Rom - Studienreise des VBW Oberpleis

Aufnahme: 1972

Rom - Studienreise des VBW Oberpleis


"'Ausruhen können wir in Oberpleis', so lautete die Devise der Teilnehmer an der Rom-Flugreise des Volksbildungswerkes vom 30. 3. bis 6. 4. 1972. Jugend, Mittelalter, Omas und Opas, und zwar 'Urpleeser' und Neubürger, rückten in dieser Studienwoche eng zusammen, lernten sich näher kennen sowie schätzen und wetteiferten miteinander, möglichst alle Schätze und Kostbarkeiten der 'Ewigen Stadt' und deren Umgebung genau unter die Lupe zu nehmen. Das reichhaltige Programm bot den bildungshungrigen Touristen und Pilgern unvergessliche Erlebnisse. Bei guter Unterbringung in einem Schwesternheim in der Innenstadt, strahlendem Himmel, fachgerechter Führung durch den deutschen Pater Erren, den so mancher in unsere verwaiste Oberpleiser Kaplanei locken wollte, in bester Stimmung also stürzten sich Damen und Herren auf die Sehenswürdigkeiten der antiken, kath. und italienischen Hauptstadt. Jeder Tag brachte besondere Höhepunkte: So wurden die großen Basiliken S. Maria Maggiore, S. Giovanni in Lateran, S. Pietro in Vincoli mit der Moses-Statue von Michelangelo und viele andere berühmte Kirchen besucht.

Sehr eindrucksvoll waren ferner die Besichtigung eines Teils der 17 km langen, in drei Stockwerken angelegten Gänge der Domitilla-Katakombe mit anschließender deutscher Osterfeier in der unterirdischen Kirche, die Teilnahme an der vom Papst zelebrierten Ostermesse mit Segen auf dem Petersplatz, die Audienz in der neuen modernen Halle, an der Tausende aus aller Welt teilnahmen, sowie der Besuch des deutschen Friedhofs im Vatikan, wo u. a. auch Goethes Sohn und Stefan Andres bestattet wurden. Einen Vormittag drängten sich die Oberpleiser zwischen unzähligen Besuchern der Vatikanischen Museen und der Sixtinischen Kapelle, um deren Kostbarkeiten zu bewundern. Spaziergänge durch herrliche Parkanlagen, Besichtigungen der Kaiserforen, des Kolosseums, des Etrusker-Museums, unterbrachen die Rundfahrten durch die Tiberstadt. Sogar die Senioren der Gruppe scheuten die anstrengende Kuppelbesteigung von S. Peter nicht, um den Blick auf die riesige Stadt zu genießen.

Trotz der Fülle der Eindrücke begnügten sich die unternehmungslustigen Oberpleiser nicht mit der Stadt Rom. Man fuhr auf der Via Apia Antica hinaus, steuerte Tivoli an, den Albaner See mit Castel Gandolfo, und ein großer Teil konnte sogar Capri bewundern. Es lohnte sich, denn St. Peter war den Weltenbummlern wohl gesonnen. Es bot sich natürlich auch Gelegenheit für Eigeninitiative. Busverbindungen waren schnell ausgekundschaftet und für 50 Lire (etwa 25 Pfennig) konnte man durch die ganze Stadt fahren. Schwer beladen mit hunderten von Eindrücken, viel Segen, Rom-Büchern, Utensilien der römischen Mode, machte sich die Gruppe nach acht Tagen auf die Heimreise. Wenn der Bummelstreik der Alitalia-Piloten nicht auch etwas Wermut auf die Romreise geträufelt hätte, wäre sie bei der guten Organisation — wofür Frau Väth Dank gebührt — wohl zu glatt verlaufen. Ein bisschen Würze ist auch für die schönsten Tage notwendig. Bereichert sie doch den persönlichen Reisebericht. Wer könnte nach dem wunderschönen Rückflug, dem guten Service, der Alitalia noch grollen? R."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung 1972
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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