Windmühle als Attraktion bei einer Werkkunstausstellung

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1988

Windmühle als Attraktion bei einer Werkkunstausstellung

Die Siebengenirgs-Zeitung berichtete:

gst. Einen Einblick in den Technikunterricht der Gemeinschaftshauptschule Oberpleis vermittelt eine wohl einmalige Ausstellung der Schüler und Schülerinnen den Besuchern der Raiffeisenbank in Oberpleis. In der Schalterhalle sind zahlreiche Werkstücke zu sehen, die im Kunstunterricht hergestellt worden sind, so im Zeichenunterricht, in der Holz-, Keramik- und Elektrotechnik. Die Schau ist bis zum 4. März zu besichtigen. Die ausgestellten Schülerarbeiten zeigen, dass es viele Möglichkeiten gibt, Schüler sinnvoll mit technischen Verfahrens- und Fertigungsweisen bekannt zu machen. In seiner Ansprache betonte der Leiter der Schule, Paul Landsberg, dass die Schülerinnen und Schüler seiner Schule schon viele nette Kunstgegenstände geschaffen haben. Er erinnerte daran, dass der Fries von Alt Oberpleis, der die Aula des Schulzentrums schmückt, die Landsberg als die gute Stube von Oberpleis bezeichnete, ebenfalls von ehemaligen Schülern der Schule zum Jubelfest des TuS Oberpleis geschaffen worden ist.

Die Hauptschulaula, die schönste und kleinste in der Stadt Königswinter, so Landsberg und Bürgermeister Günter Hank, wurde ebenfalls von Lehrern, Eltern und Schülern der Hauptschule in Eigenleistung mit Wandverkleidungen, Einbauschränken für die Musikinstrumente, mit einer Bühne und einem Regieraum vervollständigt. „Das hat der Stadt keinen Pfennig gekostet", resümierte Paul Landsberg. Ziel des praktischen Arbeitens im Werkunterricht der Schule ist es, so Landsberg, dass die jungen Menschen ihr Weltverständnis und ihr Selbstverständnis auch dadurch erarbeiten, dass sie sich mit den verschiedensten Werkstoffen auseinandersetzen und durch praktisches Arbeiten schöne und funktionelle Sachen machen.

Schulrat Wilfried Hahn sprach der Raiffeisenbank seinen Dank aus, die mit dieser Ausstellung in ihren Räumen der Schule die Gelegenheit gibt, ihre Leistungen zu präsentieren. Gerade die Hauptschulen hätten die Aufgabe, die jungen Menschen zum handwerklichen Arbeiten zu erziehen, denn mit dem Handwerk könne man noch sein Brot verdienen. Bürgermeister Günter Hank erinnerte in seiner Ansprache an die Unruhen an der Schulfront. „Man soll doch die Schule in Ruhe arbeiten lassen." Hank bedauerte zwar die ständig sinkende Schülerzahl. Dies gebe aber auch Gelegenheit, wieder Klassen mit niedrigeren Frequenzen einzurichten, statt 25 Schüler vielleicht mal 18, damit auch arbeitslose Lehrer wieder eine Stelle erhalten.

Leider habe die Stadt darauf aber keinen Einfluss. Auf das Handwerk zurückkommend richtete Hank die dringende Bitte an die jungen Menschen, ein Handwerk zu lernen, denn das Große Latinum in der Tasche allein nütze nichts. In der Altstadt habe es vor dem Krieg zehn Malerbetriebe gegeben, heute seien es nur noch zwei, acht Schuhmacherwerkstätten gab es, heute ebenfalls nur noch zwei und von den acht Schreinereien sei keine mehr übriggeblieben. Hank: „Ein Handwerker könnte also heute mehr verdienen als ein Amtsgerichtsrat." In der Ausstellung zu sehen sind eine Riesenwindmühle, Hubschrauber, Pferde, Elefanten, Brücken, Spielzeuge, ein Riesenrad (alles aus Holz) sowie ein Schachspiel, ein herrliches Teeservice und vieles andere mehr. Die siebten bis zehnten Klassen arrangierten diese Schau, und dazwischen kosteten die Gäste das kalte Buffet aus dem Wahlpflichtfach „Wie bewirte ich unsere Gäste" unter Gaby Reusch-Birkhäuser.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 8 vom 25. Febr. 1988
Zur Verfügung gestellt von
Foto: Fritz Karl Birkhäuser
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