Gelungene Wandmalerei in der Realschule

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1988

Gelungene Wandmalerei in der Realschule

"Inspiration kam durch die Wände Wandmalerei in der Realschule Oberpleis

Als die Realschule Oberpleis 1978 vom jetzigen Hauptschulgebäude in ihr neues Quartier zog, brachte der Wechsel für Schüler und Lehrer ein faszinierendes, großzügiges Angebot an Räumlichkeiten, Technik etc. Nur mit einem konnte man sich schwer abfinden: Was hatten sich die Architekten wohl bei dieser Innengestaltung gedacht? Sichtbeton, wohin man schaute - alles grau in grau. Die triste Stimmung wurde auch nicht durch die blauen Verblendungen und orangefarbenen Türen aufgehellt. Die Erinnerung an Luftschutzbunker aus dem 2. Weltkrieg wurde wach.

Da griffen, nachdem die Ehrfurcht vor dem neuen Bau etwas nachgelassen hatte, Schüler zur Selbsthilfe. Einige Klassen begannen, mit der Unterstützung ihrer Kunstlehrer, die Wände anzumalen. Und da es gut aussah, verließ man die Enge der Klassenräume und versuchte sich an den Innenwänden des Hauses. Ausprobiert wurde zuerst im Keller - falls etwas schief ginge! Auf einer acht Meter langen Wand vor dem Hauswirtschaftstrakt entstand das Schlaraffenland, mit allen Vorstellungen, die Kinder dabei haben können. Andere Ideen folgten: Der Harlekin auf der Mondsichel, das große weiße Traumpferd, die Südseelandschaft und natürlich auch eine Impression vom Tag danach.

Da die Arbeit nun mit Klassen alleine nicht mehr zu schaffen war, wurde eine AG gegründet, die die Aufgabe etwas systematischer anging: Im Treppenhaus entstanden und entstehen Bilder aus der Geschichte, von der Steinzeit bis hin zur Neuzeit. Vor dem Biologieraum haben die verschiedenen Erdzeitalter ihren Platz gefunden. In der Vorhalle des Schwimmbades ist eine phantasievolle Wasserwelt entstanden (übrigens die gelungenste Gestaltung). Und in Arbeit ist nun ein dekorativer Fries in der Turnhalle.

Das jüngste Werk sollte den mehr spontan arbeitenden jüngeren Schülern vorbehalten bleiben. Im Rahmen einer Projektwoche verwandelten 10- bis 13jährige Schüler unter Anleitung von einigen erfahrenen Wandmalern der Klassen 10 eine ca. 16 Meter lange Wand innerhalb von drei Tagen in ein Kolossalgemälde zum Thema „Meine Heimat". Das Ergebnis kann sich sehen lassen, eine tolle Leistung.

Alle Arbeiten sind nicht gleich gut. Es gibt hervorragende, mittelmäßige und schlechte. Letztere werden irgendwann einmal wieder überpinselt und somit wird neuer Malgrund gewonnen. Der Effekt dieser Wandmalerei ist ein zweifacher: Das mutwillige Zerstören und Beschmieren der Wände hält sich in dieser Schule in Grenzen. Man zerstört nicht das, woran man selbst oder Freunde stundenlang gearbeitet haben. Das andere, nicht weniger Wichtige ist, dass Schüler bei der Gestaltung ihrer Schule ein bisschen selbst mitwirken können - und Spaß macht es auch noch."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 18 vom 05.05.1988
Zur Verfügung gestellt von
Friedrich Müller
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Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989) Schulen
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