Aufnahme: 1987
Familiensippe der Bellinghausen im Stammbaum festgehalten
gst. "Jede Jeck es anders", meinte Willi Bellinghausen, der jetzt im Alter von 78 Jahren den Stammbaum der Sippe Bellinghausen fertig gestellt hat, an dem er über zehn Jahre lang jede freie Minute arbeitete. Schon als Jugendlicher im Alter von 20 Jahren, so erklärte uns der Hobby-Familienforscher bei einem Besuch in seinem Haus in Komp bei Eudenbach, habe er den Entschluss gefasst, einen Stammbaum der weit verzweigten Sippe Bellinghausen zu verfassen. Doch die berufliche Tätigkeit ließ zunächst die umfangreiche und langwierige Sache nicht zu. Erst nach der Pensionierung beschäftigte sich Willi Bellinghausen intensiver mit seinem Hobby.
Auf einem riesigen grünen Baumblatt schuf er an die hundert Kleinblätter, auf denen er sehr klein und in säuberlicher Schrift die Ahnentafel erstellte. Die entsprechenden Unterlagen besorgte er sich bei den verschiedensten Behörden, beim Amt für Familienforschung in Brühl, beim Pfarramt Oberpleis, beim Staatsarchiv in Düsseldorf, bei seiner großen Verwandtschaft und bei der Stadt Königswinter. Selbst das Kloster Heisterbach half ihm bei der Suche mit entsprechenden Auskünften und Unterlagen. Die Familie Bellinghausen stammt vom Bellinghauserhof, in der Nähe des heutigen Tannenhofes bei Oberpleis gelegen. Dieser Hof gehörte seit seinem Bestehen (12. Jahrhundert) zum Kloster Heisterbach.
Der Bellinghauserhof hieß früher "Belldekusen", und aus diesem "Belldekusen" wurde im Laufe der Jahrhunderte durch veränderte Schreibweise und durch die Mundart über "Bellinghuusen" das hochdeutsche Wort "Bellinghausen". Bei der Säkularisation (1803) musste der Orden des Klosters Heisterbach auch den Bellinghauserhof abgeben. Die Familienforschung von Wilhelm Bellinghausen, der kürzlich mit seiner Frau Goldhochzeit feiern konnte, war von großem Erfolg gekrönt. Er fand mehr als 200 Familien heraus, die alle den Namen Bellinghausen tragen und miteinander verwandt sind. Etwa 70 leben noch in der näheren Umgebung von Oberpleis, im Westerwald, in Westfalen, in Herborn, Dillenburg, Eitorf, Hennef und auch in Amerika.
Vor mehr als 100 Jahren sind dorthin einige Bellinghausen ausgewandert. Mit der Nachkommenschaft dieser amerikanischen Bellinghausen kommt man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten alle zwei Jahre zu einem Familientreffen zusammen. Die zeichnerische Darstellung des großen Stammbaumes stellte Wilhelm Bellinghausen in der Oberpleiser Raiffeisenbank aus. Nun will er Vervielfältigungen an die zahlreiche Verwandtschaft und auch an andere Interessenten verkaufen, denn so Bellinghausen: "Auf die Erstellung dieses Stammbaumes habe ich hunderte von Stunden verwandt und bin tausende Kilometer gefahren."
Die Ahnenreihe der Bellinghausen konnte Willi Bellinghausen über 350 Jahre zurückverfolgen. Seine Aufzeichnungen beginnen mit dem Jahre 1623. Die Ahnentafel wird mit einem Johann- Theodor Bellinghausen begonnen, der 1670 verstorben ist. "Im Pleiser Land gibt es so viele Bellinghausen wie andernorts Meyer, Müller oder sogar Schmitz", meinte Wilhelm Bellinghausen zum Abschluss des Gespräches.
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