Abgebildete Personen
Aufnahme: 1976
Arbeitskreis „Heimatkunde“ gegründet
Die Siebengebirgs-Zeitung berichtete:
Am kommenden Freitag, dem 2. Dezember 1966, möchte ein neuer Arbeitskreis im Volksbildungswerk Oberpleis seine Tätigkeit aufnehmen. Ein Arbeitskreis „Heimatkunde", der sich die Aufgabe gestellt hat,die lebendige Vergangenheit unseres über tausendjährigen Ortes zu ergründen, das Vergangene zu bewahren und das Werdende festzuhalten. Mit der Bildung dieser neuen Arbeitsgemeinschaft dürfte wohl ein langgehegter Wunsch vieler Oberpleiser Bürger in Erfüllung gehen, endlich einmal zu ordnen, zu sichten und festzuhalten, was uns unsere Väter und Vorväter an wertvollem Heimatgut als Erbe hinterlassen haben. Wie schön wäre es, wenn dieser Gedanke ein reges Interesse in der Bevölkerung finden würde, denn ein jeder von uns kann zur Erreichung des Zieles, das vorhandene Heimatgut zentral zu sammeln, beitragen.
Den Initiatoren des neuen Arbeitskreises, Frau Dr. Gertrud Christoffel, Amtsoberrentmeister Wilhelm Weber und Volksschullehrer Fritz Karl Birkhäuser, ist es gelungen, für den Einführungsabend am kommenden Freitag, dem 2. Dezember 1966 um 20 Uhr in der evangelischen Volksschule in Oberpleis den bekannten und beliebten Dichter Professor Werner Heinen einzuladen. Ein Wiedersehen mit Prof. Heinen, der ein echter Sohn unserer Oberpleiser Heimat ist, werden sich sicherlich viele Alt-Oberpleiser nicht entgehen lassen. Aber auch den Jüngeren, und vor allen Dingen unseren Neubürgern, wird er in seinem Vortrag viel Wissenswertes vermitteln können. Im Oktober feierte er seinen 70. Geburtstag. Zu diesem Anlass schrieb Herr Realschullehrer Christian Schenkelberg aus Oberpleis einen Geburtstagsgruß, den die Siebengebirgs-Zeitung in der Ausgabe 42 vom 21. Oktober 1966 veröffentlichte. Nachfolgend einige Abschnitte aus diesem Beitrag:
„Professor Werner Heinen wurde am 23. Oktober 1896 in der alten Löwen-Apotheke in Oberpleis geboren. Nach seinem Abitur studierte er Philologie und wurde Studienrat. Auf Grund seiner wissenschaftlichen Arbeiten erhielt er einen Lehrauftrag an die Pädagogische Hochschule in Oberhausen und später in Köln. Neben seinen Tiergeschichten und seinem wissenschaftlichen Werk "Biologische Plaudereien" ist er uns Oberpleisern vor allem durch sein Heimatspiel "Das Oberpleiser Tausendjahrspiel" bekannt. Er schrieb es zum 1000- jährigen Bestehen von Oberpleis. Es wurde von der hiesigen Kolpingsfamilie während der Festwoche im Jahre 1948 mehr als zehnmal vor voll besetztem Hause aufgeführt. Ohne dieses Heimatspiel würde die 1000-Jahrfeier nicht einen solchen freudigen Widerhall in den Herzen der Oberpleiser gefunden haben.
Herr Professor Werner Heinen lebt jetzt im Ruhestand. Sein Werk hat allgemein Anerkennung gefunden, und darauf darf er mit Recht stolz sein. Und wir Oberpleiser sind stolz auf ihn. Wir grüßen ihn und wünschen von Herzen, dass er noch viele Jahre in Gesundheit und voller Schaffensfreude wirken kann zum Wohle seiner großen Familie, zum Nutzen der Jugend, der sein wissenschaftliches und pädagogisches Wirken gegolten hat, und zum Lobe seines lieben Oberpleis. Ad multos annos!"
Alles in allem kann man also sagen, dass der erste Abend des neuen Arbeitskreises „Heimatkunde" mit einem vielversprechenden Auftakt beginnt. Wünschen wir den Begründern ein gutes Gelingen ihrer großen Aufgabe, die sie sich für jetzt und die Zukunft gestellt haben. Mögen sie nie den Mut verlieren, auch wenn sie sich immer wieder vor ein Nichts gestellt sehen.
Herr Professor Werner Heinen wird uns sicherlich die kleine „Entgleisung" verzeihen, wenn wir zum Schluss unserer Betrachtung einen Vers seines schönen Gedichtes „Das alte Dorf" zitieren und dabei auf die erste Veranstaltung des Arbeitskreises hinweisen möchten:
„Darum mag vom Turm die Glocke eine frohe Stunde künden, dass wir alle in der Heimat uns zum Fest zusammenfinden".
Heinz Wicharz
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