Aufnahme: 1982
„Er hat das Bundesverdienstkreuz wirklich verdient" - Besondere Ehrung für Wilhelm Weber zum 80. Geburtstag
„Wenn einer das Bundesverdienstkreuz verdient hat, dann ist es Wilhelm Weber". Dieser Satz kam in allen Reden vor. Viele Freunde von Wilhelm Weber waren in die Oberpleiser Gaststätte „Ännchen" gekomrnen, wo Landrat Dr. Franz Möller dem pensionierten Amtsrentmeister die ihm vom Bundespräsidenten verliehene Medaille überreichte. Wilhelm Weber war am Vortage 80 Jahre alt geworden und wurde nun für seine vielen ehrenamtliche Tätigkeiten geehrt. Landrat Dr. Möller würdigte die berufliche und nebenberuflichen Ambitionen des immer noch jung gebliebenen Wilhelm Weber, der seinen Humor nie verloren hat. Im Jahre 1916 trat Wilhelm Weber in den Dienst des damaligen Amtes Oberpleis.
Nach dem erfolgreichen Abschluß verschiedener Prüfungen und Lehrgängen wurde er im Jahre 1937 als Amtsrentmeister auf Lebenszeit und zum Leiter der Amtskasse bestellt. Bei seiner Pensionierung im Jahre 1964 hatte er die berufliche Leiter bis zum Amtsoberinspektor erklommen. In all den Jahren der Berufstätigkeit hat er sich nach den Worten des Landrates durch Fleiß, Umsicht und Hilfsbereitschaft gegenüber Kollegen und Bürgern ausgezeichnet.
Neben der beruflichen Tätigkeit war er noch viele Jahre im kulturellen und gesellschaftlichen Leben von Oberpleis aktiv. So gehörte Wilhelm Weber im Jahre 1951 zu den Mitbegründer des Wasserbeschaffungsverbandes Thomasberg, der die Aufgabe hatte, nach dem Kriege eine funktionierende und hygienisch einwandfreie Wasserversorgung der Bevölkerung sicherzustellen.
"Ihnen ist die rasche Aufwärtsentwicklung des Verbandes zu verdanken. Über die finanzwirtschaftliche Beratung des Verbandes hinaus waren Sie seit dem Jahre 1962 Mitglied des Verbandsausschusses".
Auch der Waldbauernverband Oberpleis zählt Wilhelm Weber zu seinen Gründungsmitgliedern. ln den Jahren von 1954 bis 1963 war er Geschäftsführer dieses Verbandes; bis 1976 bekleidete er sodann das Amt des Vorsitzenden. Heute ist er aufgrund seiner Verdienste Ehrenvorsitzender. Weber setzte sich für eine gute Zusammenarbeit mit den Forstdienststellen ein und förderte vor allem Aufforstungen und den Ausbau von Wirtschaftswegen. Auch die von ihm geleiteten Lehrfahrten sind unvergessen.
Der „Arbeitskreis Heimatkunde" auf dessen Initiative die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes zurückgeht, verdankt seine Gründung vor 15 Jahren dem Geehrten. Seitdem setzte er sich unermüdlich für Aufbau und für die Erhaltung des Geschichts- und Kulturgutes des näheren Heimatraumes ein. Mit zahlreichen Vorträgen und Veröffentlichungen machte er sich über die Grenzen von Oberpleis hinaus einen Namen. Auch die Einrichtung der Heimatstuben Oberpleis ist seiner Arbeit zu verdanken.
Nicht vergessen werden darf in der Würdigung der Verdienste die über 40-jährige Mitgliedschaft in der Kolpingfamilie Oberpleis und die Tätigkeit als Kirchenrendant an St. Pankratius. In den 50er Jahren war Wilhelm Weber auch im Vorstand der Raiffeisenbank Siebengebirge. Landrat Dr. Möller: „ Nun ist es Zeit, Ihnen einmal zu danken für Ihren großen und beispielhaften Einsatz für Oberpleis und für die Mitmenschen."
Heinz Lindlar, Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes, versicherte, daß durch das Wirken von Wilhelm Weber die Wasserversorgung im Siebengebirgsraum bis zum Jahre 2000 gesichert sei. Lindlar dankte dem Geehrten für seine ständige Hilfsbereitschaft. Die verschiedenen Institutionen des Verbandes und die Belegschaft gratulierten mit einer Sitzbank und einem Pult, mit Büchern und einer 14-tägigen Reise mit seiner Frau Maria in den Alpenraum.
Fritz Karl Birkhäuser überreichte für den Arbeitskreis Heimatkunde eine Gesteinssammlung aus dem Siebengebirge: „Er war der Motor unseres Arbeitskreises und setzte sich sehr für die Restaurierung der Wegekreuze ein."
Bürgermeister Günter Hank sprach die Glückwünsche des Rates aus und betonte: „Wilhelm Weber, das bedeutet ein Leben in und für Oberpleis. Sie sind seid Ihrer Geburt Oberpleis treu geblieben." Hank würdigte die Arbeit von Weber, jahrein, jahraus drei Haushaltspläne aufgestellt zu haben, für Oberpleis, Stieldorf und die Amtsvertretung. Aber auch die geschichtlichen Forschungen erwähnte der Bürgermeister. So habe er in vielen Aufsätzen über die Silber- und Kohlevorkommen in früheren Jahren im Raume des Siebengebirges berichtet. Froh sei er auch über die vielen Büttenreden, die Weber verfaßt habe: „Sie haben das Pleeser Leben gelebt und ihren Mitmenschen gedient."
Jakob Koll sprach die Glückwünsche der Unabhängigen Bürgergemeinschaft aus: „Er hat viel in seinem Leben geschaffen!"
Viele weitere Redner gratulierten und Wilhelm Weber gab die vielen Lobeshymnen an seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den verschiedenen Tätigkeiten weiter und hatte weit über hundert Gratulierenden die Hände zu schütteln. gst.
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