Aufnahme: 1967 (Ausgabe SZ)
Apotheker Dr. Franz Heinen zum 100. Geburtstag - von seinem Sohn Prof. Dr. Werner Heinen
"Am 6. März 1967 wäre der Apotheker, Dr. Franz Heinen, 100 Jahre alt geworden.
Er erwarb die Apotheke in dem für die damaligen Verhältnisse großen Haus an der Dollendorfer Straße in Oberpleis im Herbst 1895. Anfang Februar 1896 verheiratete er sich mit der Apothekerstochter Antonie Mehliß aus Linz am Rhein.
Für die Geschichte des Dorfes und der Gemeinde erwarb er sich, der einer Kölner Kaufmanns- und Fabrikantenfamilie entstammte, vielseitige Verdienste. Ihn kümmerten zunächst die hygienischen Verhältnisse. Damals hatte noch fast jedes Haus einen Brunnen, und Typhusfälle waren nicht selten. Schon um die Jahrhundertwende bemühte sich Dr. Heinen um eine Kanalisation zur Sammlung der Abwässer, sodann um die Wasserleitungen in Oberpleis, aber auch der weiteren Umgebung.
Aus meiner Kinderzeit weiß ich mich noch sehr gut zu erinnern, dass er die chemischen Analysen der Quellen in zahlreichen Nachbardörfern durchführte. Später durfte ich dabei helfen, bis es sogar zu bakteriologischen Testversuchen kam. Den größten Erfolg hatte er eigentlich, als er mit dem damaligen Hauptlehrer und späteren Rektor Hardt und dem Lehrer Schonauer aus Thomasberg, einem weit über die Grenzen der Heimat hinaus bekanntgewordenen Gesteinsforscher, den Verein „Heimatpflege" gründete, den er nach dem Vorbild des Westerwaldvereins, dessen Vorstandsmitglied er war, so aufbaute, dass die genannten drei Herren einen -„Zentralvorstand" bildeten, in den die anderen ohne weiteres hineinreden konnten.
Bald erwarb der Verein „Heimatpflege" - ein viel- besseres Wort, als der schon viel länger bestehende „Verschönerungsverein", der sich, an sich verdienstvoll genug, in der Hauptsache um die Aufstellung von Bänken an schönen Aussichtspunkten bemühte - käuflich die untere Hardt, wo wir als Kinder am „ Sedanstag" unsere harmlosen Schlachten lieferten. Ich glaube nicht, dass es da jemals auch nur eine kleine blutige Nase gegeben hat.
So schufen sie denn mit uneigennütziger Unterstützung der Gartenbaufirma Dahs und Reuter, insbesondere der Brüder Heinrich und Adolf Dahs, die Hardt, das kleine Waldparkgelände mit dem herrlichen Blick auf das Dorf und auf die Krönung des Siebengebirges, den Olberg.
Auch in seinen späteren Jahren war Dr. Franz Heinen im kommunalen Leben der Gemeinde nicht untätig. Viele Jahre lang verwaltete er das so undankbare Amt eines Schiedsmannes. Auch war er über Jahrzehnte hinaus zur Amtszeit des tüchtigen und gewissenhaften Bürgermeisters Komp erster Beigeordneter der Bürgermeisterei.
Nach längerem Leiden, aber doch plötzlich, starb er im Januar 1946. Seine Witwe folgte ihm ein viertel Jahr später.
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