Aufnahme: 2016
Grenzstein des Klosters Mariä Bödingen auf Oberpleiser Gebiet
Grenzstein mit den eingemeißelten Großbuchstaben MB für Mariä Bödingen
Bödingen liegt östlich des Stadtkerns von Hennef auf dem Bergrücken Nutscheid über der Sieg, an einer Höhenstraße, die früher als Verbindung zwischen dem Rheinland und dem Siegerland von Bedeutung war.
Um 1350 ließ Christian von Lauthausen nach einer Marienerscheinung in einer Kölner Werkstatt das Vesperbild der "Mater dolorosa" schnitzen und stellte es in einem Bildstock neben seiner Klause auf.
Der Ort Bödingen entstand als Wallfahrtsort Ende des 14. Jahrhunderts, als eine Kapelle für die wundertätige Marienstatue des Christian von Lauthausen errichtet wurde. Schon 1408 konnte die Wallfahrtskirche ‘Zur Schmerzhaften Mutter Gottes’ geweiht werden.
In den folgenden Jahrzehnten nahm der Pilgerstrom stark zu. Augustiner-Chorherren gründeten 1424 Kloster Bödingen zur Betreuung der Pilger. Das Kloster besaß bis zur Säkularisierung 1803 umfangreiche Ländereien, darunter auch im Pfarrsprengel Oberpleis auf dem Hinsberg westlich von Wahlfeld und dem Bönnschenhof. Grenzsteine des Klosters Bödingen tragen alle die eingemeißelten Initialen MB für Mariä Bödingen. Ein solcher Grenzstein steht auch neben dem Pfarrhaus im Bödinger Klostergarten.
„Die Propstei Oberpleis besaß seit dem 13. Jahrhundert den Hardthof (auffm hove auff der hart an der Siggen) bei Bödingen. So bewilligte der Drost von Blankenberg am 25. Juni 1448 ein Hofgericht auf dem propsteilich – Oberpleiser - Hardthof bei Bödingen. Aus dem Lehen auf der Hardt (Bödingen) hatte die Propstei Oberpleis ein eigenes Weingut gemacht." (Robert Flink: Die Geschichte von Oberpleis, Siegburg 1955, Seiten 115, 133, 137 und A 271)
Bild 2: Kopffläche des Bödinger Grenzsteins
Dieser Grenz- oder Güterstein ist zwar seit 1803 funktionslos, hält aber die Erinnerung an die früheren Grundeigentümer wach. Die meisten Bödinger Grenzsteine haben eine glatte Kopffläche. Auf der Kopffläche dieses Bödinger Grenzsteins ist die Zahl 82 eingearbeitet. Sie war Teil einer Nummerierung und brachte Ordnung in die Festlegung des Bödinger Grundbesitzes auf dem Gebiet des Oberpleiser Pfarrsprengels.
Etwas zu ergänzen?
Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.