Projektwoche der Gymnasiasten

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1983

Projektwoche der Gymnasiasten

gst. Erfolgreich für Schüler, Lehrer und Besucher verlief die Projektwoche des Gymnasiums „Am Oelberg" in Oberpleis. Zum Abschluß wurde ein Tag der offenen Tür veranstaltet und viele Bürger kamen, um die Erzeugnisse der Schülerinnen und Schüler zu besichtigen. Bereits vor zwei Jahren reifte der Gedanke, eine Projektwoche in der Schule durchzuführen, um einmal auf ganz andere Weise zu lernen. Die Schüler wollten den Beweis erbringen, daß man außerhalb des Schulalltags mehr Freude am Lernen entwickeln und  so die Schule neu sehen kann. Ziel dabei war es, in gleichberechtigter Gruppenarbeit Theorie und Praxis miteinander zu verbinden. Als Thema der Woche wurde unter einer Menge von Vorschlägen die Formulierung „Unser Umfeld - Unsere Umwelt" herausgesucht. Die Genehmigung zur Projektwoche mußte sogar vom Schulkollegium in Düsseldorf eingeholt werden.

So hatte sich eine Gruppe vorgenommen, ein Waldstück zu säubern. Doch dreimal wurden die Schüler abgewiesen. Die Förster befürchteten, daß die jungen Menschen mehr Flurschäden anrichten könnten, als sie an Müll wegtransportierten. Außerdem hätten schon andere Vereinigungen den Wald gesäubert. Schließlich nahmen sich aber  die Schiller ein Waldstück in Bennerscheid und Eudenbach vor und fanden dort  Berge von Unrat, darunter auch Autowracks. Befragungen vor der Projektwoche waren ermutigend. So hörten die Schiller Antworten wie „super", „toll" oder „fantastisch". Insgesamt brachte das Experiment einen lockeren Unterrichtsstil. Eine Gruppe der Schiller baute auf der Wiese des Schulgeländes einen großen Teich und pflanzte Blumen. Begrüßenswert war, daß viele Eltern die Zeit und Lust hatten, sich aktiv an der Projektwoche zu beteiligen. So bereitete es einer anderen Gruppe denn sehr viel Spaß ein Modell des Bonner Römerlagers herzustellen und auch Seifen und Kosmetika entstanden in Gruppenarbeit.

Man beschäftigte sich auch mit der gesellschaftlichen Situation der Frauen und Mädchen in Oberpleis. „Atomwaffen in unserer Heimat". Dies war eines der vielen Themen, die angeboten wurden. Bei Diskussionen wurde darüber gesprochen, wie groß die Auswirkungen eines Atomschlags auf Gebiete und Menschen, speziell auf die Heimat, sind. Es wurde jedem nahegebracht, wie bedroht Deutschland ist und wie schnell aus einem blühenden Land eine Wüste gemacht werden kann. Referate über die verschiedenen Waffenarten brachten Aufklärung über die Wirkungen. Bei einer Wanderung entlang des Pleisbaches entdeckte eine Schülergruppe, daß die für Oberpleis und Umgebung gebaute Kläranlage ihre Aufgabe nicht ganz erfüllt.

Überschüssige Abwässer würden direkt in den Pleisbach geleitet, stellten die Schiller fest. Bei einer Exkursion zur Untersuchung des Pleisbachtales machte eine andere Schülergruppe eine unglaubliche Entdeckung. An einer wilden Müllkippe wurde in einer Mülltonne ein Tierkadaver in einem schon weit fortgeschrittenen Verwesungsstadium gefunden. Die entsprechenden Behörden wurden informiert, die aber erst drei Tage später in Aktion traten, wie die Schüler berichteten. Weitere Aktionsgruppen: Jugendkriminalität, Müllverwertung in Königswinter, biologische Ernährung und Bau von Segelbooten.  Fazit: Die Projektwoche war ein voller Erfolg. Sobald wie möglich wiederholen, meinten die Schülerinnen und Schüler

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 28 vom 15.07.1983; Foto und Bericht: Günther Steeg
Zur Verfügung gestellt von
Rudolf Pieper (SZ)
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