125 Jahre MGV

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1981

125 Jahre MGV

"Festkommers zum Jubiläum

'125 Jahre deutscher Sang, 125 Jahre reiner Klang, wie viel Schönes ist erklungen, wie viel Lieder sind gesungen. Wie viele werden noch erklingen, Gottes Segen diesem Singen. Möge Sängertreue Euch leiten immerfort in ferne Zeiten.‘ Mit diesem Sängerspruch gratulierte der Vorsitzende des Deutschen Sängerbundes, Siebengebirgsgruppe, Karl Winzen, dem nunmehr 125 Jahre alten und doch jung gebliebenen Gemischten Chor Oberpleis, der sich vor sieben Jahren neu gegründet hat. Winzen überbrachte die Glückwünsche aller Sänger des Deutschen Sängerbundes zu diesem seltenen Jubiläum einer Singgemeinschaft.

Er dankte für die treue Pflege deutschen Chorgesangs und sprach den Wunsch aus, dass die künftige Kulturarbeit im Bergbereich der Stadt Königswinter stets von Erfolg gekrönt sein möge. Namens des Deutschen Sängerbundes überreichte er dem Vorsitzenden des Chores, Bernhard Brungs, die Ehrenurkunde. Winzen hatte auch die Ehre, fünf treue Mitglieder für 25. Jahre Sängertätigkeit auszuzeichnen. Es waren dies Resi Dick, Elisabeth Bellinghausen, Hans-Werner Selzer, Ewald Rau und Franz Bellinghausen. Diese Jubilare erhielten die silberne Ehrennadel. Den Festkommers im Sitzungssaal des Oberpleiser Rathauses eröffnete zum Jubiläum der Jubiläumschor mit einem Kanon und der Weise von Johann Jeep ‚Musica, ganz lieblich Kunst‘. In seiner Begrüßungsansprache schilderte Vorsitzender Bernhard Brungs die wechselvolle Vereinsgeschichte mit ihren Höhen und Tiefen. Dieses seltene Jubiläum begehe man in dankbarer Erinnerung an die Vorgänger, die die innere Bereitschaft mitbrachten, die Pflege des Chorgesangs über viele Jahrzehnte hin am Leben zu erhalten.

Nach Dankesworten, unter anderem an die Adresse der Stadt Königswinter für die materielle und ideelle Unterstützung, wünschte er seinem Gemischten Chor des MGV 1856 Oberpleis, dass es immer wieder Frauen und Männer geben möge, die Freude am Singen haben und denen die Pflege und Erhaltung des wertvollen Liedgutes auch noch über viele Generationen hin am Herzen liegt. Die Festrede hielt der Schirmherr der dreitägigen Festveranstaltungen, Bürgermeister Günter Hank. Er betonte, dass es sich bei diesem 125-jährigen Chor um den ältesten Gesangverein in der Stadt Königswinter handelt. Hank beleuchtete das Jahr 1856, als der Chor gegründet wurde und rief den Zuhörern ins Gedächtnis, was in diesem Jahre alles in der Welt passierte. Die Chorgemeinschaft sei, so Hank, nicht nur der älteste Gesangverein in der Stadt Königswinter, sondern auch der älteste weltliche Verein in der ehemaligen Gemeinde Oberpleis.

Dass gerade in Oberpleis die Kultur großgeschrieben werde, habe der Rat erst kürzlich dadurch gewürdigt, dass er die meisten kulturellen Veranstaltungen in die Aula Oberpleis verlegte. Der humorvolle Bürgermeister erntete Beifall, als er den jungen Dirigenten Edgar Zens als den „Beethoven von Oberpleis" bezeichnete. Namens der 37 000 Einwohner der Stadt sprach er die Glückwünsche aus und überreichte Bargeld, für jedes Jahr des Bestehens zehn Mark, also 1 250 Mark. Bei der anschließenden Gratulationscour der vielen Vereine aus Oberpleis und der Umgebung, darunter auch die Arbeitsgemeinschaft der Königswinterer Chöre, überreichte Johann Weiler im Namen des TuS 05 Oberpleis 1 250 Groschen in einem rot-weißen Geldsack, den Farben des TuS.

Die Glückwünsche des Rhein-Sieg-Kreises überbrachte Vizelandrat Helmut Loos, der betonte, dass das Singen Kommunikationsmittel Nummer 1 sei. Während die meisten Vereine Geld mitbrachten, überreichte Fritz Karl Birkhäuser namens der aus neun Personen bestehenden Arbeitsgemeinschaft der Heimatfreunde eine Sammlung schönen Liedgutes aus dem Jahre 1879. Zu den Gratulanten gehörten auch die in der Stadt vertretenen Parteien. Dank sagte Pfarrer Willi Müller der Gemeinschaft, die außerkirchlich gegründet worden sei, heute aber auch der Kirche die Feste mit verschönere. Der Festkommers wurde gesanglich umrahmt vom Schubertchor Eitorf, der zweimal, 1975 und 1980, Meisterchor von Nordrhein-Westfalen wurde. Erst mit zwei Zugaben, darunter einer Hymne an die Damenwelt, konnte dieser Chor die Bühne verlassen. Begleit wurde er vom Dirigenten des gemischten Jubiläumschores, Edgar Zens, am Flügel. Auf die weiteren Jubiläums-Veranstaltungen kommen wir in Wort und Bild noch zurück."

 

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 42 vom 16.10.1981; Foto und Bericht: SZ
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
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