Feuerwehrfahrzeug nach eigenem Modell

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Aufnahme: 1989

Feuerwehrfahrzeug nach eigenem Modell

„Das erste Feuerwehrfahrzeug 'Gerätewagen Gefahrgut', konzipiert nach technischen Angaben der Uthweiler Feuerwehr, wurde am Sonntagvormittag durch den Stadtfeuerwehrchef, Stadtdirektor Franz Josef Schmitz, seiner Bestimmung übergeben und von Pater Columban kirchlich geweiht. Uthweiler Wehrleute unter der Anleitung von Hauptbrandmeister Felix-Peter Bäßgen haben in fast jahrelanger Arbeit dieses Fahrzeug entwickelt, welches international von deutschen und schweizerischen Firmen und schließlich von einer österreichischen Firma gebaut wurde. Inzwischen entstanden aber nach dem 'Uthweiler Modell' bereits zwei weitere Fahrzeuge für Wehren innerhalb der Bundesrepublik. Wie Kreisbrandmeister Wolfgang Mirbach erklärte, ist dieses neue Fahrzeug das erste seiner Art im Rhein-Sieg-Kreis.

Den Schlüssel zum neuen Fahrzeug, das rund 1/2 Million Mark kostete, überreichten Wehrchef Stadtdirektor Schmitz sowie Stadtbrandmeister Theo Lämbgen an den Uthweiler Feuerwehrchef Felix-Peter Bäßgen. Stadtdirektor Schmitz betonte in seiner Glückwunschansprache, dass das Land zur Beschaffung dieses Fahrzeuges keinen Zuschuss gegeben habe. Er sei dem Rat dankbar, dass dieser die Genehmigung erteilt habe, für die Anschaffung dieses Feuerwehrfahrzeuges 500.000 Mark bereitzustellen. Alle Redner gaben der Hoffnung Ausdruck, dass dieses Fahrzeug wenig zum Einsatz kommen möge. Es sei aber heute notwendig, weil es immer wieder Unfälle beim Gefahrguttransport gebe. Mögen aber die Wehrleute immer ohne gesundheitlichen Schaden zu erleiden nach Hause zurückkehren.

Die Patenschaft über dieses Fahrzeug übernahmen Helene Krämer und der Altwehrchef Michael Dahm. Sie schenkten der Wehr zur Ausgestaltung des Gerätehauses ein Kreuz. Der Kapellenchor schmückte die Feierstunde gesanglich aus. Glückwünsche übermittelten mit finanziellen Spritzen die Bürgervereine von Uthweiler und Oberpleis. Das Fahrzeug besitzt einen 250-PS-Motor, hat einen Allradantrieb, ein Gesamtgewicht von 13.500 kg und ist acht Meter lang. Das Einsatzgebiet des neuen Wagens ist das gesamte Stadtgebiet. Er ist mit vielen technischen Raffinessen ausgestattet, nach den modernsten Richtlinien.

Am Vorabend lud die Feuerwehrfamilie im Zelt vor dem Feuerwehrhaus zu einem Bayerischen Abend ein. Die Wehrleute hatten eigens für dieses Fest einen Schuhplattlertanz eingeübt. Die Aufführung wurde von einem Riesengaudi der Besucher begleitet. Zur Unterhaltung und zum Tanz spielten die 'Original Oberhauer Bergmusikanten' auf. Für das leibliche Wohl ihrer Gäste hatten sich die Wehrleute etwas besonderes einfallen lassen. Zwei Mitglieder der Löschgruppe waren am Veranstaltungstag nach München gefahren und hatten dort Spezialitäten wie Leberkäse, Weißwürste, Wienerle und Salzbrezeln für die Gäste des Abends eingekauft. Natürlich wurden auch verschiedene Getränke aus dem Freistaat angeboten. Bei der Einweihung des neuen Fahrzeuges am Sonntagmorgen spielten im Rahmenprogramm verschiedene Musikzüge auf. Die befreunde Wehr aus Marbach wohnte den Feierlichkeiten bei."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 17 vom 27.04.1989; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
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