Aufnahme: 1994

Zu Muttertag

Maria Meurer

Wenn im Mai der Flieder blüht,
laue Lüfte weh'n durchs Land;
in Hain und Auen alles grünt,
ein Dank der Mutter zugesandt.

Sie hat vom ersten Tage an
für dich gelebt in großen Sorgen.
Die deckte dich des abends zu
und weckte freudig dich am Morgen.

Hat deinen Kummer stets geteilt,
dir zugehört, wie's dir erging;
in Krankheit stets bei dir verweilt,
bis es dir wieder besser ging.

Nach einem Dank sie nie gefragt,
sie tat's in Freud und Lieb für dich,
hat niemals nein zu dir gesagt,
die Fürsorg war schon mütterlich.

Jetzt, wo sie alt und ganz allein
nach Liebe sich ein wenig sehnt,
wirst oft in ihrer Nähe sein,
kannst spüren, wie's ihr besser geht.

Sorgt sich heut noch um die Lieben,
sie zogen schon vor Jahren aus.
Verließen alle nacheinander
das geliebte Elternhaus.

Nun sitzt allein sie in der Stube
denkt an das vergangene Glück.
Ach käm das frohe Kinderlachen
doch einmal noch zu ihr zurück.

Besuch sie oft und schenk ihr Freud,
ein Sträußchen Blumen nimm ihr mit;
es hat noch nie ein Kind gereut,
wenn es viel Lieb der Mutter gibt.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 18 vom 05.05.1994; Gedicht zu Muttertag: Maria Meurer; Aqarell Walburga Jonas
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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