Aufnahme: 2009

Schmitz-Pleis-Ausstellung 2009

65 Jahre nach seinem Tod wurden erstmals wieder Bilder von Carl Schmitz-Pleis gezeigt. Die folgende Serie zeigt alle Bilder der Ausstellung im Atelier Meerkatze in Königswinter.


Werner Dahm führte bei der Eröffnung der Ausstellung die zahlreichen Besucher in Leben und Werk des mit Oberpleis eng verbundenen Malers ein:

"Carl Schmitz-Pleis wurde 1877 in Süchterscheid, das heute zu Hennef gehört, geboren. Sein Hauptwohnsitz und Lebenszentrum wurde Düsseldorf. Er starb 1943 und wurde in Oberpleis begraben. Seine besondere Beziehung zu Oberpleis kam daher, dass die Familie seines 8 Jahre älteren Bruders Heinrich Schmitz hier lebte. Heinrich Schmitz war in Oberpleis Kirchenküster. Er wohnte mit Frau und zwei Kindern direkt neben der Kirche. In dem Haus ist heute ein Uhren- und Schmuckgeschäft. Carl Schmitz Pleis , selbst Junggeselle - mit Lebensgefährtin - war oft und häufig auch lange bei seinem Bruder Heinrich und dessen Familie zu Besuch. Während dieser Aufenthalte in Oberpleis entstanden viele Bilder, verschiedene Ansichten von Oberpleis und auch einige Porträts von Pleesern. Schon 1897, im zarten Alter von 20 Jahren, zeichnete er das Porträt von Maria Katharina Schiefer vom Hasenhof in Hasenboseroth und signierte damals noch einfach mit Karl Schmitz, Karl mit „K“ und Schmitz ohne „Pleis“. Wenige Jahre später hängte er an seinen Familiennamen Schmitz ein „Pleis“ an und schrieb Karl mit „C“. Die Endung „Pleis“ nahm er von Oberpleis. So was machten Künstler damals, um ihren Namen unverwechselbar zu machen. Es gibt einen Maler Schmitz-Bonn und einen Schmittbonn, der war Schriftsteller. Berühmt ist sein Beinahe-Namensvetter Karl Schmitt aus Rottluff bei Chemnitz, der bekannte Expressionist Karl Schmitt-Rottluff.

Zurück zu unserem Carl Schmitz-Pleis. Er absolvierte eine akademische Ausbildung an der Kunstakademie in Düsseldorf. Dort hatte er schließlich - wie schon gesagt - auch seinen Hauptwohnsitz und sein Atelier. Die Wohnung ist als eindrucksvoll und großzügig ausgestattet in Erinnerung. Das lässt darauf schließen, dass er von seiner Kunst gut leben konnte. Er gehörte renommierten Künstlervereinigungen an, der Künstlervereinigung Niederrhein und dem Künstlerverein Malkasten. Er war an vielen großen Kunstausstellungen in Düsseldorf in Kunsthalle und Kunstpalast beteiligt. Er liebte das großstädtische Leben und die Kunstszene Düsseldorfs, aber auch das ländliche, damals sicher noch idyllische Umfeld in Oberpleis und ebenso die Landschaft am Niederrhein. All das hat ihm Motive geliefert und ist in seinen Gemälden zu finden. Seine Bilder sind in Museumssammlungen, natürlich in Düsseldorf, aber auch z. B. in Heidelberg und Wuppertal. Nach seinem Tod im Jahr 1943 hört man nichts mehr von Ausstellungen. Er gerät in Vergessenheit, wie viele Künstler dieser Zeit. Diese Ausstellung hier ist die erste Schmitz-Pleis-Ausstellung seit damals.

Als Oberpleiser sah ich die ersten Schmitz-Pleis-Bilder als junger Mann natürlich in Oberpleis und zwar beim Großneffen des Künstlers. Später begegnete einem immer mal wieder ein Bild von Schmitz-Pleis, entweder in einer alteingesessenen Familie in Oberpleis, die es sicher direkt vom Künstler erworben hatte, oder im Angebot von Auktionshäusern sowohl in der Region als auch europaweit, sogar bei Christie`s in London und in St. Petersburg. Wir können Ihnen hier und heute 37 Werke von Carl Schmitz-Pleis zeigen.

In seinen Bildern finden sich wichtige Tendenzen aus der Geschichte der Düsseldorfer Malerschule wieder, von der Orientierung an der holländischen Genre- und Landschaftsmalerei Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Einfluss der französischen Impressionisten Anfang des 20. Jahrhunderts. Es gibt Porträts, gute Porträts, die nicht nur die Person wiedererkennen lassen, sondern auch etwas von ihrem Innern, ihrem Wesen, wiedergeben. Besonders eindrucksvoll finde ich die Personenbilder, wie hier „Die Dame in Grün“, eine elegante Person, in Haltung und Ausdruck ruhig genießend in ein Buch vertieft, in einem angenehmen Umfeld. In einigen Personenbildern in dieser Ausstellung finden sich manchmal auch hintergründige Geschichten.

Dann noch die Stilleben, viele Blumenstilleben mit Vasen und weiteren Gegenständen. Solche Versatzstücke finden sich oft auch in seinen Personenbildern. Die kupferne Teekanne, die auf vielen Bildern zu sehen ist, können Sie als Original in unserer Ausstellung sehen.

Und schließlich die Landschaftsbilder, einige von Oberpleis und oft auch vom Niederrhein, insbesondere die Kalkumer Mühle nördlich von Düsseldorf.

Wie Sie sehen, gibt es auch ein paar Hommage-Bilder. Das sind zur Ehrung von Carl Schmitz-Pleis neu gemalte Bilder nach seinen Motiven. Hier ein Oberpleis-Bild von Kurt Volkert „Oberpleis heute“, vom gleichen Standort aus gemalt wie seinerzeit Carl Schmitz-Pleis. Es gibt noch zwei weitere und oben bei den Blumenbildern ein viertes von der Malerin Gundula Heinrichs.

Und wieder zurück zu Carl Schmitz-Pleis: Ich denke, er wollte mit seinen Bildern vor allem Freude bereiten. Er hat Bilder gemalt - in hoher Qualität - die das können, was gute Kunst kann, nämlich über die Form hinaus die Sinne und einen geistigen Prozess anregen."

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