Aufnahme: 1987
Haus Maranatha wieder Heim für junge Menschen
gst. Zehn Jahre lang beherbergte der Christliche Verein Junger Männer aus Bonn junge Menschen, die mit sich selber nicht mehr klarkamen im Haus Niederbach bei Oberpleis. Doch 1984 mußte der Verein aus finanziellen Gründen diese Hilfe aufgeben. Nach fast dreijähriger Unterbrechung nimmt nun der Zentralverband des Christlichen Vereins Junger Männer (CVJM) diese Lebenshilfe, auch in der Seelsorge, im „Haus Maranatha", der Burg Niederbach in Oberpleis wieder auf. Das Haus nimmt junge Menschen im Alter von 18 bis 30 Jahren auf, die infolge von Belastungen, Störungen und Abhängigkeiten nicht mehr in der Lage sind, aus eigener Kraft der Anforderungen an das Leben standzuhalten.
Diese Menschen können durch die Aufnahme in eine christliche Lebens und Familiengemeinschaft Hilfen erhalten, die sie fähig machen sollen, wieder in die normalen Lebensabläufe und -Bezüge eingegliedert zu werden. Nach der Besichtigung des renovierten Hauses fand in der evangelischen Kirche nach einem weltlichen Empfang im Gemeindezentrum die Einführung und Vorstellung der Mitarbeiter dieses Hauses statt. Dieser Feierstunde wohnten Superintendent Helmuth Wirths und Pfarrer Willi Müller von der katholischen Kirche bei. Die kirchliche Einführung vollzog Pfarrer Jürgen Diehl. Die Leitung des Hauses obliegt Hans Wiedemann mit seiner Frau Margret. Ihnen stehen zur Seite die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Gerd und Heide Berger sowie Annerose Sommer. Hans Wiedemann ist von Beruf Sozialtherapeut.
Im Haus Maranatha können bis zu 12 junge Leute aufgenommen werden. Die Leitung des Hauses ist auf Spenden zur Finanzierung der Kosten angewiesen. Der Name „Maranatha" bedeutet in der deutschen Übersetzung „Herr komme bald". Die Voraussetzung zur Aufnahme in „Haus Maranatha" ist der freiwillige Entschluß des Betreffenden sowie seine Offenheit gegenüber der Religion und die Bereitschaft, sich in die Ordnungen des gemeinsamen Lebens einzufügen. Die Hilfe, die angeboten wird, besteht in einer familienähnlichen Gemeinschaft mit bewußt lebenden Christen; regelmäßigen gemeinsamen Bibelstudiums, Lebensberatung in der Gruppe, therapeutischer Beratungen, praktischen Arbeiten in Haus und Garten, sowie Sport und Spiel. Auch wird medizinische Hilfe gewährt. Bereits im 14. Jahrhundert wird das Haus Niederbach erwähnt.
1742, errichtete Franz Caspar Wilhelm von Hillerheim den noch heute bestehenden Bau, der sich jetzt im Besitz der Grafen von Spee in Düsseldorf befindet. Das Herrenhaus war ursprünglich von Wasser umgeben. Die Nutzung des Hauses im Laufe der langen Geschichte ist vielfältig. Für einige Jahre diente das Gebäude als landwirtschaftliche Winterschule. Anschließend lebte und wirkte eine marianische Schwesternschaft bis zum Kriegsende im Haus. Zehn Jahre beherbergte es auch ein Internat mit Sprachschule der Caritas für Aussiedler aus osteuropäischen Staaten.
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