Aufnahme: 1981
Besuch aus Belfast in Oberpleis - Deutsche und irische Jugendliche schlossen Freundschaft.
„Unsere Gäste aus Belfast zeigten bei ihrem neuntägigen Aufenthalt in Oberpleis einen gelösten Eindruck." So der Leiter der Nordirland-Initiative Oberpleiser Jugendlicher, Bastian Finke, beim Abschlußabend. Im Oberpleiser Haus der Jugend gaben die Oberpleiser Jugendlichen und die Stadt Königswinter einen Empfang für die elf Jungen und Mädchen aus der bürgerkriegsähnlichen Stadt Belfast in Nordirland. Eines der Mädchen hat sogar bei einem Überfall seine Mutter verloren. Martin Osinski sprach Grußworte an die jungen Nordiren sowie an die Vertreter der Schulen, der Stadt, der Parteien und der Kirche. Osinski gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die jungen Menschen sich im Siebengebirge gut erholt hätten.
Die Jugendlichen kamen aus einem Viertel Belfasts, das direkt von den bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen betroffen ist. Osinski betonte in seiner Ansprache, daß die Freunde aus Irland täglich erfahren, was es heißt, in Furcht und Angst zu leben, Angst vor Schießereien, Angst um die Familie, Angst um das eigene Leben. Alle jungen Freunde, so Osinski, haben bereits Verwandte bei den Auseinandersetzungen verloren. Für einen sorgenfreien Aufenthalt im Siebengebirge sorgten gemeinsame Spiele, ein Zeltlager im Westerwald, Discoveranstaltungen und gemeinsame Unternehmen mit den Gastfamilien. Auch die mit entsprechenden Aufdrucken versehenen T-Shirts und viele Erinnerungsfotos dokumentierten das fröhliche Zusammensein. In Gesprächen und Diskussionen kamen sich die Iren und die Deutschen persönlich näher. So sollen die deutsch-irisdien Freundschaften weiter bestehen, auch wenn die Gäste wieder in ihren Alltag zurückgekehrt sind. Osinski betonte weiter, daß ohne die Hilfe der gastgebenden Familien der Erfolg dieses Treffens nicht hätte erreicht werden können.
Bürgermeister Günter Hank überreichte einen Bildband über Königswinter an Bastian Finke, den dieser der irischen Gruppe mit auf den Weg gab. Hank sagte „Herzlich willkommen und auf Wiedersehen", denn am nächsten Tag fuhren die Nordiren wieder in ihre Heimat zurück. Hank sprach die Hoffnung aus, daß man sich im nächsten Jahre gesund und munter wiedertreffen möge. Er betonte, daß man sich hier die Drangsale in der Heimat der jungen Gäste nicht vorstellen könne. Zwar lebten wir hier auch in einer unruhigen Zeit, doch in Königswinter sei die Welt noch in Ordnung. Der Bürgermeister führte in seiner Ansprache weiter aus, daß die Zukunft der Welt darin bestehe, daß junge Menschen untereinander Kontakt pflegen. gst
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