Aufnahme: 1983
Messias-Aufführung „ursprünglich"
R. Die Messias-Aufführung in der überfüllten Propsteikirche zu Oberpleis muß zu Recht als eine ursprüngliche bezeichnet werden. Musikdirektor FDB Kurt Wirtz hatte sich sehr eingehend mit dem Werk beschäftigt und war zu kritischen und sehr differenzierenden Entscheidungen gelangt. So war ihm der historische Hintergrund dieses Oratoriums wichtiger - die Uraufführung wurde seinerzeit mit nur ca. 30 Sängern bestritten - als eine auf Effekthascherei und diffusem Klangbrei ausgerichtete Darstellung des Werkes.
Der „Messias" ist - was die Instrumentierung betrifft - primär eine Streicherkomposition. Das Kammerorchester Königswinter-Oberpleis war sich dessen bewußt, als es in den Proben vorher arbeitete. In Verbindung mit den aus der Königswinterer Musikschule erwachsenen Holzbläsern zeigte das Orchester ein erstaunliches Niveau. Voller musikantischer Flexibilität spielte das Continuo mit Margot Kremer am Cembalo und Klaus Kühr am Violoncello. Ein Novum bei den Wirtzschen Konzerten war die bewußte Einbeziehung der wunderschönen Klaisorgel mit Michael Faßbender am Spieltisch. Leider wurden nur zwei Stücke mit Trompeten, übrigens mit den „hauseigenen" Trompetern des Orchesters Gert Prager und Helmut Podworny, zu Gehör gebracht.
Die Vokalsolisten waren mit Doris Müller, Sopran, Hildegard Jonen, Alt, Alfons Jonen, Tenor und Karl Josef Heppekausen gut ausgewählt. Die gesamte gute Leistung spiegelte sich wider im anhaltenden Applaus.
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