„Krömche us Plees" finden Heimat

Aufnahme: 1979

„Krömche us Plees" finden Heimat

"Vor zehn Jahren veranstaltete der Arbeitskreis Heimatkunde Oberpleis eine spektakuläre Ausstellung im Pfarrsaal unter dem Titel 'Krömche us Plees aus vier Jahrhunderten'. Sie wurde ermöglicht durch Leihgaben vieler Bürger aus Oberpleis und der näheren Umgebung. Rund 2 000 Besucher aus nah und fern zog die Ausstellung innerhalb von drei Tagen an. Und immer wieder wurde der Wunsch laut, die hier gezeigten Gegenstände in einer permanenten Ausstellung zusammengefasst zu sehen. Damals entstand beim Arbeitskreis Heimatkunde der Plan einer Heimatstube. Doch bislang fehlte es an geeigneten Räumen. Nun ist es endlich so weit! Durch Beschluss des Rates der Stadt Königswinter wurden dem Arbeitskreis zwei Räume im Mathildenheim zur Verfügung gestellt. Es bietet sich hier die Möglichkeit, die langersehnte Heimatstube einzurichten. Doch dabei ist der AKH Oberpleis auf die Mithilfe und Unterstützung der Bürger angewiesen.

Aus diesem Grunde wendet sich der AKH Oberpleis heute an all diejenigen, die damals die Ausstellung mitgestaltet haben, mit der Bitte, durch Leihgaben bzw. Stiftungen diese Räume mit Leben zu erfüllen. Auch alle, die damals nicht zur Gestaltung beitrugen, sollen sich zum Mitmachen aufgefordert fühlen. Ziel des AKH ist es, neben einer bleibenden Ausstellung die Heimatstube für Sonderveranstaltungen bereitzustellen und zum Treffpunkt heimatkundlicher interessierter Bürger zu machen. Die ausgestellten Dinge sind selbstverständlich versichert. Falls Sie bereit sind, Gerätschaften, Bilder bzw. kleinere Möbelstücke zur Verfügung zu stellen, wenden Sie sich bitte an folgende Adressen: Wilhelm Weber, Königswinter-Oberpleis, Lohrbergstraße 3, Ruf 3997 und Fritz Karl Birkhäuser, Königswinter-Oberpleis, in der Kumme, Ruf 6218.
Darüber hinaus möchte der AKH alle interessierten Bürger zu einer Besichtigung der Räumlichkeiten und zum Gespräch für Sonntag, den 2. Dezember 1979, von 11 bis 13 Uhr, einladen.
           

Neue Heimatstube 

Nun hat auch Oberpleis nach jahrelangen Bemühungen des Arbeitskreises der Heimatfreunde sein Heimatmuseum. Letzten Sonntag wurde es in Anwesenheit zahlreicher Stadtprominenz seiner Bestimmung übergeben. Hoch oben unter dem Dachjuche hat der Arbeitskreis mehrere Räume von der Stadt im Mathildenheim bekommen, wo nun viele Altertümchen aus der 'Pleeser' Gegend ausgestellt werden. Der Besucher findet in der Ausstellung alte Urkunden, Bilder, Postkarten, Schriften, Zeitungsberichte und alte Gegenstände des bäuerlichen Lebens der Oberpleiser. Die meisten der uralten Holzgegenstände sind Dauerleihgaben. Einen Schrank bekam man als Stiftung. Unter den Schriften ragt besonders ein Feldpostbrief von 1823 heraus, den ein Sohn seinen Eltern nach Thomasberg sandte. Der Sohn war in der napoleonischen Armee.

Wilhelm Weber vom Arbeitskreis Heimatkunde erklärte bei der Eröffnung: 'Wir wollen keine Konkurrenz für das Heimatmuseum der Altstadt sein. In diesen Räumen werden wir lediglich die Zeugen Pleeser Vergangenheit aufbewahren.' Die Ausstellung wurde just an dem Tage eröffnet, an dem der Arbeitskreis Heimatkunde vor 13 Jahren gegründet wurde. Fritz Karl Birkhäuser berichtete über die Arbeit der Oberpleiser Heimatfreunde seit der Gründung. Die Heimatstube soll auch eine Stätte der Begegnung für alle Bürger im Pleistal wenden. In ihr können Gespräche geführt und Kontakte geknüpft werden. Birkhäuser dankte allen Spendern und betonte, dass die Heimatstube keine festen Öffnungszeiten hat. Interessenten können sich bei Wilhelm Weber, Telefon 3997, oder bei Fritz Karl Birkhäuser, Telefon 6218, melden."

 

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 46 vom 16.11.1979; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter "Krömche us Plees"
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