Aufnahme: 1969
Fahrt des Volksbildungswerkes Oberpleis
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
Am Samstag, dem 30. August 1969, starteten wir mit einer Gruppe von 50 Teilnehmern zu einer Fahrt nach Paris und an die Loire. Pünktlich um 4.30 Uhr begann sie bei leichtem Regen ab Oberpleis Kirchplatz. Die Reisestrecke führte uns über Bonn, Euskirchen, Prümm, zur Grenzstation Echternach. Zum Mittagessen waren wir in Reims, der Stadt mit der wunderschönen gotischen Kathedrale. Nach einer längeren Besichtigungspause fuhren wir durch die Champagne an der Marne entlang nach Paris. Um 18 Uhr erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein unser Hotel im Opernviertel. Viele Teilnehmer nutzten gleich den ersten Abend, um die Stadt auf ihre Weise zu erobern.
Der 1. Tag begann mit einer Stadtrundfahrt, die uns zu folgenden Sehenswürdigkeiten führte: Oper, Place de la Concorde, Champs-Elysees, Are de Triumphe, Eiffelturm, Invalidendom, Sacre-Coeur, Montmartre. Nach dem Mittagessen wurde die Stadtrundfahrt fortgesetzt, wobei wir weitere historische Plätze besuchten: Universitätsviertel, Jardin du Luxembourg, St. Chapelle, Notre Dame. In Notre Dame erlebten wir nach einem sakralen Segen einen herrlichen Orgelausklang auf der größten Orgel Frankreichs. Am Morgen des zweiten Tages in Paris besuchten wir den Louvre, in dem uns die französische Kunsthistorikerin, die uns auf allen Fahrten begleitete, zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten führte. Nach dem Mittagessen fuhren wir zum Flohmarkt. Auf diesem riesigen Markt verkaufen Trödler ihre oft seltsamsten Waren. („Flohmarkt" — benannt nach dem in den Gebrauchtwaren z. T. enthaltenen Ungeziefer.)
Am Morgen des dritten Tages in Paris machten wir gemeinsam eine Seinefahrt von rund 1 1/2 Stunden. Nach vielen anstrengenden Spaziergängen durch die Stadt war diese Fahrt, bei der wir Paris aus einer anderen Perspektive betrachten konnten, sehr erholsam. Am Mittwoch fuhren wir mit unserem Bus nach Versailles. Hier besichtigten wir das Schloss Ludwig des XIV. mit den wunderschönen Gärten von Trianon. In diesen Gärten mit prächtigen seltenen Bäumen waren vor allem die am Rande eines Sees gelegenen kleinen Landhäuschen sehenswert. Um 9 Uhr am 5. Tage unserer Reise führen wir über Orleans an der Loire vorbei nach Tours. Hauptgrund dieser Fahrt waren natürlich die Schlösser an der Loire. Als erstes besichtigten wir Schloss Chambord, das mit 156 m Länge und 177 m Breite das größte der Loire-Schlösser ist. Das zweite Schloss auf unserer Besichtigungsreise war Schloss Cheverny. Dieses Schloss ist heute noch bewohnt und sehr gut erhalten. Besonders interessant war hier noch eine große Zahl von Jagdhunden und ein Jagdmuseum.
Leider verließ uns jetzt das gute Wetter, so dass wir uns auf der weiteren Fahrt nach Tours die Schlösser Blois, Chaumont und Amboise nur im Vorbeifahren ansehen konnten. Nach einer ausgedehnten Weinprobe in einem großen Weinkeller erreichten wir gegen Abend Tours. Unser Zweiter Tag an der Loire begann wieder mit Sonnenschein und der Besichtigung von Schloss Chenon- ceaux, das wohl mit seinen herrlichen Gärten und seiner sehr reizvollen Lage am Fluss Cher von allen Reiseteilnehmern als das schönste der Schlösser, welche wir besichtigten, betrachtet wurde. Nach Schloss Chenon- ceaux fuhren wir weiter südlich nach Loches. Hier in Loches war neben dem Schloss noch die Anlage einer alten Burg sehr interessant. Die letzte Schlossbesichtigung galt dem kleinen, aber nicht weniger sehenswerten Schloss in Azayle Rideau.
Die Rückfahrt nach Paris führte uns über die Nationalstraße 10 nach Chartres. Die Kathedrale von Chartres ist eines der schönsten und besterhaltensten Denkmäler der Gotik in Frankreich. Im Innern der Kathedrale die berühmten bemalten Fenster, die den großartigsten Bestand an mittelalterlicher Glasmalerei haben, den es gibt. Diese Fahrt an die Loire war für alle Reiseteilnehmer sehr wertvoll. Es wird oft gesagt, im Gebiet um die Loire ist Frankreich am französischsten, das ist richtig. Die streckenweise fast unberührt anmutende Landschaft, die widerspruchsvollen Reize kaum beachteter Provinzstädte und dazwischen immer wieder der Glanz der alten Schlösser waren für uns alle ein ganz besonderes Erlebnis. Nach einem Ruhe- und Einkaufstag, dem Samstag, führte uns die Rückfahrt über Laon, Möns Charleroi, Lüttich, Aachen nach Oberpleis, das wir, zufrieden über den guten Verlauf der Reise, um 17.30 Uhr erreichten.
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