Aufnahme: 1966
Wappen am Haus Niederbach, VIII. Folge
Die Landschaft um Oberpleis
"Sechstens: Sollten die itzigen oder künftige Beständner mit dem jährlich zu entrichtenden Pfachte sich säumig finden lassen und einen Rückstand von 3 Jahren schuldig bleiben, so ist die Erbpfachtung von selbsten erlöschen und fällt die Müle mit ihren Zubehörungen ohne alle Vergütung anwiederum uns anheim. Siebtens ist nach dem jeweiligen Ableben eines Erbbeständners oder Beständnerin die unverweilte Anzeige zur Rentei Arendal zu machen und die Ausfertigung gegenwärtiger Erbbestandsurkunde nachzusuchen, welche gegen Erlag einer halben Carolin unter den nemlichen Bedingnissen ausgefertigt werden wird. Achtens. Wird den besagten Erbbeständnern das in der alten Müle befindliche Mülengeschirr, nicht aber die alten Gebäulichkeiten selbsten überlassen.
Zu Urkund dessen ist gegenwärtiger Erbbestandskontrakt in Duplo ausgefertigt und von beiden Teilen unterschrieben worden. So geschehn Düsseldorf, den 27. August 1787. Augusta Gräfin von Spee geborene Gräfin von Hillesheim Arendal, den 20. August 1787 Unterschrift: Wilhelmuß Dreesen, Namens Meyner und meyner Ehestand Mannheim, den 1. September 1787 Charlotte Gräfin von Hillesheim. Diese Erbpacht-Urkunde bestätigt also, dass die Wahlfelder Mühle bis 1787 zum Besitz der Grafen von Hillesheim-Spee gehörte. In jenem Jahre erhielt sie der damalige Pächter Wilhelm Dreesen in Erbpacht. Unter Wilhelm Baiensiefen, dem nachfolgenden Pächter, erlosch 1826 die Erbpacht und dieser wurde dann Besitzer der Mühle. 1909 fiel jedoch durch Verkauf die Mühle wieder an den Grafen von Spee. Heute ist in den ehemaligen Mühlanlagen ein landwirtschaftlicher Betrieb untergebracht.
Die „Burg" Niederbach
In der letzten Folge schloß Herr Gottfried Emans, der Autor unseres Oberpleiser Heimatberichtes, das Thema „Burg Niederbach" mit der kurzen Erläuterung über die „Wahlfelder Mühle" ab. Dank der Aufzeichnungen und Unterlagen von Herrn Johann Bennerscheid aus Eisbach, dem langjährigen Verwalter der Gräflich-Hillesheim-Spee-schen Besitztümer wollen wir die Geschichte dieses recht historischen Gebäudes fortsetzen und bis in die heutige Zeit aufzeichnen. Johann von Zweiffei und seine Gattin Resa kauften noch vor 1450 das Gut „Niederwich" von den Gebrüdern Heinrich und Rottger den Rittern „von Niederwich".
Um 1450 verkauft der vorhin genannte Johann von Zweiffei das Gut den Ehegatten Albrecht von Zweiffei und Druytgen als den neuen „Swager und Swegeren." Anscheinend bewohnte die Familie von Zweiffei die Burg bis 1609. Ein Erbe der Familie von Zweiffei, Hans Wolf von Metternich, „Mitherr zu Rodendorf" verkauft sein väterliches Erbe, darunter auch Haus Niederwich im Jahre 1609 an Johann Scheurmann. Scheurmann überträgt sein erworbenes Gut im Jahre 1622 an Peter Beiwegh. Peter, Andreas und Johann Marx von Beiwegh, Vater und Söhne, verkaufen Niederbach am 12. Oktober 1636 dem Wilhelm von Hillesheim und Elisabeth von Carthausen zu Badinghagen sowie der Anna von Wiltberg zu Arendahl.
Im Jahre 1636 wird also zuerst der Name Hillesheim erwähnt. Dieses Geschlecht nannte sich mit seinem vollen Namen „von Merscheidt genannt von Hillesheim". Der Name soll keltisch-germanischen Ursprungs sein: Hillesheim = Heimat der Kriegsgöttin Hilde. Das Wappenschild der Familie zeigte in goldenem Felde drei nebeneinanderstehende schwarze Balken und auf dem Helme einen schwarzen Steinbock mit goldenem Halsbande, auf welchem sich die Balken wiederholten. Im Munde trug der Steinbock einen goldenen Stern. Unser Photo zeigt ein Wappenbild, das im Giebel der Frontseite des Hauses Niederbach eingemauert ist. Es trägt die Jahreszahl 1742 und stellt vermutlich das Bündniswappen des Rittergeschlechtes Hillesheim und der Grafen von Spee dar. Bei Außenputzarbeiten wurde es allerdings vor einigen Jahren stark beschädigt. übrigens war es gar nicht so einfach, dieses Photo herzustellen. An dieser Stelle möchten wir uns bei der Freiwilligen Feuerwehr Uthweiler und dem Photo-Atelier Balensiefen in Oberpleis für ihre freundliche Hilfe bedanken."
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