Grundsteinlegung für das Oberpleiser Schulzentrum

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1976

Grundsteinlegung für das Oberpleiser Schulzentrum

"Schüler wirkten bei der bei Grundsteinlegung des Oberpleiser Schulzentrums mit.
 
Die Urkunde, die anlässlich der Grundsteinlegung des Oberpleiser Schulzentrums eingemauert und zuvor von Bürgermeister Günter Hank verlesen wurde, wurde unterschrieben von Bürgermeister Hank, Stadtdirektor Schmitz, Werner Hoffmann, dem Leiter des Staatshochbauamtes, den Vorsitzenden der im Rat vertretenen Fraktionen sowie den Schulleitern Bauer, Kaiser und Meurer.

Die Urkunde hat folgenden Wortlaut:
'Der Rat der Stadt Königswinter beschloss am 12. Oktober 1970 die Errichtung eines Schulzentrums in Königswinter-Oberpleis. Unter Mitwirkung und finanzieller Beteiligung des Landes NRW entstehen hier ein Gymnasium und eine Realschule mit den dazugehörigen Sporthallen, ein Hallenschwimmbad und ein Pädagogisches Zentrum sowie Sportaußenanlagen. Das Gebäude für die Hauptschule, die ebenfalls zu dem Schulzentrum gehört, ist auf dem Nachbargrundstück bereits vor einigen Jahren errichtet worden.

Mit den Bauarbeiten auf diesem Grundstück wurde am 1. Dezember 1975 begonnen. Nach einer langen Phase des Wiederaufbaues und des wirtschaftlichen Aufschwunges in der Bundesrepublik Deutschland fällt die Abwicklung des Bauvorhabens in eine Zeit äußerst schwieriger Finanzlage bei Bund, Ländern und Gemeinden. Die Stadt Königswinter hat zur Finanzierung ihres bisher größten Bauprojektes erhebliche Anstrengungen unternommen. Im Hinblick auf den hohen Rang einer guten Bildung und Ausbildung haben jedoch Rat und Verwaltung der Stadt, wie alle übrigen Beteiligten, die erforderlichen Mittel bereitgestellt.

Die Unterzeichneten hoffen auf einen zügigen Ablauf der Bauarbeiten und wünschen, dass keiner der Bauleute zu Schaden kommt. Mit froher Erwartung wird der Fertigstellung des Bauvorhabens entgegengesehen, um die modernen Bildungseinrichtungen und die Sportstätten der Jugend und allen Bürgern zur Nutzung übergeben zu können. Dieser Urkunde sind beigefügt Zeitungen aus diesen Tagen und Münzen der zur Zeit in der Bundesrepublik geltenden Währung.'
 
Bürgermeister Hank sagte in seiner Ansprache, dass das Wichtigste und einzig Dauerhafte, was unseren Kindern mit auf den Lebensweg gegeben werden kann, Bildung und Ausbildung sind. Sie allein hätten Bestand. Das habe man gerate in jüngster Zeit, der Zeit der bitteren Jugendarbeitslosigkeit, feststellen müssen. Der Rat der Stadt Königswinter hat an erster Stelle des Prioritätenkatalogs die Bildung und Ausbildung stehen. Danach werde gearbeitet und manches wichtige andere zurückgestellt.

Dieses Schulzentrum sei nicht nur die größte Baumaßnahme in der Stadt, sondern auch im Rhein-Sieg-Kreis. Mit der Fertigstellung dessen, wofür jetzt der Grundstein gelegt werde, betonte Hank, habe die Stadt innerhalb der Jahre seit der kommunalen Neuordnung zwei Gymnasien, zwei Realschulen, drei und zwei pädagogische Zentren geschaffen. Mit der Fertigstellung sei das Ausstattungsgefälle, das zwischen Berg und Tal bei der Geburt der neuen Stadt Königswinter noch vorhanden gewesen sei, endgültig beseitigt. Keiner werde mehr sagen können, die Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten im Tal seien besser als im Pleiser Hügelland.

Hank sprach die Hoffnung aus, dass dieses Zentrum auch ein kultureller Mittelpunkt sein möge. Der Bürgermeister beschloss seine Ansprache: 'Möge dieses Schulzentrum bei allem Lerneifer fröhliche Menschen ins Leben entlassen, die nicht schon ihre Jugend mit einem Stress belastet sehen, der früh genug auf sie zukommen wird. Möge dieses Schulzentrum ein Zentrum, aber keine Bildungsfabrik werden. Möge dieses Schulzentrum dem einzelnen jungen Menschen dienen.'

Landrat Franz Möller zeigte sich erfreut, dass der Anstoß zu diesem Gymnasium aus einer Bürgerinitiative gekommen sei. Er hegte jedoch den Wunsch, dass in diesem Gymnasium die Jugendlichen eine humanistische Bildung erfahren mögen. Der Schule wünschte er ein 'Glück auf' und hoffte, dass die Schulen nicht nur mit Stress, sondern auch mit Freude und Frohsinn erfüllt sein möge.

Werner Hoffmann, der Leiter des Staatshochbauamtes, erklärte, dass bis zur Fertigstellung des Zentrums im Jahre 1978 noch viel Schweiß und Beton fließen würden. Das gesamte Zentrum umfasse nämlich einen 100 000 Kubikmeter großen Raum. Die beiden Pfarrer der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinden sprachen Segensgebete.
Schüler der Realschule, der Hauptschule und des Gymnasiums umrahmten die Feierstunde mit musikalischen und gesanglichen Darbietungen sowie durch einen kleinen Sketch 'Der Grundstein'."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 30 vom 23.07.1976
Zur Verfügung gestellt von
Heimatverein Siebengebirge e.V. Königswinter
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