Bilderausstellung von Jean Schlieber

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1979

Bilderausstellung von Jean Schlieber

„Fleiß, Schaffenskraft und Mut beflügeln unseren jungen Künstler, denn dies ist bereits die 13. Ausstellung, die Jean Schlieber durchführt, davon vier eigene allein im Rahmen des Kulturprogramms der Stadt Königswinter, außer seiner Teilnahme an den bisherigen beiden Kunstmärkten in Königswinter". So eröffnete Kulturamtsleiter Peter-Josef Kneiseler die Ausstellung des erst 25-jährigen Königswinterer Künstlers im Rathaussaal in Oberpleis.

Jean Schlieber wurde am Allerheiligentag des Jahres 1954 geboren. 1973 begann er seine Ausbildung als grafischer Zeichner in Rheinbach, zugleich stellte er erstmalig in der Aula des Schulzentrums in Königswinter aus. Außer in Königswinter erfolgten weitere Ausstellungen seit dieser Zeit in Andernach, Bonn und Gevelsberg. Kneiseler betonte in seiner Ansprache, daß jede Schlieber-Ausstellung anders als die vorhergehende gewesen sei. Von der künstlerischen Gestaltung, vom Motiv seiner Werke und von der Technik her seien sie so verschieden, daß man durchaus die Etappen der Entwicklung und der vielseitigen Talente des Künstlers in den ersten sieben Jahren seiner öffentlichkeitsbetonten Tätigkeit erkennen kann, meinte Kneiseler weiter.

Es wäre sicherlich falsch, wenn sich ein Künstler in der Zeit seiner Entwicklung auf einen besonderen Stil festlege, insbesondere schon in jungen Jahren.

Den Irrfahrten des Odysseus vergleichbar, so Kneiseler, geht Schieber die Dinge an, inzwischen wohl wissend, daß er sich im Laufe der letzten Jahre durch sein Studium eine solide Grundlage geschaffen hat, seine Werke auch fachlich fundamentiert der Öffentlichkeit zu präsentieren.

So setze er sich in seinen Werken ständig auseinander mit dem, was an einem Symbol so unklar erscheint, nämlich nicht die ihm zugrunde liegend Idee, sondern der Zusammenhang der Implikationen, die mit der Idee verbunden werden.

Das Persönliche, das ganz Eigene seiner Arbeiten wird immer erkennbar bleiben, betonte Kneiseler, der Künstler sollte jedoch stets bemüht sein, die vielen Ausdrucksmöglichkeiten, über die er in so hervorragender Weise verfüge, auf einen Nenner zu bringen. Schliebers Gedanken, so Kneiseler, orientieren sich vorwiegend in zwei Richtungen: in die Melancholie, in die Weltfremdheit und in die Weltsehnsucht zum einen, und zum anderen in die Ohnmacht des Menschen vor den eigenen Zerstörungen seiner Umwelt, dem Alleinsein.

Die auf dieser Ausstellung gezeigten 24 Bilder sind in chronologischer Reihenfolge angeordnet und zeigen farbige Arbeiten, die vor etwa vier bis fünf Jahren entstanden sind. Es folgen dann erstmals in diesem Raum ausgestellte Bilder, die mittels einer Spritzpistole gemalt wurden. Es sind ausschließlich Arbeiten des vergangenen Jahres. Die restlichen Arbeiten stellen inhaltlich und arbeitstechnisch die bevorzugte Arbeitsweise Schliebers dar. Nachdem er im vergangenen Jahr wieder zur farbigen Darstellung zurückgefunden hat, begann er vor dem Jahreswechsel wieder mit Bleistiftzeichnungen.

Seine Spritzbilder betrachtet der jugendliche Künstler als Ergebnis seiner Auseinandersetzung mit der griechischen Mythologie und auch mit religiösen Problemen. Die religiösen Probleme treten wieder in den Zeichnungen auf, manchmal deutlich, ein andermal wiederum sehr versteckt, nur durch Symbole dargestellt, die mit Absicht und auch unabsichtlich ihren Platz in den Zeichnungen gefunden haben. In der Hauptsache handelt es sich bei den ausgestellten Bildern um religiöse Motive, jahreszeitliche Darstellungen, Landschaftsaufnahmen, Aktaufnahmen und Situationsbilder. Die Preise der einzelnen Bilder liegen zwischen DM  8,-- und  DM  500,-- gst.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 17 vom 27.04.1979; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
Räume & Galerien
Kulturelles Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
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