Aufnahme: 1923
„De Zens Hendrich“
Heinrich Zens, genannt „Zens Hendrich“, war Schuhmacher und Tanzlehrer. Er ging, wie damals üblich, von Hof zu Hof und reparierte Schuhe.
Viele Oberpleiser und Thomasberger haben in der Zeit zwischen den zwei Weltkriegen von Heinrich Zens bei den Klängen seines „Quetschböggels“ das Tanzen gelernt, manche in seiner Scheune in Weiler. Man erzählt, er habe mit einem gefüllten Glas Wein auf dem Kopf Walzer tanzen können, ohne einen Tropfen zu verschütten. Legendär ist auch seine Anweisung: „Eins, zwei, drei, dä Aasch eröm!“
Als er sich einmal über einen Tanzunterrichtsteilnehmer bis zur Weißglut ärgerte, herrschte er ihn an: "Wenn me he net beim Danz- un Aanstandsunterrich wöre, schlöch ich de dä Quetschböggel öm de Ballech!"
Bei einer Tanzstunde im Post-Mattes-Saal, an der auch die Jugend aus Weiler teilnahm, hörte Heinrich Zens auf einmal mitten im Tanz mit dem Akkordeonspiel auf und rief: „Wat sehn ich do? Dat dä Pötz Chress met uhsem Lisa danz, die de Maul- un Klauenseuch han!“ - Da Heinrich nebenher auch noch eine kleine Landwirtschaft betrieb, war sein ungalanter spontan-ängstlicher Ausruf verständlich, denn die hoch ansteckende Maul- und Klauenseuche erschreckt noch heute jeden, der mit Vieh zu tun hat.
Andererseits musste er auch von seinen Tanzschülern einiges einstecken:
"Mir rießen demm Zens sing Pöhl us, sing Pi - Pa - Pöhl us! Mir han se usjeresse un en de Kluhs jeschmesse!" (Wir reißen dem Zens die Pfähle aus. Wir haben sie ausgerissen und in den Teich geschmissen) sang man gerne schon mal während des Tanzunterrichts, um ihn zu ärgern.
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