicherheit zu bringen: „Der dickste Baum ist für mich“, brüllte er. Wir rückten nachts in die Stellung ein und als es hell wurde, stieg einer von uns Neulingen aus dem Schützengraben, um sich die Gegend etwas anzusehen und dann war es, wie es im Lied heißt: eine Kugel kam geflogen“; für diesen unerfahrenen Soldaten war schon nach wenigen Stunden der Krieg aus.
Als Kurier des Kaisers
Nach einigen Jahren, als ich mein „Soll“ erfüllt hatte, machte sich mein früheres Fußleiden wieder stark bemerkbar, wodurch ich beim besten Willen dem Lauf der Dinge „nicht mehr folgen“ konnte. Nach viermonatigem Aufenthalt im Reservelazarett in St. Wendel wurde ich für „g.v.“ erklärt und kam wieder zurück zum früheren Ersatzbatallion nach Koblenz. Dort wurde ich zuerst zum Roten Kreuz nach Niedermendig abkommandiert. Das Rote Kreuz hatte dort während des Krieges einen Mineralwasserbrunnen gepachtet und ich musste Flaschen abfüllen und hatte in Niedermendig ein schönes Privatquartier.
Als ich wieder zum Ersatz-Batallion nach Koblenz musste, aber noch nicht wieder „k.v.“ war, kam ich dort auf die Batl..-Kammer, wio ich schnell festen Fuß fasste. Der Kammerfeldwebel war aus Bonn und der Batl.-Kurier aus Römglinghoven. Beide hatten zu Hause große Familien und beide, besonders der Kurier, hatten in der Kaserne essbare Sachen zu verwalten. Neben meiner Tätigkeit auf der Kammer, die in fünf großen Räumen untergebracht war und wo über ein Dutzend Mann beschäftigt waren, wurde ich zum Kurier zwischen Koblenz, Bonn und Römglinghoven ernannt, wo ich Lebensmittel hinbringen musste. Es war mir dies anfangs etwas zuwider , aber es war das angenehme dabei, dass ich jedes Mal eine Nacht zu Hause bleiben konnte. Hier war es auch, wo ich Unteroffizier hätte werden können.
Etwa ein Drittel unserer Kammerbelegschaft waren waren Zivildienstverpflichtete. Da der Kammerfeldwebel die meiste Zeit auf seinem Büro beschäftigt war, verfügte der Major, dass bei den Kammerleuten auf ständige Aufsicht sein müsse, die sofort zum Gefreiten befördert würde. Um in etwa meine Kurierdienste zu belohnen, wollte der Kammerfeldwebel mich vorschlagen, wobei er mir in Aussicht stellte, dass ich in absehbarer Zeit zum Unteroffizier aufsteigen würde. Ich dachte aber an meinen Schwur und verzichtete. Dieser Verzicht wurde aber noch durch den Umstand versüßt, dass mir ein jüngerer Streber 50 Mark bot, wenn ich ihn beim Feldwebel vorschlagen würde, was dann auch meinerseits geschah, denn 50 Mark waren damals viel Geld für mich. Ich hatte aber einen feinen Riecher gehabt, denn kaum war der Mann zum Unteroffizier befördert, stellte eine übergeordnete Prüfungskommission fest. Dass dies Geldverschwendung sei. Da der Mann nicht degradiert werden konnte, geriet er in die „k.v.-Maschine“ und war in kurzer Zeit wieder an der Front.
Noch eine weitere Beförderung habe ich ausgeschlagen. Der Lehrer Heinrich Neuhalfen aus Westerhausen war mir aus seiner Tätigkeit in Oberpleis bzw. Sandscheid bekannt. Neuhalfen hatte als etatmäßiger Feldwebel eine Abteilung beim Chorbekleidungsamt in Lützel unter sich. Da ihm bekannt war, dass ich eine gute Handschrift hatte, wollte er mich auf sein Büro holen. Auch er garantierte mir, dass er in absehbarer Zeit meine Beförderung bei seinem Major durchdrücken könne. Der Titel Unteroffizier wirkte auf mich wie ein rotes Tuch und auch hier verzichtete ich.
Auch einen weiteren Umstand möchte ich hier noch bemerken: Im Verlauf des Krieges wurde an vielen Stellen der Zivildienst eingesetzt. Auch auf unserem Batl.-Büro war eine Dame als Schreibhilfe eingesetzt. Dieses „Weib“ stellte mir nach und wollte mich verführen, allerdings nicht so, wie die schlaue Eva den armen Adam im Paradies übertölpelte. Es war damals durchaus möglich, dass ein Soldat nach nachträglich auf Antrag das “Eiserne Kreuz“ erhalten konnte. Bedingung war dabei, dass der Soldat längere Zeit im Felde war und entsprechende Gefechte mitgemacht haben musste. Die genannte Edeldame führte diese Vorschlagliste.
Sie hatte in meinen Personalien festgestellt, dass dies bei mir der Fall war. Ferner hatte sie festgestellt, dass in meinem Militärpass als Beruf Landwirt angegeben war. Diese aber standen in der „hungrigen Zeit“ damals hoch im Kurs. Eines Abends begegnete mir diese Verführerin in einem dunklen Flur und flüsterte mir zu, was es mir an Fettigkeiten wert wäre, wenn sie mich in die vorhin genannte Vorschlagliste hineinschmuggeln würde. Ich habe aber der Dame, die alle Verführungskünste bei mir anwandte, widerstanden. Ein Pfund Butter war mir lieber, als das Eiserne Kreuz.
Freunde in der Kaserne
In der Garnison Koblenz waren damals viele Oberpleiser. Wir trafen uns öfter, wobei auch vorstehendes Gruppenbild zustande kam. Von Freund Adolf Zerres fällt mir noch eine Episode ein. Er wird mir wohl nicht böse sein, wenn ich sie hier erzähle: Eines Abends wollte ich Adolf in seiner Kaserne besuchen. Adolf war damals noch in der Ausbildung und als ich auf seine Stube kam, war hier noch Putz- und Flickstunde unter der Aufsicht des Unteroffiziers. Adolf stand auf einem Schemel, mit einem Messer bewaffnet. Er hatte sträflichen Leichtsinn begangen, an seiner Drillichjacke den obersten Knopf offen zu lassen. Als Strafe musste sich der arme Adolf mit dem Messer sämtliche Knöpfe der Jacke abschneiden, wobei er bei jedem Knopf einen Spruch sagen musste. Dann durfte Adolf vom Schemel steigen und sich seine Knöpfe wieder annähen.
In meiner Kompanie war der Hermann Haas aus Gräfenhohn, ein baumlanger Kerl, stark wie ein Bär und hungrig wie ein Wolf. Eines Morgens war ich auf der Kammer beschäftigt. Nebenan, nur durch eine Bretterwand getrennt, war die Kammer der zweiten Kompanie. Dort hielt sich Kammerfeldwebel Zipp auf, ein kleiner verwachsener Zwölfender aus dem Osten. Ich hörte, wie Hermann bei Zipp auf der Kammer vorsprach, um seine Stiefel auszutauschen, die ihm angeblich zu klein waren. Dreimal musste Hermann seine Bitte wiederholen und dann ging es los: „Was, Du Bauernlümmel“, zu Hause bist du in Zigarrenkisten herumgelaatscht, jetzt hast du mal ordentliche Stiefel, jetzt kannst du nicht laufen. Marsch raus.“ Jetzt gab es Wirbel nebenan, durch die Wand konnte ich das gut hören. Kisten fielen um, und Hermann brüllte wie ein Stier. Vorsichtig machte ich die Türe auf und sah, wie Hermann mit dem Feldwebelchen geschleift kam.
Er hatte ihn am Rockkragen und Hosenboden gefasst, hielt ihn über die Treppenbrüstung im vierten Stock und wollte ihn hinunterwerfen. Als Zipp wie ein Hund winselte, zog ihn Hermann wieder zurück. Auf die Beschwerde von Zipp gab es eine große Untersuchung. Hermann und ich mussten vor dem Major erscheinen. Hermann beteuerte mit dem unschuldigsten Gesicht, er hätte um das Auswechseln seiner Stiefel gebeten und als ihm dies verweigert wurde, wäre er wieder gegangen; weiter wisse er nichts. Dann meinte der Major, ich hätte das doch durch die dünne Bretterwand hören müssen. Ich gab an, ich wäre nebenan so beschäftigt gewesen, dass ich beim besten Willen nicht gehört hätte. Die Angelegenheit war unklar und da Feldwebel Zipp sowieso bei den Vorgesetzten schlecht angesehen war, verlief die Sache im Sande.
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