Aufnahme: 1966
Unser Titelbild zeigt das Haus Niederbach in Oberpleis, IV. Folge
"Dieses Gebäude und seine Umgebung spielt in unserem Heimatbericht eine große Rolle. Der Verfasser, Herr Gottfried Emans, möchte nämlich beweisen, dass einst an dieser Stelle eine stolze Wasserburg gestanden hat. Auf den Resten dieser Burg hat man dann später das Haus Niederbach aufgebaut. Heute ist hier eine Förderschule untergebracht in der junge Menschen, die aus Oberschlesien und aus ostdeutschen Gebieten kommen, ihre fast vergessene deutsche Muttersprache wieder erneuern und erlernen.
Einleitender Text: Heinz Wicharz.
Die Landschaft um Oberpleis
Während der Verfasser im I. Teil des Heimatberichtes die Vorgeschichte unserer Heimatlandschaft, ihre Besiedelung und spätere wirtschaftliche und politische Entwicklung schilderte, berichtet er im nun folgenden umfangreichen II. Teil unter dem neuen Titel: „Die Landschaft um Oberpleis", von Burgen, Rittersitzen, adelichen Höfen, Wassermühlen u. dergl. mehr. In der letzten Folge brachten wir die Einleitung zum Kapitel: „Burgenbau in Oberpleis". Einleitender Text: Heinz Wicharz
Er sah sich daher gezwungen, einen recht schimpflichen Vertrag anzuerkennen, in welchem es wörtlich heißt: „Es ist verordnet worden, dass wir unsere bei Pleis errichtete Festung mit ihren Gräben und allen ihren Wehren von Grund aus zerstören sollen, und weder wir noch unsere Brüder oder Erben sie herstellen, noch eine andere dem Lande des Grafen von Berg näher gelegene als die jetzigen zu Blankenberg und Löwenburg erbauen werden" (18. Dezember 1268). Der Text dieses Vertrages wurde gleichzeitig und in gleichem Wortlaut für beide Burgen von Dietrich I. von Heinsberg-Blankenberg anerkannt. Umgekehrt versprach der Graf Adolf VI. von Berg, keine neue Burg zu erbauen, die dem Lande Sayn näher gelegen sei, als die Burgen zu Windeck, Siegburg und Bensberg.
Aus den früheren Gegnern werden bald Freunde und Verwandte. Mit dem Abbruch der Burgen werden es die Grafen von Blankenberg nicht so eilig und nicht so genau genommen haben. Denn 1367 kommt es zu einer diesbezüglichen Beschwerde durch Graf Gerhard I. von Berg. Hatte doch Graf Dietrich II. von Heinsberg-Blankenberg auf den Resten der Lohmarer Wasserburg ein neues Wohnhaus errichten lassen, dessen Anlage und dicke Mauern recht deutlich den Bau eines Burghauses verrieten. Doch konnte er es durch Bitten bei Graf Gerhard I. erreichen, dass dieser ihm gestattete, das Haus stehen zu lassen, unter dem Versprechen, es nicht weiter als Burg auszubauen, sondern nur als Wohnhaus zu gebrauchen und es im Notstand zu belassen. Nach dem Tode des Grafen Gerhard I. von Berg gewährten ihm auch dessen Witwe und Sohn Wilhelm die gleiche Vergünstigung. Daraus lässt sich erkennen, dass mittlerweile das Verhältnis zwischen den beiden Grafschaften sich gebessert hat. Es wurde noch weiter gefestigt und wuchs sogar zur Freundschaft und Verwandtschaft auch durch die Heirat des Grafen Gottfried II. von Heinsberg-Blankenberg mit Philippa, der Tochter des Grafen Wilhelm IV. von Jülich und Schwester des o. a. Grafen Gerhard von Jülich. Dessen Gemahlin war Margareta von Berg, und so kam die Grafschaft Berg an Jülich. Somit war Gottfried II. der Schwager von Margareta von Berg und Onkel ihres Sohnes Wilhelm II.
Graf Gottfried II. von Heinsberg-Blankenberg war Herr von Loen, Chiney, Dahlenbroich, Heinsberg, Blankenberg und Löwenburg. Er war ein Verschwender und regierungsunfähig. Er verwickelte sich in vielerlei Fehden aus denen er nur unter großen finanziellen Verlusten herausfinden konnte. So geriet er auch in Fehde mit dem Bischof Engelbert von Lüttich. Er verband sich mit seinen Verwandten in Berg. Doch 1362 musste er die Fehde beenden. Zur Deckung der Kriegsschulden bat er seine Verwandten in Berg um 16 000 Mark. Er verpfändete dagegen die Kirchspiele an der Agger und am Rhein: Donrath, Honrath, Niederkassel und Rheidt. Gern wurde ihm diese Summe geliehen,- kam doch Berg in den lang ersehnten Besitz des Dreiecks zwischen Agger, Sieg und Rhein. (1363) Noch im gleichen Jahre musste er sich entschließen, zur Tilgung weiterer schwerer Schulden das ganze Amt Blankenberg für 60 000 Mottund'or auf sechs Jahre zu verpfänden. Da die Einlösung unterblieb, kam das Amt Blankenberg 1370 endgültig an Berg. Damit ging der große Traum der Herren von Berg in Erfüllung, und auch der Streit um die beiden Burgen Oberpleis und Lohmar war damit beendet. Sie kamen nun in den ständigen Besitz der Grafen von Berg."
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