Interview mit dem Steinmetz und Bildhauer Klaus Roese zur Situation des Hochkreuzes

Aufnahme: 1986 (Bericht)

Interview mit dem Steinmetz und Bildhauer Klaus Roese zur Situation des Hochkreuzes

Siebengebirgs-Zeitung: Wie uns bekannt, sind Sie, Herr Roese, als Steinmetz und Bildhauer vom  Arbeitskreis Heimatkunde Oberpleis mit der fachgerechten Restaurierung des Bildstocks an der Post beauftragt worden. Anläßlich eines Rundganges um die Kirche wurden Sie von einem Mitglied des Arbeitskreises auf den Verfall des Hochkreuzes hingewiesen. Können Sie die vom Arbeitskreis als schwerwiegend dargestellten Schäden bestätigen?
Roese: Ja, in vollem Umfange. Ich bin mit dem Arbeitskreis einer Meinung, daß eine Restaurierung, besser gesagt, eine Konservierung, dringend erforderlich ist. Der Verfall dieser wertvollen Kreuzigungsgruppe schreitet durch die vorhandenen Schäden immer schneller voran.

Siebengebirgs-Zeitung:
Worin bestehen die Schäden im Einzelnen?
Roese: Der Altartisch aus Trachyt zeigt deutliche Spuren aufsteigender Feuchtigkeit, die zum Abblättern des Gesteins geführt hat. Von hier aus ist das Wasser auch in die Figuren eingedrungen und hat hier erhebliche Ris­se hervorgerufen, die durch jeden Frost und Temperaturschwankungen vergrößert werden.

Siebengebirgs-Zeitung: Welche Arbeiten halten Sie für dringend not­wendig?
Roese: Um eine dauerhafte Konservierung zu erreichen, muß das Denkmal zuerst einmal austrocknen, das bedeutet, daß das Hochkreuz für einige Zeit eingerüstet und überdacht   werden muß. Nach einer gründlichen Reinigung kann dann mit dem Befestigen und Imprägnieren des Gesteins begonnen werden. Schadhafte Stellen müssen ausgebes­sert bzw. ergänzt werden.

Siebengebirgs-Zeitung:
Sie sprechen auch von Ergänzungen. Worin bestehen  diese?
Roese: Im Faltenwurf des Gewandes der Maria fehlen einige Stellen, die linke Hand des Johannes muß zur Hälfte erneuert werden, im Mittelteil der Schlange ist ein ca. 30 cm langes Stück herausgebrochen und einige Köpfe im Baum der Erkenntnis müssen ergänzt oder neu gefestigt werden.

Siebengebirgs-Zeitung:
Sind diese Schäden auf Verwitterung zurückzu­führen oder lassen sie auf mutwillige Zerstörung  schließen?
Roese: Sicher ist der größte Teil wetterbedingten Einflüssen zuzuschreiben, teils liegt jedoch  auch mangelhafte Restaurierungsarbeit vor, an der Figur des Johannes und der Schlange ist Gewaltanwendung nicht auszuschließen.

Siebengebirgs-Zeitung:
Wie hoch schätzen Sie die Kosten für diese doch umfangreichen  Restaurierungsarbeit?
Roese: Der Arbeitskreis Heimatkunde hat mich gebeten, ihm einen unverbindlichen    Kostenvoranschlag zu erstellen. Danach belaufen sich die Kosten auf ca. 4500 DM. Die Einrüstung ist darin natürlich nicht enthalten. Diese könnte aber doch si­cherlich von ortsansässigen Bauunternehmen zu einem günstigen Preis vorgenommen  werden.

Siebengebirgs-Zeitung:  Wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 11, vom 13.03.1986; Fotograf und Autor unbekannt
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ); Herbert Krämer: Foto
Räume & Galerien
Hochkreuz / Kreuzigungsgruppe Presseberichte Presseberichte 1 (bis 1989)
Aufrufe
119

Etwas zu ergänzen?

Kennen Sie abgebildete Personen, das Jahr oder Hintergründe zu diesem Bild? Schicken Sie uns einen Hinweis – wir prüfen ihn und ergänzen das Objekt.