Aufnahme: 1918 (3)
Dörfliche Idylle von Oberpleis
Die Aufnahme von der dörflichen Idylle wurde um 1910 gemacht. Auf der rechten Straßenseite sind die Gastwirtschaft Lichtenberg, das Haus Mirbach, die spätere Metzgerei, und die Gaststätte Bellinghausen zu sehen, in der hinteren Bildmitte das Gehöft Soentgen mit der Propsteikirche, dann folgt auf der linken Straßenseite die Schmiede Röttgen und der untere Teil des Schulhofes. Das einzig noch bis heute erhaltene Haus ist das Haus Mirbach.
Das Basaltpflaster, bestehend aus den so genannten Katzenköpfen, blieb bis ca.1950 bestehen. Dem Fotografen schien es damals weniger um die Ortsansicht, als viel mehr um das Gespann in der Bildmitte zu gehen, das ganz stark hervorgehoben wird. Stolz präsentiert sich der Besitzer mit seinem Kaltblüter und der Schlagkarre, dem "meist gefahrenen" landwirtschaftlichen Fahrzeug der damaligen Zeit.
Das Besondere an diesem Wagen war, dass der Laderaum gekippt werden konnte und so seine Ladung leicht zu entleeren war. Die "wertvolle Ladung" ist offensichtlich Mist, der zur Düngung aufs Feld gefahren wurde, oder für einen privaten Gemüsegarten bestimmt war. Mit einer solchen Schlagkarre versah der Landwirt Hermann Stockhausen nach dem Kriege in Oberpleis die Müllabfuhr. Sein Bauernhof befand sich mitten im Ort zwischen der Bäckerei Henseler, heute Schild, und dem Haus des Malermeisters Adolf Wendel, das auch einem Neubau weichen musste.
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