Oberpleiser Künstler stellen aus

Aufnahme: 1970

Oberpleiser Künstler stellen aus

Wertvolle Ausstellungsstücke zeigten „Künstler aus dem Oberpleiser Raum“

Zum zweiten Male innerhalb kurzer Zeit gestaltete der Arbeitskreis Heimatkunde im Volksbildungswerk von Oberpleis im Pfarrsaal eine Ausstellung. Das Motto dieser Ausstellung lautete "Künstler aus dem Oberpleiser Raum stellen aus."
 
In Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste eröffnete am vergangenen Samstagabend der Leiter des Volksbildungswerkes, Herbert Krämer, die Ausstellung. Krämer dankte dem Arbeitskreis Heimatkunde für die ausgezeichnete Gestaltung der Ausstellung.

Angenehm überrascht über diese Ausstellung zeigte sich Bürgermeister Hank in seiner Ansprache. „Ich habe einen Besuch des Contra-Kreises abgesagt, um zu dieser Ausstellung zu kommen. Dies bereue ich nicht." An die Leitung der Ausstellung appellierte der Bürgermeister, daß die Werke der Oberpleiser Künstler auch in den Tal-Stadtteilen von Königswinter demnächst ausgestellt werden.

An der Ausstellung beteiligen sich vier Künstler: Wilhelm Koslar, Tony Bachem-Heinen, Erika von der Schulenburg und Solveig Modricker. Ca. 200 Gegenstände konnten von den zahlreichen Besuchern besichtigt und bewundert werden. Vor allem handelt es sich um Keramik als Töpferware, Keramik als gestaltende Kunst, Temporabilder, Aquarelle, Ölgemälde so­ wie Batik in allen Varianten und in allen Größen.

Unter den Eröffnungsgästen befanden sich neben Bürgermeister Hank auch die Pfarrer Stein (kath.). Lubrich (ev.) und Kaplan Bauer (kath.) sowie die Ratsmitglieder.

Die Malerin Erika von der Schulenburg wurde in Schlesien geboren. Sie wuchs in München auf und besuchte auch dort die Höhere Töchterschule. Schon früh wandte sie sich der Malerei zu. Ihr Spezialgebiet ist die Landschaftsmalerei. Ein längerer Studien­aufenthalt führte sie nach Paris. Nach ihrer Heirat legte sie eine Schaffenspause ein und wandte sich der Dichtung zu. Im Jahre 1963 kehrte sie zur Malerei zurück. Seit einigen Jahren ist die Künstlerin in Oberpleis-Kippenhohn ansässig.

In Lötzen wurde Solveig Modricker geboren, die heute Bildhauerin ist. Nach ihrer Volksschulzeit besuchte sie ein Gymnasium in Köln. Nach Absol­vierung der Kölner Werkschule wurde Solveig Modricker Schülerin der Künstler Roth und Koslar. Sie erlernte zunächst das Töpferhandwerk. Dann folgte das Studium der Bildhauerei. Ihre Werke wurden bereits in Köln, Aachen, Bonn und Rom ausgestellt. Ihr Spezialgebiet ist die Portraitpla­stik.

Die Malerin und Batikerin Tony Ba­chem-Heinen ist ein „echt Pleeser Mädchen". Sie wurde in   Oberpleis geboren. Nachdem sie mit Erfolg das Abitur abgelegt hatte, besuchte sie die Kölner    Werkschule, die Volkwangschule in Essen und die Kunstakademie in Berlin-Charlottenburg. Größere Batikarbeiten entstanden von ihr für das Auswärtige Amt in Bonn, für die Wohnung   des Bundespräsidenten im Schloß Belvedere in Berlin, für den Altenberger Dom sowie für die Deut­schen Botschaften in Ottawa, Bogota, Monrovia und Rio de Janeiro. Seit 1942 ist die Künstlerin auf der Margarethenhöhe bei Ittenbach wohnhaft .

Paul Bachern erlernte den Beruf eines Schriftsetzers. Nach dem erfolgreichen Besuch der Realschule besuchte er die Kölner Werkschule und schlug das Fach „Grafik und Schrift" ein. Seit 1940 arbeitet Paul Bachern als selbständiger Maler und Grafiker.

Wilhelm Koslar, den wir bereits vor längerer Zeit in einer Reportage vorgestellt haben, wurde in Kirchberg bei Jülich geboren. In Düren legte er sein Abitur ab. Dann studierte er drei Semester Ägyptologie. Schon früh zeigte sich bei ihm die Begabung zur gestaltenden Kunst. Aus diesem Grunde ging er 1953 zur Kölner Werkschule, wo er das Fach Keramik belegte. Seit November 1957 besitzt er eine eigene Werkstatt und seit 1961 ist Wilhelm Koslar, der auch noch eine poetische Ader hat, Meister und Dozent an der Kölner Werkschule; 1967 verlegte er sein Atelier nach Eudenbach. Seine Werke wurden bereits mit großem Erfolg in Faenza, München, Brüssel und Niger ausgestellt.

Die Ausstellung ist noch bis kommenden Sonntag, den 15. März 1970, täglich von 19 bis 21 Uhr geöffnet. Samstag und Sonntag ab 15 Uhr.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 10 vom 14.03.1983; Foto: Günther Steeg; Bericht: R.
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
Räume & Galerien
Kulturelles Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989) Vereine
Aufrufe
96

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.