Alle mit der Mittleren Reife entlassen - Schulleiter Steinmann zeichnet die besten Schulabgänger aus

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1988

Alle mit der Mittleren Reife entlassen - Schulleiter Steinmann zeichnet die besten Schulabgänger aus

"Stolz ist die Realschule Oberpleis auf das Abschlussergebnis: Alle 41 Jungen und 36 Mädchen der drei zehnten Klassen bekamen das Realschulzeugnis. 47 Schülerinnen und Schüler erhielten den Qualifikationsvermerk zum Besuch der Oberstufe des Gymnasiums. Schulleiter Karl Josef Steinmann überreichte zusammen mit den Klassenlehrer(innen) Jochen König, Ursula Colling und Adelheid Sander die Zeugnisse. Dabei gab es von den Scheidenden Abschiedsgeschenke an die Pädagogen. Mit Buchgeschenken ehrte der Schulleiter die jeweils Besten der drei Entlassklassen: Rocco Gerhardt, Nicole Pinnen, Jörg Sperner, Arabella Okulu‚ Bemd Limbach und Susanne Engfeld. 42 der 77 Abgänger wollen einen Beruf erlernen und 35 besuchen weiterhin eine Schule. In seiner Ansprache stellte Direktor Steinmann die Schule von früher und heute gegenüber. So habe die erste Schule auf dem Boden der heutigen Stadt Königswinter in Heisterbach gestanden, im damaligen Kloster Heisterbach. Die Schüler kamen freiwillig, während wir heute von Schulpflicht reden.

Heisterbach war eine kleine Schule für junge Männer, die der Welt entsagen wollten und deshalb ins Kloster eintraten. Heute bestehen in Königswinter 14 Schulen und das Lernen ist weit angenehmer geworden. Und trotzdem gebe es Frust gegen das Schulleben. Nur ein kleiner Prozentsatz junger Menschen besucht gern die Schule, die meisten empfinden den Unterricht als notwendiges Übel. 'Wie soll man ansonsten Schulschwänzerei und das Verweigern der Hausaufgaben erklären', stellte Schulleiter Steinmann fest. Und weiter: „Mir ist auch die Orientierungslosigkeit der jungen Menschen von heute aufgefallen. Vielen steht im Schulleben noch kein Lernziel vor Augen. Junge Menschen hören bisweilen nur, dass Erwachsene über ihre Arbeit stöhnen. Arbeitgeber werden als Ausbeuter hingestellt und trotz immer kürzer werdender Arbeitszeit sei sie immer noch zu lang, wird argumentiert. Die Freizeit sei zu kurz und der Lohn zu gering.

Da ist es doch nicht verwunderlich, dass viele junge Menschen kein Interesse daran haben, sich für einen Beruf ausbilden zu lassen. "Wir müssen in der beruflichen Arbeit wieder ein erstrebenswertes Ziel sehen. Arbeit soll uns helfen, uns als Mensch zu verwirklichen", führte Steinmann aus. Die Glückwünsche der Stadt überbrachte der stellvertretende Bürgermeister Herbert Krämer. Er betonte, dass die Realschule besonders praxisnah und berufs-orientiert arbeite. Sie meistere auch jede Veränderung im Berufsleben. Schulpflegschaftsvorsitzender Dieter Fehlemann möchte die Tradition an der Schule erhalten wissen. In lustiger Form zogen die Schülersprecher Andreas Beez und Cordula Schopen die Lehrer durch den Kakao.

Begonnen hatte die Feierstunde mit dem Schullied, getextet vom ersten Schulleiter Ewald Kaiser und vertont von Johannes Lubrich, der auch den Schulchor leitete. Carolin Hoff sprach Worte zum Nachdenken von de Saint Exupery. Jens Räcker, Christoph Müller und Dietmar Müller erfreuten mit einem Bläserstück. Inge Führ hatte mit Schülerinnen einen Jazzdance eingeübt, der viel Beifall fand. Vor der Zeugnisübergabe sang der Chor ein Abschieds-lied und ganz zum Schluss erklang die Nationalhymne. Begonnen hatte der Tag mit einem ökumenischen Gottes-dienst in der katholischen Kirche, gehalten von den Pfarrern Willi Müller und Heiko Schmitz und gestaltet von Thomas Lissek, Gisela Fechner und den Zehnerklassen."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 26 vom 30.06.1988
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
Räume & Galerien
Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989) Schulen
Aufrufe
1835

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.