Aufnahme: 1989

86 bestanden das Abitur

gst „Das Abitur bedeutet heute nicht mehr wie ehedem, Zeugnis der Reife', sondern nur noch ,Zeugnis der Hochschulreife'. Dies sagte Oberstudiendirektor Klaus Breuer bei der Abiturfeier für 86 junge Menschen (46 Mädchen und 40 Jungen), die nun das Gymnasium am Olberg in Oberpleis verlassen haben. Breuer ermahnte die Scheidenden, in ihrem Leben Phantasie zu entwickeln, auch für soziale Situationen. Die Hilfsbereitschaft und Zuverlässigkeit solle man als Bedingungen des gemeinsamen Lebens anerkennen. Man solle sein Leben nicht in der Zukunftsverweigerung vertun. Denn Verweigerung sei das Ende der Zukunft. Er rief seine ehemaligen Schülerinnen und Schüler auf, die Freiheit zu nutzen und risikofreudig zu sein. Mit der Traumnote 1,0 verläßt Sonja Feiden das Gymnasium. Sie erhielt für ihre Leistungen ein Buch der deutschen chemischen Industrie.

Buchgeschenke zum Abschied gab es auch für Henning Knippschild, der vier Jahre in der Theatergemeinschaft mitwirkte, für Evelyn Loosch, die neun Jahre dem Schulorchester treu war, und für Bodo Krause für die Organisation von Benefizveranstaltungen. Die Entlassungsfeier begann und endete mit den Darbietungen des Schulorchesters unter der Leitung von Oberstudienrätin Ilse Decker. Aufgeführt wurden Werke von Henry Purcell und Georg Gershwin. Für die Stadt Königswinter sprach stellvertretender Bürgermeister Herbert Krämer Grußworte. „Optimistisch in die Zukunft sehen". Unter  diesem Motto stand die Ansprache des Elternvertreters Eckhard Schulze-Rauschenbach. Jahrgangsstufenleiterin Brigitte Domke sagte in ihrer Ansprache: „Der Weg, der hinter Euch liegt, war nicht leicht; aber der Weg, der vor Euch liegt, wird es auch nicht sein. Die Schulzeit hatte sicher auch ihre schönen Seiten; ob die Zukunft sie hat, wird sich zeigen."

Dann ging Brigitte Domke auf die schönen Erlebnisse während ihrer Schulzeit ein. So habe sich ein Junge zu den Mädchen gesetzt, weil er nicht von seiner ersten Freundin weichen wollte. Sie blickte auch zurück auf schöne Klassenfahrten, räumte aber ein, daß sich die nun Scheidenden in den ersten Jahren bereits gegen die Anrede „Kinder" wehrten. „Im Laufe der Jahre machte ich die Feststellung, daß Ihr alle aufgeschlossen, phantasievoll, sensibel, sehr engagiert, einsatzfreudig, intelligent und gesprächsfähig seid."

Fast 90 Prozent der Abiturientinnen und Abiturienten wollen nun ein Hochschulstudium aufnehmen. Einige allerdings wollen zwischen Schule und Studium eine Lehre einschieben. Brigitte Domke: „Ich wünsche Ihnen, daß Sie zwischen den Extremen, zwischen der immer wieder beschworenen und gefürchteten Zukunfstalternative, zwischen töten und durch die Ausbeutung des Menschen und der Erde und sterben in einer atomaren Katastrophe oder durch die Zerstörung der Umwelt einen dritten Weg finden: Leben zu ermöglichen."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 22 vom 01.06.1989; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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