Aufnahme: 1973

Prof. Dr. Werner Heinen der Autor unserer neuen heimatkundlichen Plauderei, ist ein echter Oberpleiser Sohn

"Er wurde am 23. Oktober 1896 als Sohn des Apothekers Dr. Franz Heinen und dessen Ehefrau Antonie geb. Mehliß in der alten Löwen-Apotheke in Oberpleis geboren. Vier Jahre besuchte er zunächst die alte Volksschule von Oberpleis und anschließend das Königliche Gymnasium in Siegburg. Später studierte er in Bonn Mathematik und Naturwissenschaften, hauptsächlich Botanik und Zoologie. Seine Assessorprüfung legte er in Köln ab, wo er 1923 promovierte. Dann folgten Jahre als Studienassessor in Köln und Essen und als Studienrat in Bergneustadt und Essen, zuletzt in Oberhausen.

1947 wurde er Dozent an der Pädagogischen Hochschule in Oberhausen, kam 1953 nach Köln und wurde dort Professor an der Hochschule Köln. Offiziell wurde er im Jahre 1962 pensioniert, blieb aber bis zum 70. Lebensjahr noch im Lehramt. Auch heute ruht der unermüdlich Schaffende nicht. Er rezensiert für den 'Literarischen Ratgeber' im Jahr 50 bis 60 Neuerscheinungen und ist auch weiterhin literarisch tätig. Prof. Werner Heinen, der heute in Köln im Ruhestand lebt, hat über 20 Bücher veröffentlicht und zahlreiche Beiträge zu Sammelausgaben und Zeitschriften geschrieben. 20 Jahre lang war er 2. Vorsitzender des Westdeutschen Autorenverbandes (WAV), dessen Ehrenmitglied er heute ist. Trotz seiner Tätigkeit in drei Großstädten und einer Kleinstadt hat er seine geliebte Heimat, sein Oberpleis, nie vergessen.

Ihr widmete er sein bekanntes Buch 'Die Insel', welches für diejenigen, die Alt-Oberpleis gekannt haben, von großer Bedeutung ist. Als eine Widmung an die Heimat ist wohl auch seine Erzählung ‚Jugenderinnerungen an die Brölbahn‘, mit deren Veröffentlichung wir heute beginnen, zu verstehen. Bei der Lektüre dieser Plauderei wird wohl mancher Oberpleiser sich schmunzelnd seiner eigenen Jugend erinnern, als ‚et Brölbähnche‘ noch keuchend und fürchterlich qualmend, ständig bimmelnd und pfeifend durchs Pleistal kroch, als es noch nicht so hastig zuging, als noch Gemütlichkeit und Humor den Alltag verschönten und als es noch eine 'Reise' war, von Rostingen nach Siegburg zu fahren. Längst ist 'et Brölbähnche' verschwunden, sind die Schienen abmontiert und die Schwellen demontiert. Was uns bleibt ist die Erinnerung an ein heimatliches Idyll, dem nachzutrauern selbst in unserer fortschrittlichen Zeit gestattet ist. H. Wicharz"


Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 3 vom 19.01.1973
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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Persönlichkeiten und Originale Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
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