Aufnahme: 1935

Adelsgeschlechter in unserer Pfarre - „von Bellinghausen"

Auszug aus der Geschichte der Pfarre

"Von Bellinghausen", schreibt sich ein altes, weitverzweigtes Rittergeschlecht, wo die Propstei von Oberpleis und die Abtei Heisterbach begütert waren. Es hatte wahrscheinlich schon vor der Zeit seiner urkundlichen Erwähnung seinen Rittersitz nach Bellinghausen (seit dem 17. Jahrhundert Burkhusen) bei Burscheid verlegt und war außerdem im Besitz zahlreicher Rittergüter. Im silbernen Wappenfelde führte es einen doppelten roten Maueranker mit Schlangenköpfen an den vier nach außen gebogenen Enden.

Der Anker wiederholt sich in den beiden Helmflügeln. Theodorich von Bellinghausen erklärt, 20. Dezember 1325, daß er das von ihm erbaute Haus dem Grafen Dietrich von Cleve zum Offenhaus aufgetragen, von dem er auch seine Güter zu Göterswick und den Hof Loyn zu Bislich zu Lehen hatte. Sein Wappen läßt auf gemeinsamen Ursprung mit den weiter folgenden von Bellinghausen schließen. Im Jahre 1348 wird Wilhelm von Bellinghausen genannt und ihm ein Teil der Burg Altenbernsau bei Overath vom Abt zu Siegburg zu Lehen übertragen, nachdem Emmerich von Bernsau dieselbe der Abtei verpfändet hatte. Adelheid von Bellinghausen heiratete Dietrich von Lüning, jülischer Kanzler und Herrn von Niederpleis (1492—1494). 1478 wird Wilhelm von Bellinghausen (um 1480 Rentmeister des Landes Berg) mit dem kurkölnischen Rittersitz zu Weiß, genannt Plasterhof (Pläse), belehnt.


Die Belehnung vererbte sich von Wilhelm von Bellinghausen auf Johann, von diesem 1552 den 19. August durch Übertragung des Erzbischofs Adolf an Georg, 1562 an Peter von Bellinghausen, kam bei der brüderlichen Teilung 1591 an Johann von Bellinghausen und durch Heirat später an die von Belven zu Venau und deren Verwandte von Scheidt, genannt Weschpfennig. 1582 Adolf von Bellinghausen zu Sülze heiratete Gertrud von Elverfeld 1580 Elisabeth, Tochter Peter's von Bellinghausen. 1589 Elisabeth, Tochter Peter's von Bellinghausen und dessen Gattin N. von Neuhof, heiratete von Omphal. 1591, Johann und Wilhelm, Söhne Peter's von Bellinghausen zu Venau und Helena Brempt teilen das väterliche Erbe.

1600, Katharina, Tochter Adolphs von Bellinghausen, heiratet Otto von Selbach, genannt Loe zu Menden und Zieverich. Peter von Bellinghausen zu Venau heiratet Sibilla von Katterbach. Johann von Bellinghausen zu Venau heiratet Margarete, Tochter Gottfried's von Gropper und Katharina von Strauß. 1608, Elisabeth von Bellinghausen zu Altenbernsau. 1612 den 27. Juni erschienen auf dem Landtag Wilhelm von Bellinghausen zu Dahlhausen, Johann von Bellinghausen zu Venau, Wilhelm von Bellinghausen zu Leidenhausen, Bertram von Bellinghausen zu Altenbernsau und ihre ritterbürtigen Verwandten, Kaspar von Selbach genannt Loe zu Menden, Gottfried von Scheidt genannt Weschpfennig zu Elsfeld, Wilhelm von Zweiffel zu Wissen, Dietrich von Morsbach, genannt Breidenbach Selscheidt, Wilhelm von Zweiffel, zu Sülze, Kaspar von Zweiffel, Jägermeister zu Wahn und Gertrud von Elverfeld.


1630, den 30 September, schließt Johann von Bellinghausen den Ehevertrag mit Margarete von Stael-Holstein, wobei Peter von Bellinghausen zu Vernau Zeuge ist. Judith, Tochter Johann 's von Bellinghausen und der Margarete von Gropper, war seit 1627 mit Johann Friedrich von Morsbach zu Breidenbach verheiratet. Dieser starb 1638. Bertram Rhaban von Bellinghausen, seit 1620 Abt zu Siegburg, postulirter Fürst und Abt zu Fuld, legt 1638 die Verwaltung der Abtei nieder u. wohnte in St. Cyriak in der Nähe seiner väterlichen Burg Altenbernsau, errichtete in der dortigen Propsteikirche einen steinernen Altar, welcher sich jetzt in der Kirche zu Marialinden befindet.

Er starb am 4. September 1653. 1655, Johann Bertram von Bellinghausen, Propst zu St. Cyriak war Besitzer des Ritterguts Buscherhof zu Fischeln 1664. 1659, Bernard, Sohn Hermann Georgs von Bellinghausen, aufgeschworen zu Siegburg, starb am 9. April. 1676. Bertram von Bellinghausen, Propst zu Hirzenau, starb den 6. April des Jahres 1676. Rütger Wilhelm, Subprior der Abtei Siegburg, unterschrieb den Vertrag der Abtei mit Pfalz-Neuburg, wodurch dieselbe ihre Unabhängigkeit an das Herzogtum Berg verlor, war seit 1694 Abt zu Siegburg; er starb 1697.
Christian, Sohn Hans Georgs von Bellinghausen und der Anna von Dalwig, war Abt von Corvey 1687—1696. Als letzter männlicher Sprosse des Stammes wird gegen 1700 (?) Gottfried von Bellinghausen zu Leidenhausen genannt, dessen Tochter Dorothea um 1730 den Gottfried von Bottlenburg zu Lüntenbeck heiratete.

Quelle
Katholisches Kirchenblatt Nr. 20 vom 19.5.1935
Zur Verfügung gestellt von
Stephan Osinski Das Wappen - WERNER DAHM - Bellinghausen. Zur Geschichte eines Dorfes im Pleiser-Hügelland
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