Aufnahme: 1988
Heinz Meurer verabschiedet - Straßenmeisterei gab Abschiedsparty
gst. In Anbetracht des sommerlichen Wetters hatte Heinz Meurer seine Abschiedsfeier in den mit Maiengrün geschmückten Innenhof der Straßenmeisterei Oberpleis verlegt. 28 Jahre leitete der Straßenbaufachmann die Straßenmeisterei Oberpleis. Jetzt wurde er 58-jährig zur Zentralverwaltung nach Köln versetzt. Der allseits beliebte Heinz Meurer hatte mehr als 100 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Industrie, Forstverwaltung und Polizei zu einer Abschiedsparty eingeladen. Sie alle kamen in die „Gartenwirtschaft Meurer & Co." wie auf einem großen Schild am Eingang der Meisterei zu lesen war.
Herbert Kranz, stellvertretender Leiter der Meisterei, würdigte die Leistungen seines Chefs und überbrachte die Glückwünsche der Belegschaft. Als Geschenk wurde ihm eine Schiefertafel, auf der die Reproduktion eines 170 Millionen Jahre alten Ichtiosaurus abgebildet ist, einem Tier, welches auch in unseren Breiten vor undenklichen Zeiten gelebt hat, übergeben. Mit diesem Geschenk soll auf die vielen Funde hingewiesen werden, die bei Straßenbauarbeiten getätigt wurden. Auch wurde ihm eine Dreieckspyramide mit der Siebengebirgsansicht überreicht, auf der die Worte zu lesen sind „Wärst Du doch in .... geblieben."
Hans Karbach, Leiter des Rheinischen Straßenbauamtes in Bonn, sprach die Laudatio auf Heinz Meurer und nannte ihn einen freundlichen, loyalen, zuverlässigen und vertrauenswürdigen Straßenbaufachmann, der von Hause aus ein erfahrener Ingenieur ist. Das wohl schwierigste Werk während seiner Amtszeit war der Bau der neuen B 42. Von der ersten Planung bis zur Vollendung gingen mehr als 25 Jahre ins Land. In humorvoller Form streifte Josef Holzern, Leiter der Straßenmeisterei Lohmar, das Lebenswerk seines Freundes Heinz Meurer und überreichte ihm insgesamt vier Bände „Chronik Tag für Tag in Wort und Bild" von 1936, dem ersten Schuljahr von Heinz Meurer, bis zum heutigen Abschied aus dem Siebengebirge.
Polizeioberrat Egon Voß brachte ein „lustiges, langes Sündenregister" über Heinz Meurer mit. Doch unter dem Gelächter der Anwesenden zerriß er die vielen Computerseiten und überreichte ihm eine Urkunde, die ihn zum Freund der Polizei ernennt. Zum „Polizeikommisar honoris" beförderte Polizeidirektor Horst Laenger ·den Scheidenden, der nun, so Hans Karbach, „trockene Arbeit" in Köln leisten wird. Laenger überreichte dem Neuernannten eine Urkunde, die die Ernennung in bunter Schrift belegt. Abschiedsworte sprach auch Landesverwaltungsdirektor von Bismarck-Osten.
Heinz Meurer wurde am 31. Mai 1930 in Großmaischeid im Westerwald geboren. In Dierdorf schloß er 1946 seine Schulausbildung mit dem Mittelschulabschluß ab und begann eine Maurerlehre, wobei er schon mit am Aufbau kriegszerstörter Häuser und Brücken im Raum Dierdorf mitarbeitete. 1951 bestand er sein lngenierexamen für Tiefbau an der Staatsbauschule Idstein im Taunus. Bei einem Kölner Bauunternehmen wurde ihm der Brückenbau, der Kanalbau, der Industriebau und der Erdbau im Rheinischen Braunkohlengebiet übertragen. Seit 1953, also seit 35 Jahren, ist Meurer nun in der Straßenbauverwaltung tätig, zunächst bis 1956 beim Landesstraßenbauamt Düsseldorf, dann ein Jahr beim Landesstraßenbauamt Köln, bis 1960 als Leiter der Straßenmeisterei Lechenich und seit 1960 bekleidete Meurer den Posten eines Leiters der Straßenmeisterei Oberpleis/Königswinter. Einige Jahre war Meurer auch Mitglied im Berufsbildungsausschuß, über zehn Jahre im Prüfungsausschuß für Straßenwärter, auch oblag ihm die Ausbildung der Azubis. Zu erwähnen sind noch seine Aktivitäten als Schriftführer in der Fachgruppe „Straßenbau" im Bund der Technischen Beamten von 1964 bis 1981 und Vorsitzender des Arbeitskreises „Straßen- und Verkehrswesen" im gleichen Bund von 1965 bis 1987.
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