Das somalische Mädchen Katra erzählt seine Lebensgeschichte

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1995

Das somalische Mädchen Katra erzählt seine Lebensgeschichte

Ausländische Mädchen stellen sich in einer Ausstellung vor

"'Ich bin ich.' So lautet eine Ausstellung ausländischer Mädchen, die im Haus der Jugend in Oberpleis durch Bürgermeister Herbert Krämer eröffnet wurde. In dieser Schau stellen sich die Mädchen selber vor, bildlich und textlich. Unter anderem erzählen sie ihre Erlebnisse aus fünf bis 17 Jahren Aufenthalt in der Bundesrepublik. Übereinstimmend erklären sie, dass sie zwar ihre Heimat nicht vergessen, aber Deutschland lieb gewonnen haben. Sie fühlen sich bei uns wohl. Ausländische Mädchen aus dem Rhein-Sieg-Kreis haben die Ausstellung erarbeitet und stellen ihren Alltag dar, vom Schulbesuch über die Suche nach einer Arbeitsstelle, die manchmal nicht ganz einfach ist, bis hin zur Arbeit selbst. In der Ausstellung wird aber auch deutlich, dass es das typische Ausländermädchen nicht gibt. Angepasst an ihre deutschen Freundinnen und Freunde leben sie wie diese unter uns.

Einen Unterschied gibt es dann aber des Öfteren doch noch: Je nach Herkunftsland werden die Mädchen verheiratet, statt sich selbst den Partner fürs Leben auswählen zu können. Aber nach längerer Zeit in Deutschland zeichnet sich auch hier ein Wandel ab, man wehrt sich erfolgreich gegen die Zwangsheirat und versucht einen Weg zwischen den Kulturen zu finden. Beate Müller-Grunewald leitet die Ausstellung als Mitarbeiterin im 'Arbeitskreis ausländische Mädchen'. Die Brasilianerin Patricia und die Somalierin Katra (beide aus Niederdollendorf) schilderten persönlich ihre Lebensweise in Deutschland in perfektem Deutsch. Lydia und Nathalie, Spanierinnen aus Alt-Königswinter, zeigten einen spanischen Folkloretanz. Die Drachenfelsschule untermalte die Eröffnungsveranstaltung mit Ausschnitten aus 'Carmen' in französischer Sprache. Das Schlusswort sprach die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Königswinter, Hedi Boll."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 42 vom 19.10.1995
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müllerf
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