Aufnahme: 1991
Unser Lokalreporter wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet
Günther Steeg hat sich um die Stadt verdient gemacht.
Bg. Als der Verleger und Herausgeber der Siebengebirgs-Zeitung, Franz-Wilhelm Gladbach, das Bundesverdienstkreuz für unseren Reporter Günther Steeg beantragte, wies er in seiner Begründung u. a. darauf hin, daß Günther Steeg mit seiner lokalen Berichterstattung wesentlich dazu beigetragen habe, daß die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Königswinter nach der kommunalen Neuordnung zu einem „Wir-Gefühl" fanden.
Am gestrigen Mittwoch fand nun im Haus Bachem in Alt-Königswinter durch Landrat Dr. Franz Möller (MdB) die Überreichung des Bundesverdienstkreuzes statt. Zu den Gästen der Feierstunde zählten u. a. Bürgermeister Herbert Krämer, die Spitzen der Stadtverwaltung, Stadtratsmitglieder, Freunde von Günther Steeg aus den Vereinen, in denen er Mitglied ist, sowie Kollegen der Presse.
Die Verdienste von Günther Steeg, die zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes führten, wurden von Dr. Franz Möller in der Laudatio wie folgt zusammengefaßt: „Günther Steeg zählt zu den Menschen, die aus Königswinter und dem Siebengebirgsraum nicht mehr wegzudenken sind und denen das Wohl der Allgemeinheit besonders am Herzen liegt. Die amtliche Vorschlagsbegründung beginnt daher zu Recht mit den Worten: „Herr Steeg hat sich als Lokalreporter auszeichnungswürdige Verdienste erworben und sich damit um das allgemeine Wohl verdient gemacht“. Sehr geehrter Herr Steeg, mit besonderem Engagement und Verantwortungsbewußtsein haben sie über zwei Jahrzehnte mit sach-kundigen Berichten und Kommentaren das politische und kulturelle Geschehen Ihrer Gemeinde, der Stadt Königswinter, beschrieben und damit zur Heimatverbundenheit der Bürgerinnen und Bürger beigetragen. Ihre journalistische Arbeit war durch ein hohes Maß an Sachkenntnis, vor allem aber durch die stete Bereitschaft gekennzeichnet, der öffentlichen Funktion der Presse im freiheitlich-demokratischen Staat in jeder Weise gerecht zu werden.
Herr Steeg arbeitet bereits seit Jahrzehnten als Lokalreporter für die Bonner Rundschau und die Siebengebirgs-Zeitung. Er hat durch diese journalistische Tätigkeit dem Informationsanspruch der Bevölkerung über das gesamte Spektrum des kommunalen Geschehens des Siebengebirgsraumes gedient. Selten erlebt man einen Reporter, der mit so großem Enthusiasmus alle nur denkbaren Veranstaltungen der Kommunalpolitik und des Vereinsgeschehens besucht und darüber stets in fairer, objektiver und bürgernaher Weise berichtet hat. Das Leben in den Vereinen, die Aktivitäten der Bürger und gesellschaftlichen Gruppen sind Thema seiner Berichte. Diese ständige Information der Bürger halte ich für ein wichtiges Erfordernis für ein gutes Zusammenleben in einer Stadt.
Und auf Sie bezogen, sehr geehrter Herr Steeg, kann man wohl mit Fug und Recht sagen, daß Ihre Arbeit mit dazu beigetragen hat, daß Königswinter heute über eine besonders gute Berichterstattung verfügt. Durch die aus der Notwendigkeit einer modernen Industriegesellschaft größer und damit leistungsfähiger gewordenen Kommunen hat insbesondere die Lokalberichterstattung der Presse in den zurückliegenden Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Der Bericht über die Nachbarschaft, über meinen Stadtteil, über meine Gegend interessiert mehr als sogenannte große Politik. Der Lokalteil wird zuerst gelesen, weil man wissen will, was in seiner Nähe geschieht. Dem Lokalteil kommt deshalb eine besondere Bedeutung zu, aber auch eine besondere Verantwortung. Schnelle, korrekte und objektive Berichterstattung und Kommentierung kennzeichnen die Aufgaben der lokalen Berichterstatter. Das hat sich gerade für die neue Stadt Königswinter während und nach der kommunalen Neugliederung aus ehemals sieben selbständigen Gemeinden gezeigt und bewährt. Ein solches Gemeinwesen in Form einer Flächengemeinde ist zur Information über die lokalen Vorgänge ganz besonders auf lokale Berichterstattung, über Fakten, kommentierende Meinungsäußerungen, Hintergrundinformationen und amtliche Öffentlichkeitsarbeit angewiesen.
Die Meinungsbildung des Bürgers vollzieht sich vielfach auf der Ebene dieser Publikation, weshalb gerade der engagierte Lokalreporter unverzichtbar ist. Sie, sehr geehrter Herr Steeg, gehören zu diesen Journalisten, die mit Leib und Seele ihrer Heimat verbunden sind, die Land und Leute kennen, die sich in Vereinen und anderen örtlichen Organisationen aktiv betätigen und damit aus der Sicht des Bürgers für den Bürger in besonders informierter und überzeugender Weise arbeiten können. In unnachahmlicher Weise haben Sie über Freud und Leid, über Sieg und Niederlage, über Intrigen und Fairness und über Alltagserscheinungen berichtet und gezeigt, wie sehr Sie Ihre Heimat lieben. Mit Kamera und spitzer Feder, aber auch mit Herz beobachten und verfolgen Sie das Leben in der Stadt und schreiben es nieder, damit die anderen Bürger teilhaben können an dem, was in ihrer Nachbarschaft geschieht. Aus Ihren Berichten spürt man die Teilhabe, aber auch bei traurigen Anlässen die Anteilnahme. Das Leben in der Stadt wird dadurch unmittelbar nachvollzogen und lebendig.
Neben Ihrem Beruf übten Sie, Herr Steeg, aber nicht nur Ihre journalistische Tätigkeit aus, sondern haben sich darüber hinaus — wie mir mein Kollege, Herr Theodor Potthast, einmal versicherte — dem heimatlichen Brauchtum mit Haut und Haaren verschrieben. Seit über vier Jahrzehnten gehören Sie vielen Vereinen von Oberdollendorf an und engagieren sich hier in besonderem Maße. Sie sind überall gern gesehen und respektiert. Sehr geehrter Herr Steeg, wer Sie lange genug kennt, der weiß, daß Ihnen an öffentlicher Anerkennung und Würdigung nichts liegt. Die innere Befriedigung, sich für eines seiner gesteckten Ziele eingesetzt zu haben, bedeutet Ihnen weit mehr als jede öffentliche Ehrung. Wer wie Sie davon überzeugt ist, nur das zu tun, wozu man sich vor seinem Gewissen verpflichtet hält, muß von jedem Aufhebens seiner Person irritiert sein. Und dennoch ist es richtig, Menschen wie Sie auszuzeichnen. Nicht nur, daß besondere Verdienste um Staat und Gesellschaft der Anerkennung eben dieses Staates und dieser Gesellschaft wert sind. Darüber hinaus halte ich es für unerläßlich, auch die Öffentlichkeit auf jene Mitbürger aufmerksam zu machen, deren Einsatz für unser Gemeinwesen beispielhaft ist.
Auf Anregung der Siebengebirgs-Zeitung Uelpenich Druck und Verlag und viele andere hat Ihnen der Bundespräsident am 12. August 1991 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. In seinem Namen händige ich Ihnen heute diese Auszeichnung aus und freue mich, Sie und Ihre Arbeit auf diese Weise würdigen zu können. Als Landrat dieses Kreises möchte ich Ihnen dazu herzlich gratulieren.
Auch Bürgermeister Herbert Krämer hob die Verdienste von Günther Steeg um die Stadt Königswinter her. Sozusagen als Geschenk wünschte er dem Geehrten alles das, was er sich als Bürgermeister für die Stadt Königswinter in den einzelnen Ortsteilen an Verbesserungen mehr oder weniger ernsthaft alles vorstellen kann. Über diese Aktivitäten dann zu berichten wäre wiederum die Aufgabe von Günther Steeg, dem auf diese Weise nie der „Stoff" ausgehen würde, um die Zeitungsspalten zu füllen.
In seinen Dankesworten ging Günther Steeg darauf ein, daß er vor nunmehr 42 Jahren seine Reporterlaufbahn bei der damaligen Oberkassel-Dollendorfer Zeitung begann. Als 1964 die Siebengebirgs-Zeitung ins Leben gerufen wurde, war er von der ersten Ausgabe an für unsere Wochenzeitung tätig. Günther Steeg: „In diesen vielen Jahren habe ich sehr viele Menschen kennengelernt, mit denen ich zusammengearbeitet und zum Teil auch enge Freundschaften geschlossen habe.
Als Mitglied der Küzengarde Oberdollendorf (Büttredner, Liederkomponist und Vorstandstätigkeit) wurde Günther Steeg in seinem Heimatort in den vergangenen Jahren bereits mit Orden ausgezeichnet, ebenso vom Bund Deutscher Karneval und vom Festausschuß Siebengebirge. Ehrenmitgliedschaften anderer Karnevalsgesellschaften wurden ihm zuteil. Seit 1979 ist er auch Träger des Königswinterer Ordens „Wider den quälenden Durst".
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