Aufnahme: 1971
Neuer Direktor des Städtischen Krankenhauses Siegburg wurde der in Oberpleis wohnende Prof. Dr. Reinhard Schober
Der seit fünf Jahren in Oberpleis wohnende Prof. Dr. Reinhard Schober wurde mit Wirkung vom 1. 7. 1971 für die Dauer von drei Jahren vom Siegburger Stadtdirektor zum ärztlichen Direktor des Städtischen Krankenhauses Siegburg ernannt. Prof. Schober obliegt mit dieser Ernennung die Aufgabe, die ärztlichen Dienste zu koordinieren und die ärztlichen Belange gegenüber der Verwaltung zu wahren. Prof. Schober ist mit dieser Aufgabe auch verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, daß die gesundheitsbehördlichen Vorschriften im Hause erfüllt werden. Ebenfalls ist Prof. Schober für die Fortbildung des medizinisch-technischen und des pflegerischen Personals verantwortlich. Der neue ärztliche Direktor wurde Nachfolger von Prof. Schild, der Gynäkologe am Städtischen Krankenhaus Siegburg ist.
Prof. Schober wurde am 13. Dezember 1921 als Sohn des Facharztes für Kinderkrankheiten Dr. Wilhelm Schober in Breslau geboren. Im Frühjahr 1939 bestand er am humanistischen Maria-Magdalenen-Gymnasium in Breslau die Reifeprüfung und begann das Medizinstudium 1940 als Wehrmachtsangehöriger in Berlin. Nach dem Physikum studierte er, durch Frontkommandos und Verwundung unterbrochen, in Breslau und Hamburg, wo er im Frühjahr 1945 das Staatsexamen ablegte und die Approbation erhielt. In den Jahren 1945 und 1946 arbeitete Prof. Schober als Medizinalpraktikant und Assistent auf der Medizinischen und Chirurgischen Abteilung des großen Internierten Krankenhauses in Vilshofen an der Donau. Um sich eine breite theoretische Grundlage zu verschaffen, ging er im Jahre 1947 als wissenschaftlicher Assistent an das Pathologische Institut der Universität München. Nach Abschluß seiner Ausbildung als Fachpathologe vollzog er 1952 den Übertritt zum klinischen Fach der Röntgenologie und der Strahlenheilkunde und ging als wissenschaftlicher Assistent an das Röntgeninstitut der Chirurgischen Universitätsklinik in München.
In der zweiten Hälfte des Jahres 1955 übernahm Prof. Schober die Leitung des Röntgeninstituts der Neurologischen Universitätsklinik in Basel. In diesem Institut hat er vor allem auf dem Gebiet der Hochvolttherapie gearbeitet. Im Jahre 1959/60 war er am Radiologischen Institut der Universität Freiburg, um seine Ausbildung in der Nuklearmedizin und auf dem Gebiet des Strahlenschutzes zu vertiefen. Im April 1960 ging der ärztliche Direktor als erster Oberarzt an das Zentral-Strahleninstitut der Universität des Saarlandes. In dieser Position wurde ihm der Auftrag erteilt, im Rahmen der dezentralisierten Zentralisation der Radiologie an den neuerbauten Kliniken für Chirurgie und Neurochirurgie Ausbau, Einrichtung und Leitung der Röntgenabteilung zu übernehmen. Als leitender Oberarzt des Zentral-Strahleninstituts und ständiger Vertreter seines Chefs, überblickte er zugleich das gesamte diagnostische und strahlentherapeutische Krankengut der Universitätskliniken. Im Juli 1963 erhielt er die „Venia legendi" für das Fach medizinische Strahlenkunde und wurde zum Privatdozenten ernannt. Im Herbst 1963 hat Prof. Schober am Röntgeninstitut der Universität Lund in Schweden gearbeitet, um sich in speziellen Methoden der Kontrastdarstellung von Gefäßen fortzubilden. Im Jahre 1964 hielt sich Prof. Schober mehrere Monate in den Vereinigten Staaten auf und hat eine Reihe von Vorträgen aus seinen Arbeitsgebieten gehalten. In diesem Rahmen hat er zahlreiche repräsentative Institute aufgesucht, um deren Organisation und Arbeitsweise zu studieren und mit deren Leitern wissenschaftliche Gedanken auszutauschen.
Im Sommer 1965 wurde ihm für seine Arbeiten über die gefäßdiagnostische Erschließung des Bronchialarteriensystems auf dem Internationalen Kongreß für Radiologie der Schleußner-Preis der Deutschen Röntgengesellschaft einstimmig zuerkannt. Anfang des Jahres 1966 hat er an der Strahlentherapeutischen Abteilung der Universitätskliniken in Erlangen gearbeitet, um sich in der Therapie mit ultraharten Röntgenstrahlen und schnellen Elektronen fortzubilden. Ein weiterer Aufenthalt in Schweden, nämlich im Herbst 1967, diente der Einarbeitung in die dort entwikkelte Methode der radiologischen Funktionsdiagnostik. Als im Jahre 1966 die Stelle des Chefarztes des Zentralröntgeninstituts und der Strahlenabteilung des Städtischen Krankenhauses in Siegburg zu besetzen war, reizte ihn die Aufgabe, an dieser neuerbauten modernen Krankenanstalt die Einrichtung und Organisation des außergewöhnlich großzügig ausgestatteten Instituts zu übernehmen. Trotz seiner vielfältigen Aufgaben findet Prof. Schober noch Zeit, als Angehöriger der Medizinischen Fakultät der Universität des Saarlandes in Homburg regelmäßig Vorlesungen zu halten. Am 11. Juni 1968 wurde er zum Professor ernannt. St
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