Aufnahme: 1936
Aus der Geschichte der Pfarre - Die Schule in Sandscheid
Mitten im Walde liegt die Schule von Sandscheid; eine richtige Waldschule. Da in diesem Schulbezirk die Ortschaften weiter zerstreut liegen und nicht ein in sich geschlossenes Ganze wie der Thomasberger Schulbezirk ist, so hat man hier die Schule nicht in eine Ortschaft gebaut, sondern ganz allein in den Wald hinein. Erst später erhielt der Ort nach der Flurbezeichnung seinen Namen Sandscheid.
Es war am 17. April 1899, als die Schule in Sandscheid eröffnet wurde. Zum Lehrer wurde ernannt Herr Ludwig Kleinertz von der Schule Oberpleis. Geboren zu Köln am 5. April 1878, besuchte er den Präparandenkursus zu Köln-Ehrenfeld und von 1895 bis 1898 das Lehrerseminar in Siegburg; seit 22. Okt. 1898 Lehrer in Oberpleis, kam er als 21-jähriger Lehrer nach Sandscheid. Zum Schulbezirk gehörten: Berghausen, Sand, Bennerscheid, Pützstück, Waschpohl, Rübhausen. Mitglieder des Schulvorstandes waren: Bürgermeister Comp, Pfarrer Schmitz, Ackerer Johann Dahs in Bennerscheid und Ackerer Johann Klein in Berghausen.
Am 2. Mai 1899 besuchte Schulrat Goestrich zum ersten Male die neue Schule. Im August 1899 machte Lehrer Kleinertz Militärübung. Es vertrat ihn Schulamtsbewerber Broichmann aus Köln. Zum dritten Schulvorstandsmitglied wurde Herr Giesen aus Sand ernannt.
Ostern 1900 entließ die Schule 12 Kinder, davon 3 vorzeitig. Am 4. Okt. 1900 nahmen alle Kinder an der Beerdigung von Pfarrer Schmitz teil.
Ostern 1901 kamen 5 Kinder zur Entlassung. Während Lehrer Kleinertz im August 1901 Militärübung machte, vertrat ihn Kandidat Karl Rermann aus Düsseldorf. Im Nov. mußte die Schule wegen Keuchhusten für einige Zeit geschlossen werden.
Am 12. März 1902 besuchte Schulrat Völker die Schule. 24. April erhielt Lehrer Kleinertz seine Versetzung nach Köln; am 19. Juli nahm er Abschied. Vom 4. Aug. bis 26. Sept. verwaltete Lehrer Kirchertz die Schule. Am 5. Nov. begann Lehrer Peter Müller den Unterricht. Er war am 20. 10. 1878 in Bonn geboren, 1896-1899 im Lehrerseminar zu Brühl.
1903, im Febr. erkrankten von 71 Kindern 49 an Masern. Ostern werden 7 Kinder entlassen; 10 kommen neu.
Nach Ostern beträgt die Schülerzahl 74.
1904, Ostern werden 8 Kinder entlassen. Nach Ostern steigt die Kinderzahl auf 89. Da die Schule nur 75 faßt, wurden 14 nach Oberpleis überwiesen. Die Einrichtung einer 2-klassigen Schule soll laut Mitteilung des Bürgermeisters unter allen Umständen vermieden werden. Die Kinder von Rübhausen, Pützstück, und Waschpohl wurden darum nach Oberpleis geschickt. Im Juni übernahm während der Militärübung des Lehrers Müller Lehrer Schwindt aus Oberpleis die Vertretung.
1905, Ostern wurden 5 Kinder entlassen. Die Schülerzahl beträgt nach Ostern 100.
1906, Ostern werden 7 Kinder entlassen. Die Schülerzahl stieg nach Ostern. Die Schule in Eudenbach war ebenfalls überfüllt. Man beschloß: Die Kinder von Willmeroth besuchen die Schule Sandscheid, dafür gehen 50 Kinder von Berghausen zur Schule nach Oberpleis. Dadurch betrug die Schülerzahl 72. Am 15. Sept. wurde Lehrer Müller nach Wesseling versetzt. Am 26. Okt. tritt Friedrich Pelzer die neue Stelle an. Geboren am 8. Juni 1883 in Mörs, besuchte die Schule in Sayn und die Präparandenschule in Simmern, dann bis 5. August das Lehrerseminar in Brühl.
1907, Ostern werden 9 Kinder entlassen, davon 2 vorzeitig. Schülerzahl 76.
1908, 6 Kinder werden Ostern entlassen; 8 werden neu aufgenommen. Am 29. Mai schließt Kreisarzt Dr. Eickhoff die Schule wegen Masern. Im Sept. 1908 wurde die Erweiterung der Schule beschlossen.
1909. Kandidat Tiskens unterrichtet 10 Tage während der Erkrankung des Lehrers Pelzer. Ostern werden 6 Kinder entlassen und 10 neu aufgenommen. Die Gesamtzahl betrug 70. Außerdem wurden 52 Kinder von Oberpleis nach hier überwiesen, sodaß hier 131 sind. Am 25. Okt. war der Anbau vollendet.
1910. Im März besucht Kreisschulinspektor Wulf die Schule. Am 2. April übernahm Lehrer Neuhalfen die 2. Klasse. Die Schülerzahl betrug 137. Im August wurde für 1500,- Mk. eine neue Wasserleitung gebaut.
1911. Ostern werden 6 Kinder entlassen. 13 Kinder von Rübhausen wurden nach Oberpleis überwiesen. Von da an bis heute besuchen die Kinder von Rübhausen die Schule in Oberpleis. Schülerzahl 137. Im Sommer 1911 wurde die „Siedlung", bestehend aus Schulhaus mit Lehrerwohnung und 1 Wohnhaus (Schoroth) laut Verfügung der Regierung zu einem Dorf erhoben. Der Name stammt von der Gemarkung „Im Sansched", auf der das neue Dorf liegt.
1912. Erkrankung des Lehrers an Diphteritis. Ostern wurden 19 Kinder entlassen und 23 neu aufgenommen; es waren 18 Mädchen und 5 Knaben. Gesamtzahl 141.
1913. Ostern: Die Kinder von Willmeroth werden wieder nach Eudenbach überwiesen; die Schule in Eudenbach wird 3-klassig. Schülerzahl 130. Aug. :Frl. Müller aus Vallendar vertritt Lehrer Neuhalfen. Okt.: Diptherie bei Kindern. Ostern werden 16 Kinder entlassen und 16 neu aufgenommen. August: Mobilmachung: Lehrer Neuhalfen geht als Unteroffizier in den Krieg.
1916. Mai: Lehrer Neuhalfen dauernd garnisondienstfähig, nahm den Unterricht wieder auf. Im Juni wurde Lehrer Pelzer zum Heer einberufen. Im Okt. wird Lehrer Scheulen aus Stieldorf zur Vertretung hierher berufen. Geboren am 10. Sept. 1888 in Bottrop, besuchte er das Seminar in Wipperfürth.
1918. Nach Kriegsende geht Lehrer Scheulen nach Stieldorf zurück. Lehrer Neuhalfen beginnt den Unterricht wieder.
1919. Juli: Lehrer Neuhalfen nimmt Abschied in Sandscheid und geht nach Beuel.
1920. Juli: Lehrer Pelzer wird nach Siegburg versetzt. Lehramtsbewerber Johann Buchholz zur Vertretung hier, wird nach Orscheid bei Aegidienberg versetzt. Sein Nachfolger wurde Lehrer Hermes, geboren in Köln am 19. März 1895. Bis Febr. 1915 war er im Seminar in Brühl. Aug.: Für Lehrer Pelzer kommt Franz. Kaumanns.
1921. Im Febr. wurde Lehrer Richard Müller ernannt.
Am 1. Okt. 1922 geht er als Hauptlehrer nach Thomasberg. Sein Nachfolger ist Lehrer Karl Schafhaus, geboren am 27. 6. 1898 in Siegburg. Er besuchte das Seminar in Siegburg.
1923. Ostern werden 11 Kinder entlassen und 4 Knaben und 2 Mädchen aufgenommen. Schülerzahl 103.
1924. Ostern werden 8 Knaben u. 4 Mädchen entlassen und 4 Knaben und 3 Mädchen aufgenommen. Schülerzahl 97. Im Juni war Schulrat Dr. Grefrath hier.
1925. Ostern werden 8 Knaben und 6 Mädchen entlassen; 4 Knaben u. 1 Mädchen aufgenommen. Schülerzahl 88. Aug.: Schulrat Dr. Grefrath hier. Nov.: Regierungs-
und Schulrat Dr. Gottschalk und. Dr. Grefrath hier.
1926. Ostern: 6 Knaben und 6 Mädchen entlassen, 7 Knaben und 2 Mädchen aufgenommen. Schülerzahl 85.
1927. Ostern: 6 Knaben u. 6 Mädchen entlassen. 7 Knaben und 4 Mädchen aufgenommen. Schülerzahl 81 Kinder.
1928. Im Febr. geht Lehrer Pelzer nach Holzlar nach 8-iähriger hiesiger Tätigkeit. Am. 1. März kommt an seine Stelle Lehrer Odenthal, geboren am 27. 2. 1901. Ostern werden 9 Knaben u. 12 Mädchen entlassen, 4 Knaben u. 1 Mädchen aufgenommen. Schülerzahl: 67. Am 17. April wurde Bewerber Josef Bank aus Bonn nach hier berufen. Geboren am 6. 12. 1905. Am 9. Mai wurde Schafhaus zum 1. Lehrer ernannt.
1929. Ostern wurden 13 Kinder entlassen und 6 aufgenommen. Kinderzahl 63. im Juni erhielt die Schule elektrisches Licht.
1930. Ostern: wurden 2 Knaben und 4 Mädchen entlassen und 3 Knaben und 5 Mädchen aufgenommen. Schülerzahl: 61.
1931. Ostern wurden 7 Kinder entlassen und 10 aufgenommen. Kinderzahl: 60.
1932. Ostern werden 8 entlassen u. 12 aufgenommen, zusammen 73.
1933. Ostern werden 5 entlassen und 10 aufgenommen, zusammen 79.
1934. Ostern werden 9 entlassen und 7 aufgenommen, zusammen 76.
1935. Ostern werden 14 entlassen und 13 aufgenommen, zusammen 80.
1936. Ostern werden 7 entlassen.
Auch heute hat Sandscheid nur ein Haus außer der Schule. Es sei noch bemerkt, daß Familie Schoroth im Oktober 1935 der Schule gegenüber auf ihrem Grundstück ein großes Steinkreuz errichtete. Am Sonntag, den 3. Nov. 1935 wurde es in einer kleinen religiösen Feier, bei der sich ungefähr 250 Gläubige eingefunden hatten, eingeweiht.
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