Festfeier zum 70jährigen Bestehen des TUS 05

Abgebildete Personen

Aufnahme: 1975

Festfeier zum 70jährigen Bestehen des TUS 05

"Professor Heinz Oberbeck, dritter der Europameisterschaft im Zehnkampf 1954, war Ehrengast bei der Jubelfeier des TuS 05 Oberpleis im Sitzungssaal des Rathauses anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Sportgemeinschaft. Professor Oberbeck hielt dann auch die Festansprache beim Kommers und betonte, dass er gerne nach Oberpleis gekommen sei. Gerade mit Oberpleis verbinde ihn eine enge Bindung. Er heiße Oberbeck, wohne in Oberbieber, lehre in Oberwerth bei Koblenz und wäre nun zur Jubelfeier nach Oberpleis eingeladen. Er gratulierte zunächst den Gründern des Vereins, von denen noch einer dem Festakt beiwohnte und bezeichnete sie für ihren Mut, vor 70 Jahren eine Turnerriege zu gründen, als ‚weltoffene Männer’. Seine weiteren Ausführungen standen unter dem Motto ‚Leistung — Verein — Erziehung im Sport’, wobei der Festredner betonte, dass das Wort Sport aus dem lateinischen ‚deportare’ auf deutsch zeigen, stamme.

Vorsitzender Johann Weiler hatte zu Beginn des Abends die zahlreichen Ehrengäste begrüßt. Sein Gruß galt dem Festredner, den Ehrenmitgliedern, den Gründern, dem Schirmherrn Bürgermeister Hank, den Kreistags abgeordneten Theo Potthast und Josef Neuhöfer, der auch schon über 50 Jahre dem TuS angehört, den Stadtratsmitgliedern, dem ersten Beigeordneten Erich Lichtenberg, dem Vorstand des Stadtsportbundes, Peter-Josef Kneiseler, Schul- und Kulturamtsleiter, und Hans Vollbach, Deutscher Meister im Marathonlauf von 1953 bis 1955. Schirmherr Bürgermeister Hank sprach seine Freude darüber aus, dass er heute dem ältesten Sporttreibenden Verein von Oberpleis zum 70. Geburtstag gratulieren könne. Auch er dankte den Gründern des TuS 05 Oberpleis. ‚Es waren Männer, die von den Idealen des Sports besessen waren.’ Er dankte den Gründern für ihren Mut, in der guten alten Zeit, den Turnverein gegründet zu haben.

Hank dankte dem Verein. Er treibe nicht nur Sport, sondern sei auch im gesellschaftlichen Leben der Pleistalmetropole nicht mehr wegzudenken. Hank dachte dabei vor allen Dingen an die Gestaltung des Fastnachtszuges. Der Schirmherr verwies auch auf die Tatsache, dass es zur Gründungszeit noch keine Sportförderungsmittel gegeben habe. Alles habe man aus eigener Tasche finanzieren müssen. So haben die Mitglieder des TuS 05 Oberpleis im Sinne des Sports große finanzielle Opfer gebracht. Als eine kleine Anerkennung übereichte Hank dem Vorsitzenden Johann Weiler aus seinem Verfügungsfonds DM 200,—. Nach Hank, der die Gratulationscour eröffnete, gaben sich viele weitere Gratulanten ein Stelldichein. Walter Schütte gratulierte im Namen des Stadtsportbundes. Er überreichte außer einem Blumenstrauß auch einen gefüllten Sparstrumpf. Für den benachbarten TuS Thomasberg/Ittenbach sprach Guido Osterhaus die Glückwünsche aus. Er wünschte weitere 70 Jahre und überreichte als Geschenk Blumen und ein Fässchen Bier. Blumen hatte Ernst Thiebes für den TuS Dollendorf mitgebracht, einen Ball ließ der SV Oelinghoven überreichen, Blumen und Geld erhielt das Geburtstagskind vom TV Rauschendorf.

„Wir brauchen in der Feuerwehr gut durchtrainierte Leute. Diese bekommen wir vom TuS 05." Mit diesen Worten sprach Felix Bäßgen von der Uthweiler Feuerwehr die Glückwünsche aus und überreichte zur Aufbesserung der Kasse einen Geldbetrag. Siegfried Keymes nannte den TuS 05 einen großen Bruder. Für den Tennisverein Siebengebirge gratulierte er mit einem Geldgeschenk. ‚Wir machen uns keine Konkurrenz. Ihr Betätigungsfeld ist der Sportplatz, uns gehört das Wasser.’ Diese Worte sprach Kurze von der örtlichen DLRG. ‚Doch eins haben wir auch gemeinsam: Wir warten auf das neue Sportzentrum.’ Heiterkeit löste sein Geschenk aus: Zwei Gutscheine für einen Anfängerschwimmkursus. Ein mit Zahlen bedrucktes Papier überreichte Klaus Breuer vom TV Königswinter zum Jubiläum. Im weiteren Verlauf der Jubelfeier standen zahlreiche Ehrungen durch den Vereinsvorstand. Als Gründer des Vereins wurde Mathias Reuter gebührend gefeiert. Zusammen mit den Gold-Jubilaren wurde ihm eine Ehrennadel überreicht. Seit 50 Jahren gehören dem TuS an: Franz Bellinghausen, zweimal ein Heinrich Bellinghausen, Wilhelm Bellinghausen, Hermann Buchholz, Karl-Heinz Dahs, Josef Fischer, Peter Krey, Willi Krey, Hans Lichtenberg, Johannes Mirbach, Fritz Neuhöfer, Josef Neuhöfer, Bernhard Raths und Peter Schmitz. Wilhelm Bellinghausen war zweimal erster Vorsitzender in der Sportgemeinschaft. Der zweite Heinrich Bellinghausen ist in Oberpleis besser unter dem Namen „Post-MattesHein" bekannt.

Ausgezeichnet wurden auch die Mitglieder, die seit 25 Jahren aktiv im Sportverein mitmachen: Josef Becker, Rudi Bellinghausen, Heinz Dahs, Heinz Guttzeit, Karl Kreutz, Johannes Limbach, Mathias Limbach, Josef Losem, Karl Sassen, Paul Weber, Peter Wegscheid, Willi Zerres und Willi Reese. Zur Begrüßung und bei diesen Ehrungen betonte der Vorsitzende, daß in der hinter uns liegenden Zeit Höhen und Tiefen überstanden werden mussten. Durch Krieg sei das mühevoll Aufgebaute zweimal zerstört worden. Gerade in den letzten Jahrzehnten habe sich in den Sportvereinen sehr viel zum Vorteil der Sport treibenden Bevölkerung gebessert, nicht zuletzt auch für die Volksgesundheit im Allgemeinen. Die Erstellung der vielen Sportstätten durch die Städte und Gemeinden zeige deutlich, welche Bedeutung der Sport im gesellschaftlichen Leben der heutigen Zeit einnehme.

Auch die finanziellen Unterstützungen durch diese Stellen seien für die Sportvereine von großer Wichtigkeit, denn nur so wären sie in der Lage, jedem Bürger ein breites sportliches Angebot anzubieten, wo jeder die Sportart finden könne, die er für sich suche. Aber bei allen Veränderungen in den Sportvereinen in den letzten Jahren, geht es auch heute nicht ohne Idealisten, die bereit sind, viel Zeit, sowie finanzielle und materielle Opfer zu bringen. Mit der „Intrada", einer Komposition von Kurt Wirtz, dem Leiter des Oberpleiser Kammerorchesters, wurde die Feierstunde durch dieses Orchester eingeleitet und mit dem „Prelude aus dem Te Deum" beendet. Beifall erhielt das Orchester aber auch für die Aufführung der Städtefanfare, einer Charpentier-Wirtz-Komposition. gst."

Quelle
Siebengebirgs-Zeitung Nr. 25 vom 20. Juni 1975
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