Aufnahme: 1975
Kursteilnehmer vor der Übungsstunde im Hallenbad in Siegburg
DLRG Oberpleis: Ausbildungsarbeit hat sich konsolidiert.
In der bunten Palette der Vereine, die der Öffentlichkeit die Gelegenheit zu sportlicher Betätigung anbieten, nimmt die Organisation der Deutschen Lebens - Rettungs - Gesellschaft einen bevorzugten Platz ein. Innerhalb der Stadt Königswinter vor allem konnte sich eine Untergliederung der DLRG, die jetzt ihren Jahresbericht vorlegt, inzwischen ein gutes Ansehen erwerben. Die DLRG Oberpleis, die Bürger aus den Berggemeinden aufnimmt, ist mit 462 Mitgliedern am Jahresende 1974 nicht nur einer der mitgliederstärksten Sportvereine der Stadt, sondern wohl auch führend im Breitensport der Jugend. Berücksichtigt man, daß der DLRG Oberpleis noch kein Hallenbad am Ort zur Verfügung steht, dann sind Zahlen von 200 Teilnehmern und mehr, die wöchentlich in auswärtigen Bädern betreut werden, schon beachtlich. Das Ausbildungsjahr 1974 hatte Überlänge, weil die Ausbildungsstatistik auf das Kalenderjahr umgestellt wurde. Es umfaßte die Zeit vom 1.10.1973 bis zum 31.12.1974. In dieser Zeit wurden vier Ausbildungsabschnitte zu elf Wochen mit jeweils eigenen Kursen und Lehrgängen im Hallenbad absolviert. Ein markanter Einschnitt war zu Beginn des III. Ausbildungsabschnitts im März 1974 der teilweise Umzug in das neue Hallenbad in Bad Honnef. Nachdem sich die Oberpleiser Lebensretter zwei Jahre lang in Siegburg heimisch fühlen durften und sich dort immer mehr „ausgebreitet" hatten, brachte die Inbetriebnahme des neuen Bades wichtige Änderungen mit sich. Die DLRG war nun nicht mehr zu ständiger Improvisation gezwungen. Die eigenen Übungszeiten unabhängig vom öffentlichen Badebetrieb erleichterten die Ausbildung erheblich. Gleichzeitig wurden der DLRG aber Auflagen bezüglich der Teilnehmerzahl gemacht. Diese Begrenzung hatte zur Folge, daß die Gesamtzahl der Ausbildungsteilnehmer leicht zurückging, obwohl insgesamt mehr Übungsraum zur Verfügung stand.
Das regelmäßige Training, in das nur jugendliche Mitglieder der DLRG aufgenommen werden, wurde in Siegburg noch von 132 Jungen und Mädchen besucht, während die Teilnehmerzahl inzwischen auf 118 zurückgeschraubt werden mußte. Die Gesamtzahl aller Ausbildungsteilnehmer sank von 233 im II. Abschnitt durch den Umzug auf 190 im IV. Abschnitt. Viele Mitglieder müssen infolgedessen auf einen Trainingsplatz warten, und mancher Grundschüler konnte keinen Anfängerkurs besuchen. Andererseits brachte diese aufgezwungene Begrenzung eine gewisse Konsolidierung und Beruhigung in den Ausbildungsbetrieb und stoppte die allzu heftige Zunahme der Mitglieder. Der großen Teilnehmerzahl entspricht auch die Fülle der Urkunden, die im Verlauf des Jahres ausgehändigt werden konnten. 107 Kinder erwarben die Neuschwimmerurkunde, 146 das Freischwimmer -, 148 das Fahrtenschwimmerzeugnis und 90 den Jugendschwimmschein. In diesen Zahlen sind auch die Prüfungen enthalten, die im Freibad abgelegt wurden. Die erste Rettungsschwimmprüfung bestanden 112 Bewerber. 29 Jungen und Mädchen konnten sogar das Leistungsabzeichen der DLRG erwerben. Zwei Teilnehmer schließlich erfüllten die Bedingungen für das Lehrabzeichen. Auf sportlichem Sektor konnte die DLRG Oberpleis auch bedeutende Erfolge erzielen. So zwei Jugendmannschaften beim Bundesentscheid im Rettungsschwimmen in Warendorf und beim Bezirksverqleichsschwimmen im September in Bad Honnef, wo die Ortsgruppe Oberpleis überlegen gewann.
Auf der Hauptversammlung am 21. März 1974 war nach der Satzung die Neuwahl des gesamten Vorstandes fällig. Der bisherige Leiter der Ortsgruppe, Karl-Heinz Kurze, wurde wiedergewählt, ebenso sein Vertreter, Herbert Krämer. Schatzmeister wurde Franz Mohr, der zuvor schon die Kassengeschäfte mitbetreut hatte. Erstmalig konnte mit Hans Eifler, der aus Essen an das Oberpleiser Gymnasium gekommen war, auch ein erfahrener DLRG-Mann mit dem schwierigen Amt des Technischen Leiters betraut werden, das bisher vom Leiter der Ortsgruppe in Personalunion verwaltet worden war. Der bisherige Geschäftsführer Heinz Mohr wurde Schriftführer. Die Kassenprüfer von Gradowski und Lichtenberg wurden wiedergewählt. Die Hauptversammlung bestätigte ebenfalls die von den Jugendlichen gewählten Jugendwarte Michael Els und Ingrid Schneider. Eine entscheidende Neuerung im Leben der Ortsgruppe bedeutete die Eröffnung einer Geschäftsstelle zum 1. April 1974. Frau Eva Krey hatte sich dankenswerterweise bereiterklärt, die Aufgaben einer Geschäftsführerin zu übernehmen. Seither ist sie dienstags und donnerstags von 16 bis 19 Uhr in allen DLRG-Angelegenheiten zu sprechen. Eltern und Kinder machen von dieser Möglichkeit inzwischen regen Gebrauch. Anschrift: 533 Königswinter 21, Oberpleis, Herresbacher Straße 29, Telefon (02244) 6581. Die Geschäftsstelle hat auch DLRG-Zubehör und Abzeichen vorrätig. Der große Wunsch der DLRG Oberpleis für 1975 ist der rechtzeitige Baubeginn eines Hallenbades durch die Stadt Königswinter. R.
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