75-Jahrfeier des TuS 05 Oberpleis mit vielen Gratulanten

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1980

75-Jahrfeier des TuS 05 Oberpleis mit vielen Gratulanten

Zahlreiche Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft

„Schon ein Blick auf die große Zahl der Mitglieder zeugt davon, welche Bedeutung der TuS 05 Oberpleis für das Sportleben in Königswinter und darüber hinaus hat." Schirmherr Land­rat Dr. Franz Möller sprach diese Worte bei der 75-Jahrfeier  des  TuS 05 in der Aula des Schulzentrums Ober­pleis. Besonders erfreut war der Landrat über die Tatsache, daß mehr als die Hälfte aller Vereinsmitglieder noch im jugendlichen Alter ist. „Dies gibt mir die  Hoffnung und Zuversicht, daß es um die Zukunft des Sports in Oberpleis nicht schlecht bestellt ist. Gerade in einer Zeit, in der allgemein die Interessenlosigkeit der Jugend beklagt wird, kann das Bereitfinden der Jugendlichen zu gemeinsamer sportlicher Übung und zu gemeinsamen Wettstreit nicht überbewertet werden. Durch das vielfältige sportliche Angebot in den fünf Leistungsabteilungen des Vereins kommt auch die ältere Jugend zu ihrem Recht. Es darf aber auch nicht vergessen werden, daß der TuS 05 auch ein erhebliches Maß zur Förderung des Zusammengehörigkeitsgefühls der Bürger untereinander beiträgt." Möller, der den Reigen der Gratulanten eröffnete, dankte dem TuS für seine große Leistungen. Jährlich gäbe der Rhein-Sieg-Kreis Hunderttausende für den Sport und insbesondere für die Übungsleiter aus.

„Dieses Geld ist nutzbringend ange­bracht," betonte der Chef des Rhein­ Sieg-Kreises. Bürgermeister Günter Hank, der  ein Geschenk von 750 DM überreichte, be­tonte, daß  der  Turn- und Spielverein 05 Oberpleis der zweitgrößte Sportverein der schönen Stadt Königswinter sei. Mit der Gratulation verbindet die Stadt den Dank an Vorstand und alle Mitglieder für den erfolgreichen Einsatz im Dienste des Sport, insbesondere auch für die sportliche Ausbildung und Fortbildung der Jugend. Das Angebot des TuS 05 sei mit fünf Leistungsabteilungen breit gefächert und kommt den sportlichen Interessen der Bürgerinnen und Bürger im Bergbereich weitgehend entgegen. Hank freute sich darüber, daß Rat und Verwaltung seit Bestehen der neuen Stadt Königswinter hervorra­gende sportliche Voraussetzungen im Oberpleiser Raum schaffen konnte, ohne die ein Sportverein nicht existieren kann. Der Bürgermeister sprach auch über die gesellschaftlichen Aktivitäten des TuS, wobei er vor allem an die Karnevalsumzüge in der Pleis­metropole dachte.

Hank gedachte auch an die Gründer, die 1905  den  Sportverein  aus  der Taufe gheoben haben. Im Gründungsjahr sei der Etat der damaligen Ge­meinde Oberpleis 65 000 Mark gewe­ sen. „Dafür bekommt man heute noch nicht einmal den unbedeutesten Spielplatz." Ganz besonderen Dank des er­sten Bürgers galt aber dem „Chef" des TuS, Johann Weiler, der auch zu­ gleich 1. Vorsitzender des Stadtsportbundes ist, denn „Männer mit solchen Ticks brauchen wir." „Ich habe zwar keine 750 Mark, da­ für nur 200 Mark, die ausschließlich für Jugendzwecke verwendet werden sollen," betonte Dr. Wilhelm Nöbel, Vorsitzender des Kreissportbundes Rhein-Sieg. „Der traditionelle Verein, der es auf eine Mitgliedsstärke von ungefähr 900 Männern und Frauen aller Altersklassen gebracht hat, hat sich einen Namen im Turnen, im Badminton, im Fußball und auch im Breitensport gemacht." Nach den Worten von Dr. Wilhelm Nöbel ist der Stadtsport­bund Königswinter der aktivste im Rhein-Sieg-Kreis. „Und das ist nur ihrem rührigen Vorsitzenden zu danken," lobte Nöbel den unermüdlichen Einsatz von Johann Weiler für den Sport. „Bleiben Sie so". Franz Riscop, Inge Hagemann und Ilse Kehren gratulierten für die Christdemokraten, die SPD und die Liberalen. Im Namen des Rheinischen Turnerbundes überreichte Gauturnwart  Jo­sef Welter dem Jubiläumsverein eine Urkunde zum Dreivierteljahrhundert im turnerischen Geiste. Robert Rupprath überbrachte die Glückwünsche des Stadtsportbundes. Er dankte dem TuS 05 für sein sportliches Wirken und nannte Vorsitzender Johann Wei­ler den „Motor des Sports in Königswinter".

Willi Weber überbrachte die Glückwünsche des Arbeitskreises Hei­matkunde. Pastor Finke von der evangelischen Gemeinde, der zugleich für seinen Amtsbruder Müller von der Pankratiusgemeinde gratulierte, hatte zwar kein Geld mitgebracht, dafür flehte er aber Cottes Segen auf die Sportler herab. Johann Weiler, der allen Rednern für die Worte und die Geschenke dankte, meinte zu Pfarrer Finke: „Wenn nicht heute Freitag wä­re, hätte ich mich bei Ihnen für das Wort zum Sonntag bedankt." Knut Tnderfurth vom benachbarten Sportverein TuS Thomasberg/Ittenbach brachte eine Spardose als Geschenk mit. Johann Weiler hatte zu Beginn der Feierstunde rund 100 Ehrengäste begrüßen können. Er dankte dann all denjenigen, die mit ihrem Idealismus, ihrer Spendenbereitschaft und ihrem Fleiß in diesen 75 Jahren den TuS 05 tatkräftig unterstützt und seine Belange nachdrücklich vertreten haben.

Im Mittelpunkt der Feierstunde standen Ehrungen. So wurden für 50-jährige Mitgliedschaft Anton Koch, Peter Schurff, Josef Krey, Paul Bellinghausen, Jean Vogt, Franz Vogt, Josef Vogt und Andreas Vogt ausgezeichnet. Über 25 Jahre im TuS sind die Mitglieder Wolfgang Ardelt, Manfred Buchholz, Hans-Werner Henseler, Rüdiger Dahs, Fritz Frings, Ferdi  Glage, Klaus Schurff, Rolf Oppermann, Gert Milbert, Bernd Bellinghausen, Rudolf Meurer, Adolf Röttgen, Johannes Winterseheid, Jürgen Dettinger und Adolf Hartwig. Die Festansprache hielt Herbert Schade, Dritter der Olympiade 1952 im  5000-Meter-Lauf. Er betonte, daß sich der deutsche Sport glücklich schätzen könne, daß es so viele Sportvereine  gibt. Dadurch hat der deutsche Sport im Ausland einen hohen Stellenwert und würde hoch geschätzt. Schade trat für die Erhaltung der olympischen Spiele ein, vertrat aber auch die Ansicht, daß Olympia nicht mit der Politik in Einklang zu bringen sei. Leider sei aber aus der Olympiafreundschaft ein Olympiawettkampf entstanden. Olympia  sei aber mehr als sportliche Wettkämpfe und den Drang nach Lorbeer.

Das Internationale Olympische Komitee bezeichnete Schade als ohnmächtig, da es sich immer wieder von äußeren Erscheinungen beeinflußen läßt. Auf den Boykott eingehend, respektierte er die Düsseldorfer Entscheidung zwar, betonte jedoch, daß nicht die Bundesrepublik die olympischen Spiele in Moskau boykottiere, sondern Rußland durch seine Angriffe in Afghanistan selber. Damit habe Rußland selbst die Idee von Olympia brutal zerstört. Die Olympische Flagge sei mehr als eine Flagge allgemein, betonte Schade. Die Feierstunde wurde umrahmt von musikalischen und gesanglichen Darbietungen des Kammerchores Oberpleis unter der Leitung von Kurt Wirtz und des Gemischten Chores des MGV Oberpleis unter der Stabführung von Edgar Zens mit Werken von Haydn, Johannes Kaspar Bachofen, Purcell, „Die Himmel rühmen" von Beethoven und zum Abschluß das „Prelude" aus dem Te Deum von Charpentier-Wirtz. gst.

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 25, vom 20.06.1980; Foto und Bericht: Günther Steeg
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Rudolf Pieper (SZ)
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